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Nokia gibt Auskunft über die Hintergründe der aktuellen Lieferengpässe

Bis heute warten weiterhin viele unserer Leser auf ihr Lumia 920, sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern. Das jüngste Beispiel dieser Knappheit spielt sich gegenwärtig in Österreich ab. Wir erinnerten vor nicht mehr als zwei Tagen daran, dass Nokias Flaggschiff (u.a. in der Farbe Grau) ab dem 10. Januar in dem Alpenstaat verfügbar sein wird. Dies verursachte selbstverständlich Vorfreude bei vielen Personen, weshalb die vor drei Stunden veröffentlichte ernüchternde Mitteilung auf der Nokia Österreich Facebook Seite umso ärgerlicher ist:

Ein klein wenig verspätet sind sie nun endlich in Österreich angekommen: die ersten Nokia Lumia 920. Ab nächster Woche dann in den Regalen im freien Handel und ab 16.1. exklusiv bei A1. (…)

Das Lumia 920 wird es bei A1 in schwarz, gelb, rot und im Handel schwarz, gelb, rot und weiß geben.

Der Eindruck der geringen Verfügbarkeit deckt sich auch mit meinen heute in Erfahrung gebrachten Informationen; ähnliches konnten wir allerdings des Öfteren in den Kommentaren zu diversen News vernehmen. Während eines Gespräches mit Mitarbeitern einer Media Markt Filiale in Hamburg nannte man uns den Umfang bisheriger Lieferungen, demzufolge regelmäßig 3-5 Geräte geliefert wurden. Allerdings sei dies solange kein Problem gewesen, wie das Lumia 920 „noch nicht so beliebt“ war. Erst mit der steigenden Nachfrage sah sich die Leitung des Marktes einer neuen Situation ausgesetzt und es bleibt ihr bis heute nichts anderes übrig, als Bestellungen entgegen zu nehmen. Dies bot man mir auch an und ein Blick ins System ließ erkennen, dass allein für die schwarze Variante bereits sieben Bestellungen vorliegen. Sicher könnten es mehr sein, doch die Mitarbeiter sprechen selbst von einer „extrem hohen Nachfrage“, was zweifelsohne ihre bisherige Erfahrung mit Nokia Smartphones widerspiegelt.

Weshalb ist das Lumia 920 (fast) überall ausverkauft?

Während einer Konferenz mit führenden Investoren und Analysten  führte der CEO Stephen Elop aus, dass die Windows Phone Umsätze noch schneller hätten wachsen können, existierten keine Probleme auf der Angebotsseite.

Zum Beispiel bestanden erhebliche Versorgungsprobleme bei AT&T und dem Lumia 920 im Laufe des Quartals (…) – Stephen Elop

Diese Engpässe seien allerdings teilweise die Folge einer „sehr bedachten“ und „umsichtigen“ Herangehensweise in Verbindung mit der Einführung des Smartphones im November 2012 gewesen. Diese gründete wiederum auf kostspieligen Lagervorräten nicht verkaufter Lumia Smartphones, die es aus Nokia Sicht tunlichst zu vermeiden galt und weiterhin gilt. Das Zwischenergebnis lautet mithin: Nokia hat zu wenig Geräte bestellt.

Es bestanden weitere unwillentliche Engpässe

Dies ist freilich nur eine Seite der Medaille, denn darüber hinaus hatten die Finnen mit der Knappheit von Kernkomponenten („key components“) zu kämpfen.

Wir arbeiten heute mit Zulieferern und Netzbetreibern an der Behebung dieser Situation, (…) – Stephen Elop

Dass es sich hierbei nicht um eine zweitklassige Ausrede handeln muss, wird folgende Überlegung verdeutlichen. Das Liebig’sche Minimumgesetz werden sicher einige noch aus der Schulzeit kennen, sollte dies nicht der Fall sein, folgt nun eine kleine Auffrischung:

Das Minimumgesetz (von lateinisch minimum, „das Geringste“, von Carl Sprengel 1828 veröffentlicht, von Justus von Liebig in erweiterter Form popularisiert) besagt, dass das Wachstum von Pflanzen durch die im Verhältnis knappste Ressource (Nährstoffe, Wasser, Licht etc.) eingeschränkt wird. Diese Ressource wird auch als Minimumfaktor bezeichnet. Bei Vorliegen eines solchen Mangelfaktors hat es keinen Einfluss auf das Wachstum, wenn eine Ressource hinzugegeben wird, die bereits im benötigten Umfang vorhanden ist.

Wendet man das Minimumgesetz analog auf den vorliegenden Sachverhalt an, so ist es nachvollziehbar, dass einzelne Komponenten – unterstellt, dass diese nicht ohne weiteres ersetzt werden können – die Produktionsmenge eines Geräts beeinträchtigen können. Diese Engpässe hätten Nokia außerdem daran gehindert, die Preise der betreffenden Geräte zu senken. An diesem Problem arbeite man aber schon gemeinsam mit Netzbetreibern und Zulieferern, so dass hoffentlich schon bald mit einer breiten Verfügbarkeit und damit einhergehend niedrigeren Preisen gerechnet werden kann.

Ebenfalls betonte Elop erneut die Konzentration auf Windows Phone als Einnahmequelle, denn man rechne nicht mit signifikanten Symbian-Verkäufen im 1. Quartal 2013. Dennoch warnt Elop im gleichen Atemzug vor übertriebenen Erwartungen, denn der richtige Weg bestehe darin von Quartal zu Quartal dauerhafte Fortschritte vorzuweisen. Die Offenlegung der letzten Quartalszahlen erfolgt übrigens am 24. Januar 2013.


via WMPoweruser
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