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Microsoft gibt Ausblick auf die (einheitliche) Zukunft der Windows Plattformen

Microsofts erster Schritt auf dem Weg zur Konvergenz von Windows Phone, Windows RT und Windows 8 wurde spätestens mit der Ankündigung von Windows 8 und der neuen, aber von Windows Phone bekannten Kacheloberfläche vor Augen geführt. Zu dem Zeitpunkt schien das Unternehmen jedoch noch nicht zu wissen, dass aus dem Trias an Betriebssystemen später ein grundlegendes Problem erwachsen wird, welches nicht etwa auf  ihrer reinen Existenz fußen wird. Vielmehr soll die Bezeichnung, das Aushänge- und Werbeschild eines jeden Produkts, ein wesentlicher Streitpunkt sein.

Q&A mit Julie Larson-Green

Dieses Thema und andere wissenswerte Gesichtspunkte beleuchtete Julie Larson-Green, Leiterin der Geräte-Sparte bei Microsoft, im Rahmen einer Frage- und Antwort-Runde (Q&A) während der UBS Global Technology Versammlung. Larson-Greens Karriere bei dem Redmonder Unternehmen begann vor rund zwanzig Jahren und zieht sich wie ein roter Faden durch die wichtigsten Unternehmensbereiche, die sie maßgeblich beeinflusst hat. Folglich kann ihren Aussagen durchaus Wert beigemessen werden. Gleichwohl wird bereits zu Beginn der Q&A-Phase deutlich gemacht, dass im Verlauf der Veranstaltung sicher auch zukunftsgerichtete Aussagen getroffen werden, bei denen es sich aber ausdrücklich um Prognosen handelt. Diese wiederum basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und Annahmen, die naturgemäß „Risiken und Ungewissheiten“ unterliegen. Wir regen daher an, den Gehalt dementsprechend zu verwerten.

Surface als Microsoft-Repräsentant

Larson-Green befasst sich nicht lediglich mit ihrer Rolle bei Microsoft, sondern erläutert auch den aus Effizienzgründen stattfindenden Kauf von Nokias Geräte- und Dienste-Sparte, geht auf die Bedeutung des Faktors „Hardware“ für die zukünftige einheitliche Strategie ein und veranschaulicht die Vorteile der Xbox One gegenüber der PlayStation 4 anhand ihres 13-jährigen Sohnes. Allerdings umfasst das im Internet als Dokument veröffentlichte Interview über 6800 Wörter bzw. 11 Seiten und ist tatsächlich sehr lesenswert, wir möchten uns aber in diesem Bericht auf die für uns wesentlichen Punkte konzentrieren.

Eine Erwähnung wert ist beispielsweise Larson-Greens Erläuterung zum Gewicht, das Microsoft seiner Surface-Reihe beimisst. Das Tablet, welches mittels weniger Handgriffe in ein produktives Arbeitsgerät übergeht, diene demnach als Repräsentant für Windows 8 und letzten Endes auch für Microsoft. Schließlich vereine das Surface alle Microsoft Dienste wie Skype, SkyDrive, Bing etc., mithin sämtliche Stärken des Konzerns, in einem Gerät. Des Weiteren begründet sie Microsofts Einstieg in das Hardware-Geschäft mit der Erkenntnis, dass Software- und Hardware-Innovationen sich wechselseitig beeinflussen, folglich das Einwirken auf beide Faktoren und nicht lediglich auf einen Aspekt sei eine logische Folge dieser Einsicht. Hieran anknüpfend lässt Larson-Green außerdem wissen, dass Microsoft in dem Markt für das mobile Computing sehr viele Chancen erkennt. Dabei richtet das Unternehmen das Augenmerk auch, aber nicht ausschließlich auf Smartphones und (Tablet-)PCs. Bei diesen Geräten handle es sich nicht um abschließende technologische Errungenschaften. In der Zukunft sei vielmehr ein weiterer Wendepunkt – etwas, das über Smartphones und Tablets hinausgeht – zu erwarten und bereits im kommenden Jahr sei mit „vielen aufregenden Dingen“ zu rechnen.

Windows „RT“?

Selbstredend wurde Larson-Green auch auf die simultane Einführung von Windows 8 und RT, wie auch die sich daraus ergebende Verwirrung angesprochen. Konkret lauteten die Fragen, ob der zweispurige Weg aus ihrer Sicht weiterhin gangbar ist oder Windows RT stattdessen einen „Neustart“ erfordert. Was also hat Windows RT aus Microsofts Sicht geleistet und wie soll es weitergehen?

