Microsoft kündigt erweiterte Anti-Diebstahl-Funktionen für Windows Phone an

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Microsoft kommt seiner eigens aufgebürdeten Pflicht nach und kündigt eine wirksamere Diebstahlsicherung unter Windows Phone an.

Im Februar dieses Jahres formte sich in den USA auf gesetzgeberischer Ebene die Forderung nach wirksameren Vorkehrungen im Hinblick auf Smartphone-Diebstähle, woraus in den Folgemonaten die ersten Gesetzesentwürfe entstanden. Als Minnesota schließlich vor einem Monat als erster Bundesstaat ein entsprechendes Gesetz annahm, gerieten die Hersteller unter Zugzwang. Infolgedessen verpflichteten sich vor kurzem namhafte Vertreter der Smartphonebranche – wie etwa Samsung, Apple, HTC, Google, Microsoft und vier US-Netzbetreiber – zu Mindeststandards. Dies geschah mittels freiwilliger „Anti-Diebstahl Verpflichtungserklärungen„, deren Grundlage die CTIA initiierte. Damit kommen die Hersteller den Forderungen der Politik zwar grundsätzlich nach. Da es ihnen jedoch freistehen wird, das Anti-Diebstahl-Tool vorinstalliert auf jedem Gerät zur Verfügung zu stellen oder es den Nutzern zum kostenlosen Download anzubieten, ist die Kritik noch nicht ganz verklungen.

Das Ergebnis der Verpflichtung kündigte Microsofts Fred Humphries, Vizedirektor für U.S. Regierungsbelange, gestern im Technet-Blog  an. Demzufolge werden die Redmonder die im Windows Phone OS verankerte „Mein Handy finden“-Funktion mit einem Update versorgen, welches die Kriterien der CTIA-Erklärung erfüllt. Im Einzelnen werden somit die folgenden Neuerungen Einzug in das Betriebssystem finden, wobei diese wahrscheinlich zumindest teilweise auf aktuellen Funktionen aufbauen werden:

  • Persönliche Daten ferngesteuert vom Smartphone entfernen.
  • Die Funktionsfähigkeit des Smartphones für unautorisierte Nutzer aufheben, so dass lediglich die Notruffunktion bestehen bleibt.
  • Die Reaktivierung oder Einrichtung des Smartphones verhindern, sofern die Erlaubnis des berechtigten Nutzers fehlt.
  • Die Funktionsunfähigkeit rückgängig machen, wenn das Gerät wiedererlangt wird. Sollten alle Daten auf dem Smartphone gelöscht worden sein, lassen sich die in der Cloud gespeicherten Daten wiederherstellen.

Während die CTIA-Vereinbarung eine Umsetzungsfrist bis Juli 2015 vorsieht, möchte Microsoft das Update bereits vor dem Zeitpunkt für alle Geräte mit Windows Phone 8 (und höheren Betriebssystemversionen) veröffentlichen. Allerdings ergibt sich aus der Ankündigung nicht, ob es sich hierbei um ein internationales Update handelt. Denn die CTIA-Verpflichtungserklärung bezieht sich lediglich auf Smartphones, die in den USA verkauft werden. Hinzu kommt, dass Microsoft in dem Zusammenhang auf die erforderliche Freigabe durch den jeweiligen Hersteller/Netzanbieter hinweist – dies dürfte angesichts der regen Beteiligung am CTIA-Programm zumindest in den USA keine Probleme bereiten. In Ermangelung hinreichender Informationen, ist gegenwärtig nicht absehbar, wie sich die Situation in sonstigen Staaten darstellen wird.


Quelle: Microsoft | Bildquelle: hitekpals.com
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