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Welche Auswirkungen das „Billig-iPhone“ auf Windows Phone haben könnte

Der kalifornische Hard- und Softwarehersteller Apple verkauft, wie viele von uns wissen, seine Produkte äußerst erfolgreich, jedoch nur an Kunden, die es sich auch leisten können. Apple-Produkte heben sich zwar oftmals auch durch Qualität von ihren Konkurrenten ab, viel entscheidender ist jedoch der Preis und das Image, das Apple seinen Kunden vermittelt. Der Konzern pflegt es, sich bei seinen Produkten immer von der Konkurrenz abheben zu wollen und versucht sie ebenfalls mit einem Status in Verbindung zu bringen. So wie jede intelligente Marketing-Strategie.

Da Apple-Produkte jedoch nicht für jedermann erschwinglich sind und oftmals überteuert scheinen, verliert das Unternehmen besonders in den Schwellenländern wie Indien oder China viele Kunden an Android und Windows Phone.

Windows Phone: Stärke in Schwellenländern

Erst kürzlich berichteten wir, dass Windwos Phone in einigen Ländern iOS überholen konnte. Dies liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht an der Beliebtheit der High-End Smartphones, sondern ist eher auf die günstigen Preise der Low-End Windows Phones zurückzuführen. Besonders das Nokia Lumia 610 und nun auch das HTC 8S haben in diesen Ländern einen erheblichen Beitrag zum Wachstum von Windows Phone geleistet. Beispielsweise steht Windows Phone in Polen laut wpworld.pl bei 16.3% Marktanteil.
Offensichtlich ist für viele ein iPhone aufgrund des Preises keine Option und Low-End Android Smartphones überzeugen im seltensten Fall mit verhältnismäßig guten Benchmark-Ergebnissen wie beispielsweise das Nokia Lumia 620. Daher bleibt als Alternative oftmals nur Windows Phone, das Microsoft anfangs als High-End Produkt vermarkten wollte und deswegen im Gegensatz zu Android möglicherweise ein besseres Image hat.

Billig iPhone

Schon seit langem existieren Gerüchte über ein „Billig-iPhone“ und bereits vor der Präsentation des iPhone 4 wurde darüber spekuliert. Bislang hat der Konzern diese Gerüchte immer wieder abgewiesen und betont, dass man kein Interesse daran habe, „billige Smartphones“ zu verkaufen, um einige Prozent Marktanteile zu gewinnen.

Seit dem Launch des iPhone 5 im vergangenem Jahr häufen sich die Gerüchte bezüglich einer günstigeren Version des iPhones. Nun hat der Blog Tactus ein Bild des Polycarbonat-Covers des „Billig-iPhones“ veröffentlicht (siehe oben). Obwohl die Maße des Gehäuses denen der vorangegangenen beiden iPhone-Generationen ähneln, scheint sich dieses Gerät dennoch von ihnen zu unterscheiden. Laut Tactus ist es etwas dünner und zudem ein wenig höher sowie breiter als das iPhone 4/4S. Gerüchten zufolge sei aber kein 4-Zoll-Display verbaut, sondern ein 3,5-Zoll-Retina Display, das auch beim iPhone 4S zum Einsatz kam. Als Prozessor sei angeblich der A5-Chip vom iPad Mini verbaut. Des Weiteren wird über eine 5 Megapixel Kamera spekuliert. Der Blogger rechnet in etwa mit einem Preis von 270-390€ und erwartet die Präsentation am 15. Oktober dieses Jahres.

Folgen für Windows Phone und Android

Bisher hat man sich wenig Gedanken gemacht, welche Folgen es sowohl für Windows Phone als auch für Android haben könnte, wenn Apple mit einer günstigeren Variante vorprescht. Dem Analysten Walter Piecyk vom BTIG zufolge sei es unklug, dass Apple noch kein solches Gerät veröffentlicht habe, denn es bestehe eine sehr hohe Nachfrage nach „Billig-iPhones“. Laut Berichten könne Apple im Fiskaljahr 2014 bereits 36,5 Millionen günstiger Varianten verkaufen und damit etwa 11 Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz generieren.

Für Microsofts Windows Phone Smartphones hingegen wäre neben einem starken, günstigen iPhone in Indien, China und Osteuropa wenig Platz. Apple hätte jene Kunden, die sich bisher aufgrund des Preises für ein anderes Smartphone entscheiden mussten, sicher auf seiner Seite, daher wird auch Android erhebliche Verluste einstecken müssen, wenn Apple zur Gegenoffensive im Low-End Bereich bläst.

Apples Marketing

Bezüglich des Marketings hat Apple kein Problem damit, auch ein sogenanntes „Billig-iPhone“ mit einem bestimmten Status bzw. Image zu verknüpfen, denn eine vergleichsweise ähnliche Situation spielte sich auch beim kürzlich erschienenen iPad Mini ab. Obwohl Apple-Gründer Steve Jobs ein kleineres iPad stets verneinte und betonte, dass er „kein Produkt zwischen iPhone und iPad“ sehe, erschien im letzten Jahr nach hohem Druck auf den Konzern seitens der Börse das iPad Mini. Dementsprechend ähnlich könnte es auch beim iPhone verlaufen.

Hier schaffte es der Konzern trotz der günstigeren Alternative beide Produkte erfolgreich am Markt zu etablieren, was beim Smartphone etwas schwieriger werden dürfte. Bisher bietet Apple die älteren Generationen des iPhones zu niedrigeren Preisen an, als das aktuelle Modell vermarktet wird. Damit kann man einerseits den Restbestand an alten Smartphones klug in Geld verwandeln, andererseits schadet man dem Status des Konzerns nicht, da weiterhin (quasi) High-End Smartphones verkauft werden. Bei einer günstigen Variante des iPhones würde es sich bei einem neuen Produkt um ein Mid-Range Smartphone handeln, was unter Umständen dazu führen könnte, dass Apple Premium-Image beschädigt wird. Aus diesem Grund wird es vermutlich nie ein „billiges“ iPhone geben, denn das Unternehmen muss neben seinen Produkten auch einen Status verkaufen.

Ob sich die Gerüchte bewahrheiten, wird die Zukunft zeigen, jedoch sollten sich Microsoft, Nokia und HTC auf jeden Fall schon jetzt auf einen möglichen und sehr gefährlichen Angriff aus Cupertino vorbereiten und sich ein daran ausgerichtetes Konzept ausdenken, was vermutlich bereits geschieht. Die Frage, wie man die Nachfrage nach günstigen Premium-Geräten von Apple in eine Nachfrage nach günstigeren Premium-Geräten mit Windows Phone zum OS umschlagen kann, wird jedenfalls schwer zu beantworten sein.

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