Zusammengefasst: Umzug von Nokia nach Microsoft, neue Hardware, Office 16 & Threshold

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Microsoft zieht um – dies tut der Konzern allerdings nicht nur tatsächlich, sondern gibt den Umzug auf Nokias Webseite offiziell bekannt. Hierin ist die logische Konsequenz zur im April abgeschlossenen Akquise von Nokias Geräte- und Dienste-Sparte zu sehen, wobei beide Unternehmen die Öffentlichkeit bisher immer bloß teilweise an ihren Plänen teilhaben ließen. Jedenfalls besteht spätestens jetzt kein Zweifel daran, dass Microsoft sich auf lange Sicht von dem finnischen Markennamen abwenden wird. So verweist inzwischen annähernd jede Unterseite von nokia.com auf die Microsoft eigene Zielseite für das Lumia-Lineup. Diese enthält interessanterweise im Status quo nicht ein reines Microsoft Produkt, was sich aber im Zuge der internen Reformen durchaus ändern kann. Ansonsten steht die neue Seite für Nokia Lumia Produkte im Einklang mit der Designsprache der übrigen Produktseiten auf Microsoft.com, ist bereits jetzt in deutscher Sprache verfügbar und bietet Kategorien für  Produkte, Zubehör, Apps sowie Support.

Neues Zubehör-Lineup

Daneben stellten die Redmonder am vergangenen Dienstag neue Hardware vor: Dazu zählen der Xbox One Controller für den PC, die Arc Touch Bluetooth Mouse, die Wireless Mobile Mouse 3500 in einer Limited Edition und das wahrlich spannendste Gerät dieser Reihe, das Universal Mobile Keyboard.

Der  Xbox One Controller für den PC erscheint im November dieses Jahres für 59,95$ und wird Windows 7/8 unterstützen. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei nicht um eine Neuerung, der Xbox One Controller lässt sich nämlich schon jetzt in Verbindung mit dem PC nutzen, sofern die passenden Treiber installiert sind. Die „offizielle“ Version mit entsprechendem Kabel wird diese Treiber automatisch herunterladen und ist auch zur Konsole kompatibel. Die Arc Touch Bluetooth Mouse baut ihre Verbindung mit dem Zielgerät per Bluetooth 4.0 LE auf, unterstützt im Übrigen Windows 8, 8.1 und RT.

Den Abschluss bildet eine universelle Tastatur für mobile Endgeräte. Hierzulande wird die Universal Mobile Keyboard ab dem 6. Oktober 2014 zu einem unverbindlichen Verkaufspreis von 79,99€ erhältlich sein. Während der Preis im Vergleich zu anderen Markenprodukten dieser Art* nicht signifikant vom Durchschnitt abweicht, bietet die neue Tastatur eine außergewöhnliche Erweiterung, die ihrem universellen Charakter geschuldet ist: Mittels eines dezenten Wahlschalters lässt sich zwischen den Windows-, Android- und iOS-Modi wechseln, wobei Microsoft mit Nachdruck kommuniziert, dass ihre neueste Entwicklung sich nicht nur mit Tablets, sondern auch mit Smartphones versteht. Dass hiervon Windows Phone Smartphones ausgeschlossen sind, dürfte die wenigsten unserer Leser verwundern. Schließlich ist Microsofts Windows Phone OS ein geschlossenes System, das sukzessive geöffnet wird und aus diesem Grund bisweilen das Nachsehen hat. Dies ist aber nur ein vorübergehender Zustand, daran möchten wir – unter Wahrung unseres Optimismus – zumindest glauben. Denn Windows Deutschland ließ in einem Antwortbeitrag auf ihrer Facebook-Seite durchblicken, dass die Tastatur das Windows Phone OS „leider (noch) nicht“ unterstütze. Ein Trackpad besitzt die ansehnliche Tastatur übrigens nicht, da sie als universelles Produkt nur die Funktionen unterstützen soll, die gleichermaßen auf allen Plattformen existieren.

Office mit dunklem Farbschema & mehr

Schließlich feilt Microsoft auch an der eigenen Software: Diesbezüglich gibt es zwar (noch) keine offiziellen Ankündigungen, immerhin sind aber verlässliche Informationen zu den nächsten Office- und Windows-Versionen durchgesickert.

So berichtet The Verge, dass Microsoft derzeit die sogenannte „Office Technical Preview“ einem internen Test unterziehe und auch schon ersten Partnern bzw. Testern zur Verfügung gestellt habe. Die Office-Vorschauversion gewährt einen frühen Einblick in das, was sich Nutzern der umfangreichen Office-Lösung in Zukunft offenbaren könnte. Zu den wahrscheinlichen Neuerungen zählt beispielsweise das Hilfswerkzeug namens „Tell Me“, welches angesichts seiner Funktion an die aus alten Zeiten bekannte Büroklammer „Clippy“ erinnert. Tell Me dient der Hilfestellung im Umgang mit den Office-Anwendungen und wird unter der Titelleiste des jeweiligen Dokuments in Gestalt eines Eingabefelds platziert sein. Wer sich für die Funktion interessiert, kann diese sich schon jetzt unter Office-Online in Augenschein nehmen.

