Silence – Test zum Click & Point Adventure von Daedalic

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Silence ist das nächste große Click and Point Adventure von Daedalic Entertainment, welches am 15. November 2016 erscheinen wird. Es ist der Nachfolger von The Whispered World, jedoch wurde der Namenszusatz im Laufe der Entwicklung entfernt. Wir durften schon vorher einen Blick in das Spiel werfen und werden euch sagen, ob es einen gelungenen Nachfolger darstellt.

Review in Videoform

Grafik, Sound und Aufmachung

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Die optische Darstellung von Silence gleicht einem Meisterwerk. Die Grafik hält sich auf einem hohen Niveau. Charaktere und Umgebungen sind wirklich wunderschön und detailliert gestaltet, man merkt jedem Ort seinen eigenen besonderen Touch an. Diese harmonieren fantastisch mit dem Soundtrack, wodurch sich eine schöne Stimmung beim Spielen aufbaut und man sich förmlich in die Spielwelt verliebt. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gut gemacht.

Jedoch verbirgt sich hinter der schönen Grafik auch ein entscheidender Nachteil. Die Ladezeiten sind ziemlich lang und treten oft auf. Bei jedem Ortswechsel oder vor jeder Zwischensequenz müssen wir erst einmal ca. 10 sekunden die Ladeanimation begutachten, welche sich besonders im späteren Spielablauf häuft. Dies wirft uns immer wieder ein wenig aus der dichten Atmosphäre heraus.

Geschichte

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Das nächste große Highlight von Silence ist die Geschichte. Der 16-jährige Noah und seine kleine Schwester Renie gelangen in die Traumwelt Silence, einer Welt zwischen Leben und Tod. In der Welt warten bösartige Kreaturen, welche einstig schöne Städte verwüsten. Da die Kreaturen eine Gefahr für unsere Protagonisten darstellen, möchten sie so schnell wie möglich wieder aus Silence flüchten und zur normalen Welt zurückkehren. Bei diesem Vorhaben werden ihnen jedoch einige Steine in den Weg gelegt, die sie in Form von Rätseln überwinden müssen.

Die Geschichte ist ziemlich gefühlsvoll und wird gut erzählt. Sie wird nicht unnötig langgezogen und konzentriert sich eher auf das Wesentliche, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Es gibt viele humorvolle, schöne, aber auch traurige Momente, wo definitiv die ein oder andere Träne verdrückt werden muss. Die Charaktere Noah, Renie und besonders unser kleiner Freund Spot wachsen dem Spieler ans Herz. Die restlichen Charaktere fallen jedoch leider etwas leer aus.

Ein wenig Einfluss können wir auch in das Geschehen nehmen. In Dialogen stehen uns meist zwei unterschiedliche Interaktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Der Großteil dieser beeinflusst jedoch nur die Dialoge für einen kurzen Moment, und wirken sich nicht unbedingt stark auf die Story aus.

Zudem hält sich die Spielzeit in Grenzen. Nach bereits 6 Stunden erscheinen die Credits auf unserem Bildschirm. Unserer Meinung nach hätte das Spiel gerne zwei Stunden länger sein und sich in der Zeit etwas genauer mit den Charakteren beschäftigen können.

Gameplay

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Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Silence um ein Click and Point Adventure. Das bedeutet, wir spielen das Spiel ausschließlich mit unserer Maus und interagieren hauptsächlich mit Objekten oder Figuren.

Hier hat sich Daedalic ein paar nette Dinge einfallen lassen, wodurch sich das Gameplay nicht nur auf das Anklicken von Gegenständen beschränkt. Zwischendurch balancieren wir auf Objekten, indem wir einen Punkt möglichst mittig halten. Außerdem müssen wir oft an Objekten ziehen, wo uns bestimmte Richtungen vorgegeben werden. Leider funktionierte das Ziehen nicht immer wirklich flüssig und wir brauchten für die recht simple Aufgabe einige Anläufe.

Das spielerische Highlight stellt definitiv unser Freund Spot dar. Er ist eine Raupe, welche uns bei einigen Dingen unterstützt. Spot kann sich verwandeln und der momentanen Situation anpassen. So können wir die Raupe jederzeit platt ziehen, in eine Kugel verwandeln oder in den normalen Zustand zurück bringen. Der kleine Spot kann beispielsweise auch Wasser aufsaugen und an anderen Punkten wieder ausspucken. Dadurch entstehen ziemlich interessante und spaßige Rätsel.

