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App Marketing: Vergleich der Windows Phone, Android und iOS Stores anhand einer Free App

Fünf Jahre nach der Vorstellung des iPhones umfasst der App Store über eine halbe Million Apps. Im Play Store tummeln sich vier Jahre nach dem Release von Android sogar noch mehr Anwendungen und Microsoft antwortet mit über 100.000 Apps nach rund 20 Monaten Windows Phone 7. Um sich bei dieser Zahl an Apps durchsetzen zu können erfordert es neben einer guten App auch einer guten Marketingstrategie. Mit meinem Artikel möchte ich Euch die Unterschiede der einzelnen Stores nahebringen.

Meine App

Meine App heißt “Track my Life” und beantwortet automatisch Fragen wie “Wie viel Zeit verbringe ich zu Hause, in der Arbeit und auf dem Weg zur Arbeit?” sowie viele weitere.

Obwohl es viele Apps gibt, die sich mit GPS und Ortung beschäftigen, gibt es keine deren Konzept meiner App nahekommt. Als einziger Konkurrent kommt Google Latitude in Frage. Die Entwicklung meiner App hat mich ca. 100 Stunden pro Plattform gekostet. Die meiste Zeit hat dabei das aufwendige Testen verschlungen. Die Bewegungsdaten konnten teilweise einfach nicht akkurat simuliert werden.

Als erstes habe ich die App für Windows Phone, anschließend für iOS und dann für Android entwickelt. Veröffentlicht wurden die Apps jedoch in umgekehrter Reihenfolge. Das lag an den verschiedenen Regelungen der Stores. So prüft Google die Apps beispielsweise überhaupt nicht. Apple und Microsoft hingegen prüfen relativ genau. Von Microsoft wurde die App insgesamt vier Mal abgelehnt. Teilweise aus obskuren Gründen wie beispielsweise gewaltverherrlichendem Inhalt.

Der iOS App Store

Obwohl Android den größten Market Share hat ist mit Apps für iPhone/iPad am meisten Geld verdient. Apple Kunden sind es gewohnt für alles zu zahlen.

Dem stehen jedoch rund 650000 Apps gegenüber, die das gleiche Ziel verfolgen. Seit der Einführung des iPhones hat Apple fünf Milliarden Dollar an Entwickler ausgezahlt. Verteilt man das auf alle Apps kommt man auf knapp 8000 Dollar pro App. So die Theorie. In der Praxis greifen nur wenige Apps den Großteil der Umsätze ab. Das liegt an den Algorithmen, die dem App Store zugrundeliegen.

Hauptfaktor für das Ranking im App Store ist die Zahl der Downloads einer App. Um unter die Top 30 einer Kategorie zu gelangen muss man mehrere Tausend Downloads am Tag vorweisen können.

Wichtig ist auch die Wahl der Keywords. Dadurch kann man Suchanfragen der User entgegenkommen. Man muss wissen was seine User suchen. In meinem Fall beispielsweise “GPS Tracker”. Diese Keywords gilt es zu optimieren um generische Downloads zu bekommen.

Der Google Play Store

Der Play Store funktioniert fundamental anders als der App Store. User Bewertungen sind wichtig für das Ranking der App und nachdem es keine Keywords zu vergeben gibt muss man die Keywords in die Beschreibung und den Titel der App verbauen. Nachdem ich den Namen meiner App von “Track my Life” in “Track my Life – GPS Tracker” geändert hatte, schaffte ich es aus dem nichts auf die erste Seite bei den Suchergebnissen für “GPS Tracker”.

Das Ranking wird auch stark vom Nutzerverhalten beeinflusst. Wird die App nach kurzer Zeit wieder deinstalliert wird das Ranking davon negativ beeinflusst.

Der Windows Phone Marketplace

Der größte Vorteil am Marketplace ist, dass es noch nicht ganz so viele Apps wie auf den anderen Plattformen gibt. Insofern hat man reale Chancen in einer Kategorie nach oben zu schießen. Der Marketplace ist aber auch noch nicht so weit fortgeschritten wie die Konkurrenz. Deswegen fehlen Features wie In App Purchases, die derzeit nur über Third Party Vendors integriert werden können.

Mit meiner App habe ich es im Marketplace auf Platz 27 bei den kostenlosen Apps in der Kategorie “Reisen & Navigation” im Deutschen Marketplace geschafft (Stand 27.6.2012).

User sind anspruchsvoll

Mir wurde schon von mehreren Ecken berichtet, dass Smartphone User extrem pingelig sind. Das durfte ich nun auch an der eigenen Haut erfahren. So habe ich beispielsweise von einem iPhone Benutzer aus Großbritannien nur einen Stern bekommen, weil er nicht wusste wie er die App ausschaltet. Ein Norwegischer Android Nutzer hat mir auch nur einen Stern gegeben, weil man die Pins in meiner App nicht verschieben kann.

Generell, und das wurde mir von mehreren App Entwicklern bestätigt, neigen eher die enttäuschten Nutzer dazu eine App zu bewerten als die Zufriedenen.

Fazit

Angesichts der schieren Masse an Apps muss man sich heute schon etwas besonderes Einfallen lassen um in den App Stores Top-Positionen zu erreichen. Dabei hängt es neben einer guten Idee und tadelloser Umsetzung vor allem vom Marketing ab ob man gut platziert ist. Bei der Marketingstrategie sollte man unbedingt die Eigenheiten der einzelnen App Stores kennen um optimale Ergebnisse zu erzielen.

About author

Studiert Informatik und entwickelt nebenbei Apps für iOS, Android und neuerdings auch Windows Phone. Er ist derzeit mit einem LG E900 unterwegs.
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