Windows RT verfolgt ähnlich wie Apples iOS in Verbindung mit dem iPad einen simplifizierten, geschlossenen Ansatz. Dieser erleichtere das Bereitstellen eines „startbereiten Systems“, das nicht dem Risiko ausgesetzt sei, im Laufe der Zeit schwächer oder von Viren befallen zu werden. Windows dagegen bietet alle Möglichkeiten, aus Microsofts Sicht allerdings auf Kosten der Mobilität, und somit ein vollwertiges PC-Erlebnis. Das originäre Ziel war demzufolge ein Angebot von zwei Benutzererlebnissen: Auf der einen Seite die bekannte Windows-Erfahrung, welche alle Anwendungsoptionen eröffnet. Auf der anderen Seite ein auf Tablets optimiertes und infolgedessen reduziertes Erlebnis, das beispielsweise mithilfe von Microsofts Office Suite und diversem Hardware-Zubehör um produktive Elemente erweitert wurde.

Diese in der Theorie nachvollziehbaren Gedanken waren und sind jedoch in der Realität äußert problematisch beschaffen, was primär auf die Namensgebung zurückzuführen ist. Diese Ansicht vertritt offenkundig auch Larson-Green, die sich darüber im Klaren ist, dass die Unterschiede zwischen den beiden Betriebssystemen nicht zur Genüge kommuniziert wurden. Es habe beispielsweise keine hinreichende Differenzierung stattgefunden, denn die Windows RT und Windows 8 Geräte ähnelten sich in der Regel zu sehr, sind in ihrer Bedienung identisch. Ersteres Betriebssystem gewährt indessen nicht den gleichen Funktionsumfang wie Windows 8 und deshalb hätte man „Windows RT“ nicht „Windows“ nennen sollen, so Larson-Green. Dieser Gedanke ist wichtig, das gilt gleichermaßen für Microsoft und den Endkunden. Die Folge daraus führt sie ebenfalls an und soll hier wörtlich zitiert werden, um Missverständnissen vorzubeugen:

[…] Wir sollten es [Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist Windows RT] nicht Windows nennen.Wie sollten wir es stärker differenzieren? Ich denke, dass Sie im Laufe der Zeit erkennen werden, wie wir es weiter differenzieren.

Wir haben das Windows Phone OS. Wir haben Windows RT und das vollwertige Windows. Wir werden nicht [immer] drei [Betriebssysteme] haben. Wir glauben an eine Welt, in der ein mobileres Betriebssystem existiert, das keine Risiken im Hinblick auf die Akkulaufzeit oder die Sicherheit birgt. Damit einhergehend büßt jedoch auch die Flexibilität ein. […]

Diese Zeilen sorgten verständlicherweise an vielen Stellen für Verwirrung, besonders bezüglich der Zukunft von Windows RT. Im Grunde genommen sagt Larson-Green allerdings nur, dass eine Einheit der Betriebssysteme angestrebt wird. Dieses Ziel vermittelte Microsoft bereits mit der Verkündung der „One Microsoft“ Strategie und diesen neuen Pfad wollen sie so schnell nicht aufgeben. Möchte man schließlich aus den getroffenen Aussagen eine annähernd verlässliche Prognose aufstellen, so müssen weitere Informationen herangezogen werden, denn zu diesem Thema erschöpft sich die Q&A Veranstaltung in den oben zitierten, teils vage formulierten Zeilen. Darüber hinaus erschließt sich aus ihnen nicht, ob Larson-Green sich konkret auf die Gerüchten zufolge geplante Zusammenführung von Windows Phone und Windows RT bezieht.

„Threshold“ kommt 2015

Die in der Windows-Welt etablierte und angesehene Journalistin Mary Jo Foley will hingegen Neuigkeiten bezüglich des angeblich im Jahr 2015 anstehenden Versionswechsels in Erfahrung gebracht haben. Demzufolge habe Terry Myerson, Leiter der Betriebssystemsparte bei Microsoft, kürzlich in einer internen Mail den Codenamen der im Frühjahr 2015 erwarteten „Updatewelle“ bezeichnet: „Threshold“ – ein aus Halo bekannter Gasplanet. Des Weiteren werde „Threshold“, soweit alles den Plänen gemäß verläuft, eine Reihe von Updates für die drei Betriebssystemplattformen Windows, Windows Phone und Xbox One enthalten und diese weiter zusammenführen.
Anders als die aus früheren Berichten bekannten Absichten in Bezug auf die Vereinheitlichung der Plattformen werde mit „Threshold“ ein neues Niveau in diesem Zusammenhang erreicht, was nicht zuletzt der Umfang dieser Updatewelle ermöglichen werde; so Foleys Quellen. Denn Threshold werde sich nicht nur auf der Betriebssystemebene, sondern auch im Bereich der Entscheidungsfindung, des IT-Managements und weiteren wichtigen Gebieten auswirken. Da es sich bei den in diesem Absatz genannten Angaben letztlich um Gerüchte handelt, sind sie – wie gewohnt – mit Vorsicht zu genießen. Es sei aber nochmals betont, dass Mary Jo Foley in aller Regel gut informiert ist und deshalb eine im Verhältnis verlässliche Quelle darstellt.


Quelle: Microsoft, ZDNet
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