Microsoft angeblich an einer Partnerschaft mit Cyanogen interessiert

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Microsofts CEO Satya Nadella hat einem Bericht von The Information zufolge Gespräche mit dem Software-Hersteller Cyanogen geführt. Während die Inhalte der Unterredung bisher ungewiss sind, reichen die Spekulationen von einer möglichen Akquise bis zu Plänen aufseiten Microsofts, die eigene Software in das alternative Betriebssystem zu integrieren.

Was ist Cyanogen?

Bei Cyanogen handelt es sich um ein kürzlich gegründetes Unternehmen, das schon seit längerem Custom ROMs für Android-Smartphones basierend auf dem AOSP-Code herstellt. Diese sind in der Android-Community durchaus bekannt und äußerst beliebt; bieten sie doch oftmals Features, von denen Stock Android-Nutzer nur träumen können. So bietet CyanogenMod die Möglichkeit, das Smartphone nach eigenen Wünschen anzupassen, enthält daneben keine Bloatware, wie Apps von Herstellern, Netzanbietern und Google-Play Dienste, und eine wesentlich bessere Performance sowie Akkulaufzeit. Zudem erhalten von Cyanogen unterstützte Geräte (offiziell rund 250, inoffiziell mindestens 150) über mehrere Jahre hinweg Softwareupdates auf die aktuellste Android-Version.

Seit dem Bestehen von CyanogenMod war das Betriebssystem auf AOSP-Basis eine großartige Alternative für erfahrene Benutzer, Modder und Hacker. Schließlich ist die Installation einer Custom ROM oftmals nicht von einem unerfahrenem Normalverbraucher zu bewältigen. Vor wenigen Monaten wurde Cyanogen ein selbstständiges Unternehmen, das mit dem chinesischen Hardwarehersteller Oppo auch einen ersten Partner gefunden hat. Aus dieser Partnerschaft sind zwei Geräte hervorgegangen, die als erste CyanogenMod vorinstalliert haben, nämlich das Oppo N1 sowie das OnePlus One.

Welchen Nutzen hat Microsoft von einer Partnerschaft?

Worum es genau bei diesem Gesprächen ging, ist selbstverständlich unbekannt. Es ist allerdings auch für einen Außenstehenden unschwer zu erkennen, was der Grund für das Interesse Microsofts in Cyanogen sein könnte. Die Redmonder befinden sich aktuell in einem Übergang vom reinen Software-Hersteller, der einzig und allein Geld mit Lizenzierungen an Unternehmen und Privantkunden verdient, zu einem Geräte- und Dienste-Konzern. Darauf verweist die immer tiefere Integration von Microsofts Online-Diensten in deren Betriebssystem, im Grunde aber auch der stetige Ausbau dieser Dienste selbst.

Durch eine Partnerschaft mit Cyanogen könnte Microsoft unter anderem seine Dienste in das Betriebssystem integrieren bzw. vorinstallieren lassen. CyanogenMod findet aufgrund der immer einfacher werdenden Installation langsam größere Verbreitung und könnte schon bald innerhalb der Grenzen von Android ernsthafte Konkurrenz für Google bedeuten. Der Konzern aus Mountain View besitzt allerdings dann immer noch die Kontrolle über den Play-Store und damit über praktisch gesehen sämtliche Android-Apps. Denn bei manueller Installation sind die Google Play-Dienste nicht unter CyanogenMod installiert, können allerdings nachträglich jederzeit geflasht werden.


via Neowin | Quelle: The Information | Bildquelle: computermagazine.it
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