Des Weiteren wird neben den weißen, hellgrauen und dunkelgrauen Themen die Option bestehen, ein dunkles Theme für die Arbeitsfläche zu wählen. Ein „Black Theme“ ist bereits von Office 2010 bekannt, es fand aber keine zeitgemäße Umsetzung ihren Weg in Office 2013. Insofern ist der Entschluss als langersehntes Comeback zu begrüßen. Ansonsten stattet Microsoft Office mit der Fähigkeit aus, eingefügte Bilder anhand ihrer Metadaten automatisch bzw. entsprechend der vorgesehenen Ausrichtung zu drehen. Selbstverständlich wird sich die Ausrichtung der Bilder im Anschluss von Hand anpassen lassen. Zudem erhält Outlook die Option, lediglich Emails der vergangenen 24 Stunden, 3, 7 oder 14 Tage herunterzuladen. Vor dem Hintergrund des aktuellen Mindestwerts von einem Monat, wird die Neuerung vornehmlich Nutzern von Geräten mit verhältnismäßig wenig Speicherplatz zugutekommen.

Windows erhält Windows Phone-Features

Mit Threshold folgt Microsoft unstreitig einem Desktop-freundlichen Pfad, schmälert indessen nicht das Nutzererlebnis auf Touchgeräten. Die Intention ist offensichtlich, eine Windows-Version auf den Markt zu bringen, die die Augen vor der Realität in Unternehmen und gewissen Nutzergruppen nicht verschließt. Stattdessen wird sich das nächste Windows – dessen finaler Name bisher unbekannt ist – an die hardwarebedingten Gegebenheiten anpassen. Neben den Neuerungen, die wir in zahlreichen Berichten herausgearbeitet haben, ist Paul Thurrott von Winsupersite nun auf weitere interessante Funktionen in der Build-Version 9841 gestoßen. Es sei vorweggenommen, dass Vorschauversionen grundsätzlich dem stetigen Wandel unterliegen, weshalb die hier vorgestellten Neuerungen nicht zwingend ihren Weg in die finale Version finden werden.

Beispielsweise hat Microsoft das Herzstück von Windows, den Datei-Explorer, mit praktischen Änderungen versehen: Dieser enthält zusätzlich zu den „Dieser PC“, „Favoriten“ etc. Ansichten einen „Home“-Bereich, in dem alle für den Nutzer relevanten Ordner, Laufwerke, Favoriten und Dateien gelistet werden. Mit anderen Worten: Home sammelt die zuletzt oder am häufigsten geöffneten Ziele und bietet dementsprechend einen schnellen Zugriff auf diese. Hinzu kommt eine neue „Share“ (dt.: Teilen) Taste in der Titelleiste, die in Kombination mit Modern-UI Apps das Teilen von ausgewählten Inhalten ermöglicht. Richtig, das Feature ist unter Windows Phone seit jeher verfügbar und wird gewiss auch in der kommenden Windows-Version ihre Berechtigung haben.

Überdies erfahren auch die Modern-UI Apps einen Wandel innerhalb der Windows-Umgebung. Wie wir wissen, werden diese künftig nicht lediglich in der Vollbildansicht, sondern auch in flexiblen Fenstern ausführbar sein. Diese Option forderten nicht nur zahlreiche Leser, auch im Allgemeinen war das Feedback dahingehend von großem Gewicht. In der aktuellen Build ist diese Möglichkeit bereits verfügbar, jedoch erweitert um einen von Windows Phone bekannten Zusatz: Eine neue Optionstaste („…“) reiht sich neben die übrigen Kontrolltasten der Fenster. Die drei Punkte beherbergen zum einen App-gebundene Aktionen, zum anderen Systembefehle, die bisher in der Charmsleiste zu finden waren. Allerdings sei dies nicht gleichbedeutend damit, dass die Charmsleiste vollumfänglich gestrichen wird, wie bisher teilweise angenommen. Sie lasse sich nämlich per Toucheingabe wie gewohnt erreichen, ist folglich nur auf Geräten mit Tastatur und Maus versteckt.

Zu guter Letzt beleuchtet Thurrott das sogenannte „Windows Insider Preview Program“, über das registrierte Nutzer jederzeit ihr eigenes Feedback weiterleiten können. Sie werden aber auch regelmäßig mit aktuellen Vorschauversionen versorgt. So wird die Feedback-Anwendung diverse allgemeine Kategorien (wie etwa Apps, Hardware und Geräte, Download und Installation etc.) bereitstellen, über die das konkrete Thema anzusteuern ist. Interessant ist insbesondere, dass auch das Feedback der anderen Insider einsehbar und erweiterbar ist. Alternativ dürft ihr selbstverständlich eigenes Feedback einreichen, welches sich übrigens mithilfe von Screenshots und Zusatzinformationen ausgestalten lässt. Um tatsächlich hinreichende Rückmeldungen zu generieren, regt Microsoft den Nutzer über situationsabhängige Toast-Benachrichtigungen (s.o.) dazu an, seine Eindrücke zu teilen.

Video zum Universal Mobile Keyboard


Quellen: Microsoft, The Verge, Winsupersite | * = Hierbei handelt es sich um einen Affiliate-Link.
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? Nerd. ☕ Kaffeejunkie. ⚖️ Hamburger Rechtsanwalt für IT-Recht und Datenschutzrecht, außerdem Vergaberechtsanwalt.

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