Die meiste Zeit ist das Spiel jedoch ziemlich einfach zu bewältigen. Das liegt vor allem an den meist simpel gehaltenen Rätsel, welche nicht besonders viel Tiefe besitzen. Mit der mittleren Maustaste können wir jederzeit Hilfe anfordern, falls wir nicht weiter kommen sollten. Einige Rätsel lassen sich sogar komplett überspringen, mit einem Button am unteren rechten Bildschirmrand. Auch auf ein Inventar wurde diesmal verzichtet, wodurch die Möglichkeit der Kombination von Objekten nicht mehr vorhanden ist.

Die Zahlreichen Spielhilfen, wie Tipps, Cursorumrisse, Objektnamen oder Interaktionsmarkierung lassen sich glücklicherweise in den Einstellungen deaktivieren, um das Spiel schwieriger zu gestalten. Erfahrene Spieler sollten direkt zu Beginn einen Blick auf diese Optionen werfen.

Technik der PC-Version

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Ein wichtiger Aspekt für uns ist eine PC-Version, welche eine angemessene Qualität besitzt. Heutzutage ist dies leider nicht mehr selbstverständlich und Spieler müssen sich oft mit schlechten Portierungen herumquälen, wie kürzlich Mafia 3.

Silence ist zum Glück nicht von solchen Problemen betroffen. Das Spiel läuft ziemlich rund und performant, lediglich die bereits erwähnten Ladezeiten stellen ein Problem dar. Wir können zwischen drei Grafikmodi wählen Am schnellsten, Gut und Fantastisch, wodurch auch schwächere PCs das Spiel ohne Probleme ausführen sollten. Einen exklusiven Vollbildmodus gibt es nicht, wir werden lediglich auf einen rahmenlosen Fenstermodus beschränkt.

Optional lässt sich das Spiel auch mit einem Gamepad spielen, was wir jedoch nicht unbedingt empfehlen. Click and Point Adventures sind definitiv einer der Genres, die sich am besten mit einer Maus spielen lassen.

Fazit

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Silence fesselt den Spieler mit einer schönen Grafik und einem fantastischen Soundtrack, welche die gefühlvolle Geschichte gut unterstützen. Der Spielspaß ist vorhanden, wird jedoch gesenkt, da das Spiel die meiste Zeit einfach gehalten ist und schwierigere Passagen sich einfach überspringen lassen. Mit 6 Stunden Spielzeit ist das Abenteuer auch recht kurz bemessen.

Dies muss nicht unbedingt schlecht sein, da andere Spiele, wie die The Walking Dead-Reihe von Telltale auch ein recht simples Gameplay besitzen und sich auf die Geschichte fokussieren. Diesen Weg ist Daedalic wohl auch mit Silence gegangen und kann durchaus überzeugen. Jedoch werden Fans von The Whispered World 1 wohl eher enttäuscht vom Gameplay sein, da das Spiel in diesem Aspekt nicht unbedingt einen wirklich gelungenen Nachfolger darstellt.

Wir geben dem Spiel, passend zu seinem Genre, eine Bewertung von 7/10 möglichen Punkten.

WindowsArea.de Wertung
Grafik, Sound und Aufmachung 89%
Geschichte 78%
Gameplay 49%
72% atmosphärisch
Readers Rating 76%
2 Bewertungen

Silence fesselt den Spieler mit einer schönen Grafik und einem fantastischen Soundtrack, welche die gefühlvolle Geschichte gut unterstützen. Der Spielspaß ist vorhanden, wird jedoch gesenkt, da das Spiel die meiste Zeit einfach gehalten ist und schwierigere Passagen sich einfach überspringen lassen.

Über den Autor

17 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, besitzt umfangreiches Wissen über Windows, liebt Gaming und ist derzeit mit dem Lumia 950 XL unterwegs.

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4 Kommentare auf "Silence – Test zum Click & Point Adventure von Daedalic"

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arpo
Mitglied

Also keine Xbox One Version. Schade!

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