Battlefield 1 Test – Schöne Optik, viel dahinter

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„Mehr als 60 Millionen Soldaten kämpften in diesem ‚Krieg, um alle Kriege zu beenden‘.

Er beendete rein gar nichts.“

Mit dieser Message leitet der neue Weltkriegs-Shooter von Electronic Arts die Kampagne ein. Bei solch einem Einstieg vermutet der ein oder andere eine recht nüchterne Auseinandersetzung mit einem Thema, das die Menschheit für immer verändern sollte. Ob der Entwickler DICE den hohen Erwartungen gerecht wird und wie Single- und Multiplayer abschneiden, werde ich in diesem Review genauer klären.

Erster Weltkrieg

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Als Battlefield 1 im Mai 2016 angekündigt wurde, zeigte sich der Großteil der Fans begeistert: Man ging (im Gegensatz zum Konkurrenten) chronologisch in die andere Richtung und landete im Ersten Weltkrieg. Doch wie der Executive Vice President von EA Patrick Söderlund in einem Interview verriet, wäre der Titel beinahe nicht zustande gekommen.
Bei der ersten Präsentation der Idee wollte er nichts mehr davon hören. Grabenkriege würden den potenziellen Käufern keinen Spaß bereiten. Lieber wollte Söderlund, seines Zeichens kein Gamer, in Richtung Sci-Fi à la Call of Duty steuern. Das Verlangen nach etwas Neuem überredete ihn schließlich zum Weltkriegs-Shooter.

Mit über 800.000 gleichzeitigen Spielern ist EA momentan auf Erfolgskurs, allerdings fehlt es Battlefield 1 an etwas ganz Wichtigem: Realismus. Nein, damit ist nicht die unvergleichlich phänomenale Grafik gemeint, die zu den großen Pluspunkten des Spiels zählen.

Singleplayer

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Nervenzermürbende Grabenkriege und menschenverachtende Zustände werden in Battlefield 1 zwar angedeutet, jedoch nie so umgesetzt, wie es tatsächlich stattfanden. Im Intro-Level lernt ihr den unvermeidbaren Tod an der Front kennen und erlebt die Schicksale von Soldaten, die 1918 ihr Leben ließen. Danach stehen euch fünf Storylines zur Auswahl, die jeweils ihre Geschichte zwischen 1914 und 1918 in Europa und dem Nahen Osten erzählen. Diese Levels sind erfrischend unterschiedlich und geben euch die Möglichkeit als Pilot, Panzerfahrer, ReiterIn oder FußsoldatIn zu spielen.
Wie bereits erwähnt baut der Titel die jeweilige Atmosphäre hervorragend auf und fesselt euch für die gesamte Dauer an den Schirm. Je nachdem kann der Einzelspieler-Modus 5 bis 8 Stunden dauern.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Optimierung. Selbst mit Mittelkasse-Hardware läuft das Spiel recht flüssig in Full HD und sieht dabei spektakulär aus. In dieser Hinsicht haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet.

Wenn ich etwas kritisieren kann, dann ist es der fehlende Realitätsbezug: Durch die langwierigen Graben sprintet ihr in Battlefield 1 einfach durch und fetzt alles weg, was euch entgegenläuft. Dabei stellt sich die KI eher schlecht als recht an. Den durchwachsenen und keineswegs heroischen Einstieg macht DICE mit dem Battlefield typischen Gameplay wieder nichtig, was unter anderem an der Wahl des Waffenarsenals liegt.

Waffen

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Der Entwickler baut eine Vielzahl verschiedener Automatik-Gewehre ein, die zu dieser Zeit so noch gar nicht üblich waren. Auch Prototypen und Waffen, die in ein paar wenigen Einheiten eingesetzt wurden, sind im Spiel vorhanden. Generell hat man das Gefühl, dass DICE ohne schneller Feuerrate keinen Spielspaß sieht. Dieses „moderne“ Denken stört allerdings bei der Erzeugung des WW1-Gefühls.

Spielspaß

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Was DICE bei seinem neuen Titel, wie so oft richtig macht, ist der allgemeine Spielspaß. So wenig das Game aus historischer Sicht korrekt ist, so sehr kann ich mich über den Spaß-Faktor freuen. Denn dieser ist sowohl im Singleplayer-Modus, als auch im Multiplayer-Getümmel vorhanden.

Multiplayer

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Wie gewohnt könnt ihr euch im Multiplayer-Modus von Battlefield 1 mit bis zu 64 Spielern eine sensationelle Schlacht in verschiedensten Schauplätzen liefern. Dabei findet ihr euch in engen Gassen, weiten Feldern oder trostlosen Wüstenlandschaften wieder und nutzt unterschiedliche Umgebungsvorteile und Fahrzeuge. Die Modi sind:

  • Eroberung
  • Rush
  • Vorherrschaft
  • Team Deathmatch
  • Operationen
  • Taubenträger

Seit Release sind neun verschiedene Schauplätze verfügbar, die in Zukunft per DLCs ständig erweitert werden sollen. Der Season Pass kostet euch rund 50€ und bietet alle noch zu erscheinenden Multiplayer-Karten.

Die Maps und Modi sind in diesem Video gut zusammengefasst:

Fazit

Alles in allem bieten EA und DICE einen grundsoliden Shooter, der sowohl massentauglich ist sowie vorbildlich optimiert wurde. Der Fun-Faktor ist zudem ebenfalls vorhanden, ohne auf die Langzeitmotivation zu verzichten. Dazu beeindruckt das Spiel mit seiner wunderschönen Grafik. Ich kann daher eine uneingeschränkte Empfehlung für alle Shooter-Fans aussprechen, auch an die, die es noch werden wollen.

SETTING (ATMOSPHÄRE, ZEIT, ORT) 82%
GAMEPLAY 91%
STORY 84%
PERFORMANCE, GRAFIK UND OPTIMIERUNG 96%
88% Solide
Readers Rating 35%
1 Bewertungen

EAs Shooter bietet spaßiges Gameplay, soliden Singleplayer, grandiosen Multiplayer und sensationelle Grafik.

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3 Kommentare auf "Battlefield 1 Test – Schöne Optik, viel dahinter"

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errezz
Mitglied

Dice hat doch selbst mal gemeint, dass das Spiel authentisch, aber nicht realistisch sei, da es sonst keinen Spaß machen würde…

Acer32
Mitglied

Jo. Hab ich auch so mitbekommen. Auch wenn ich ein Shooter ohne viele vollautomatischen Waffen auch ganz cool fände.

psyabit
Mitglied

Ich hatte meine Zeit mit BF Vietnam und BF2. Schön zusehen erholt sich die Marke wieder!

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