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schmoose – eine Alternative zu WhatsApp?

Fast einen Monat ist es her, dass Facebook die Übernahme von WhatsApp bekannt gab. Daraufhin schwappte eine Welle der Empörung durch die deutsche Presselandschaft. Auch unter den Nutzern machte sich Unmut breit. Überall war zu lesen, dass man WhatsApp kollektiv den Rücken kehren wolle. Nun, da sich der Staub gelegt hat und die digitale Karawane weitergezogen ist, müssen wir feststellen, dass es sich nur um einen Sturm im Wasserglas gehandelt hat. Eine weitere Diskrepanz zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung. Die beiden kalifornischen Unternehmen müssen keinesfalls befürchten, dass ihnen die Felle davon schwimmen. Zwar konnten Alternativen wie Threema oder Telegram ihre Nutzerzahl vervielfachen, aber Facebooks teuerster Zukauf der Unternehmensgeschichte verzeichnet ebenfalls weiterhin ein stetiges Wachstum. Darüber hinaus werden nicht wenige Wechsler noch reumütig zurückkehren. Dies gebietet ihnen schon allein ihre Bequemlichkeit. Keiner möchte schließlich, so die landläufige Meinung, mehrere Messenger nutzen, um alle seine Kontakte erreichen zu können. Kein Wunder, ist Datenschutz doch ein Thema, für das ein Großteil der Bevölkerung kein Gespür besitzt. Schließlich hat man nichts zu verbergen, ist kein Terrorist beziehungsweise Krimineller oder hält sich und seine persönlichen Informationen für nicht wichtig genug.

schmoose – der vertrauenswürdige Elch

Wer von euch trotzdem noch auf der Suche nach einem Ersatz für WhatsApp ist, sollte sich zukünftig schmoose genauer anschauen. Wir wollten den Messenger in seinem jetzigen Stadium eigentlich nicht vorstellen, jedoch haben uns die sich häufenden Zuschriften eurerseits zum Umdenken bewogen.

Die Anwendung des gleichnamigen Unternehmens aus Luxemburg setzt auf eine hybride Ende-zu-Ende-Verschlüsselung; die Server stehen in Deutschland sowie anderen europäischen Ländern. Für die Registrierung wird eine gültige E-Mail-Adresse oder Mobilfunknummer benötigt. Das persönliche Telefonbuch wird nicht auf die firmeneigenen Server übertragen, sondern die Informationen werden lediglich in Form von Hashwerten für Suchanfragen verarbeitet. Ebenso könnt ihr Dritten über externe Kommunikationskanäle wie Telefon, E-Mail oder von Angesicht zu Angesicht (QR-Codes) eure schmoose-ID mitteilen.

Ähnlich wie beim Konkurrenten Threema, welchen viele Nutzer von Windows Phone herbeisehnen, sind allerdings Teile der Software proprietär. Somit muss man letztendlich dem Anbieter vertrauen, denn sowohl Backdoors als auch sicherheitsrelevante Fehler können nicht mit letzter Konsequenz ausgeschlossen werden. Für die Zukunft stellen die Entwickler in Aussicht, den Quellcode ihres Produktes „vertrauenswürdigen Personen mit einem soliden Hintergrund im Bereich Sicherheit zur Analyse und für Verbesserungsvorschläge zur Verfügung stellen“. Um wen es sich dabei handelt und wie vertrauenswürdig und kompetent diese Experten tatsächlich sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt hingegen nicht sagen. Zudem wäre ein einmaliges Audit nicht ausreichend, jedes einzelne Update würde ein erneutes bedingen. Andererseits nützt die schönste quelloffene Software nichts, wenn niemand diese regelmäßig unter die Lupe nimmt. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass die meisten WhatsApp nur aus dem Grund nicht weiter nutzen möchten, um zu verhindern, dass Facebook seine bereits jetzt vorhandenen, umfangreichen Personenprofile ergänzt. Eine hundertprozentig sichere Verschlüsselung ist vorerst nebensächlich.

Positiv hervorzuheben ist, dass der Anbieter auf ein tragfähiges Geschäftsmodell setzt. schmoose bittet die Nutzer, welche nicht mit der abgespeckten Gratis-Version vorliebnehmen möchten, mit 1,99 bzw. 3,99 Euro im Jahr zur Kasse. Dadurch ist das Unternehmen, im Gegensatz zu Messengern, die auf Einmalzahllungen setzen, nicht zu permanentem Wachstum verdammt, um seine Betriebskosten zu decken. Bleibt jedoch die Frage, ob der Plan aufgeht. Leben wir doch in einer Zeit, in der man den Eindruck gewinnen kann, dass ein Großteil der Nutzer von Smartphones ab einer Ausgabe in Höhe von 0,79 Euro zunächst den Kundenberater ihrer Hausbank konsultieren muss, um einen Finanzierungsplan auszuarbeiten.

Die Version für Windows Phone

Erfreulich und äußerst mutig finden wir die Entscheidung, sich zum Start auf Redmonds mobiles Betriebssystem zu konzentrieren. Das K.O.-Kriterium für Messenger ist Reichweite. Demnach werden aktuell selbst viele Fans der Kacheloptik davor zurückschrecken, schmoose eine Chance zu geben. Schließlich werden sie kaum jemanden erreichen. Immerhin soll die Version für Android im nächsten Monat erscheinen; konkrete Aussagen zu denen für iOS und Windows 8 gibt es keine. Daher lässt sich zurzeit leider nicht sagen, ob die plattform- und geräteübergreifende Synchronisation zufriedenstellend arbeitet. Eine Funktion, die sogar Microsofts Tochter Skype Probleme bereitet.

Die App, welche momentan eine deutsche Lokalisierung vermissen lässt, macht in ihrem frühen Stadium grundsätzlich eine gute Figur, obwohl es während unseres Tests zu wiederholten Abstürzen kam, das Live-Tile sich manchmal nicht ordnungsgemäß aktualisierte und noch wichtige Funktionen fehlen. So werden zum Beispiel Hyperlinks nicht als solche erkannt und auch der Versand von Videos ist nicht möglich. Dafür lassen sich allerdings bereits eigene Hintergründe nutzen. Genauso hat man die Wahl zwischen verschiedenen Benachrichtigungstönen. Kein schlechter Start, wenn man bedenkt, wie lange WhatsApp gebraucht hat, dies zu ermöglichen.

Wir wünschen dem Team hinter schmoose auf jeden Fall viel Erfolg!

Hinweis: Die ersten 10.000 Nutzer erhalten das Basis-Paket im Wert von 1,99 Euro für ein Jahr lang gratis. Ansonsten lässt sich die Anwendung dreißig Tage lang im vollen Umfang kostenlos testen.

Weitere Informationen: www.schmoose.ms

Herunterladen (kostenlos, In-App-Käufe) – Windows Phone 8

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Consultant. Outdoor-Sportler. Serienjunkie. Braucht Kaffee. Mag Bourbon und Habanos. Liebt Champagne-Powder.
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