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15 Millionen Tablets für türkische Schüler: Microsoft gründet Forschungs- und Entwicklungslabor für staatliches Schulprojekt

Am 31. März gab Tamer Özmen, Geschäftsführer von Microsoft Türkei, im Rahmen des kürzlich abgehaltenen Uludağ Wirtschaftsgipfels („Uludağ Ekonomi Zirvesi“) bekannt, dass die Arbeiten hinsichtlich der Gründung des ersten Microsoft eigenen Forschungs- und Entwicklungslabors in der Türkei begonnen haben.

Diese verhaltene Neuigkeit ist bei näherer Betrachtung der Grundstein einer tiefgreifenden Beteiligung am staatlichen FATIH-(Schul-)Projekt. Dieses sieht vor, dass alle türkischen Schüler ab der fünften Klasse mit Tablet-PCs ausgestattet werden, wobei zusätzlich Bildschirmtafeln in alle Klassenzimmer angebracht werden sollen. Das Vorhaben befindet sich schon in der Testphase, so dass bisher 52 Schulen mit LCD Bildschirmtafeln („Smart Boards“) und insgesamt 8.500 Tablet PCs versorgt wurden.
Da das Projekt in seiner finalen Ausprägung ein landesweites Ausmaß einnehmen wird, fällt die Anzahl benötigter Tablets mit 15-16 Millionen Geräten entsprechend hoch aus. Dies erfordert wiederum Hardware-Partner, an die Nihat Ergün, türkischer Technologieminister, folgende Bedingungen richtet (vgl. turkishweekly):

Die Produktion von Tablet-PCs muss in der Türkei stattfinden und der Produzent muss ein Forschungs- und Entwicklungszentrum auf türkischem Boden ins Leben rufen. […]

Die Unternehmen, die diesen Bedingungen entsprechen, haben die Möglichkeit, sich am Projekt  zu beteiligen.

Somit bietet sich den Redmondern (und dem Surface-Tablet) eine bedeutsame Chance, deren sichere Realisierung offensichtlich ins Auge gefasst wurde. Dies äußert sich nicht lediglich in der Errichtung des von der Regierung geforderten Forschungs- und Entwicklungszentrums, sondern außerdem in den am 22. und 23. Februar stattgefundenen Gesprächen zwischen Microsoft CEO Steve Ballmer und dem türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sowie Technologieminister Nihat Ergün.

Wo Nachfrage besteht, existiert in der Regel ein reichliches Angebot. So verhält es sich auch in diesem Fall, denn neben Microsoft bietet sich auch Apple als Kandidat an, wie vor wenigen Wochen bekannt wurde. Demzufolge hat sich John Couch, Apples Vizepräsident für Bildung, Anfang Februar dieses Jahres mit dem türkischen Staatspräsident Abdullah Gül getroffen und die Möglichkeit, das lokale Bildungssystem mit iPads zu unterstützen besprochen.

Aus unternehmerischer Perspektive ist eine möglichst führende Rolle für Microsoft sowohl kurzfristig als auch langfristig vorteilhaft. Neben der hohen Anzahl abzusetzender Geräte und den damit einhergehenden Einnahmen wird sich das in Einsatz kommende Tablet bzw. Betriebssystem höchstwahrscheinlich ohne Probleme im regionalen Markt etablieren.


Quellen: hurriyetdailynews.comhaberler.com, turkishweekly.com, teknokulis.com | via: microsoft-news.com
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