Zusammengefasst: Neueste Windows 10-Build erhitzt Gemüter, Denim-Update kommt Januar 2015 & mehr

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Schon zu Beginn dieser Woche tut sich einiges an der Microsoft-Front, was wir zum Anlass nahmen, die relevantensten Neuigkeiten in einem zusammenfassenden Artikel aufzubereiten. Den Anfang macht Microsoft mit der OneDrive-Integration in der neuesten Windows 10 (TP)-Build: Wesentliche Änderungen stießen nämlich auf teils harsche Kritik. Anschließend werden wir auf den gegenwärtigen Informationsstand zum Denim-Update eingehen und außerdem die Neuerungen darstellen, welche im Zuge des nächsten Firmware-Updates das Surface Pro 3 erreichen werden.

OneDrive-Integration: Microsoft übt den Pilgerschritt

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Microsofts Wege sind in der Vergangenheit des Öfteren unergründlich gewesen, trennte das Unternehmen und seine Endkunden doch ein unsichtbarer Wall des Schweigens. Dahingegen ist seit der Einführung von Windows (Phone) 8 von diesem Umstand kaum mehr etwas zu spüren, was zum größten Teil den zahlreichen Feedback-Kanälen des Redmonder Konzerns geschuldet ist. Über ebendiese äußerte sich Microsoft vor wenigen Tagen zu einem Thema, das für viel Verwirrung sorgte: Die OneDrive-Integration unter Windows 10. Mit der Veröffentlichung der Build-Version 9879 der Windows 10 Technical Preview hat Microsoft nämlich die mit Windows 8  eingeführten „Smart Files“ abgeschafft und setzt nunmehr auf die „selektive Synchronisierung“, die bereits unter Windows 7 vorzufinden war.

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Der Smart Files-Ansatz unterscheidet sich von der selektiven Synchronisierung dahingehend, dass erstere Methode die gesamten OneDrive-Daten auf dem genutzten Gerät anzeigt, selbst wenn nicht alle Inhalte  synchronisiert werden. So werden die nicht im lokalen Speicher verfügbaren Dateien in Gestalt von Platzhaltern (Miniaturbilder etc.) dargestellt. Dagegen bildet die aktuell gewählte Methode der selektiven Synchronisierung lediglich die Daten auf dem lokalen Speicher ab, die auch tatsächlich (offline) verfügbar sind. Diese Entscheidung sorgte teilweise für Verwunderung und brachte Rufe wie „Das ist sehr gewöhnungsbedürftig!“ oder „Ich will meine Smart-Files zurück!” zu Tage, während sich im UserVoice-Forum für Windows mittlerweile 6.464 Stimmen angehäuft haben.

Was im ersten Augenblick einem willkürlichen Rückschritt zu ähneln scheint, ist tatsächlich das Resultat des Nutzer-Feedbacks und teilweise technisch erforderlich. So ist zumindest die Antwort des Microsoft-Mitarbeiters Ning Jin-Grisaffi zu verstehen: Demnach sei man sich über die Vorteile der Smart Files durchaus im Klaren, aus dem überwiegenden Feedback der Nutzer gehe aber hervor, dass das Smart File-Konzept eher Verwirrung denn Nutzen stifte. Dies aus dem simplen Grund, dass die Betroffenen auf sichtbare Dateien – entgegen ihrer Erwartung – nicht zugreifen können, wenn sie nicht mit dem Internet verbunden sind. Darüber hinaus kommt es zu Problemen mit gewissen Programmen, die mit den Platzhaltern nur bedingt umgehen können. Also entschied sich Microsoft für einen Schritt zurück und folglich einen kleinen Neuanfang, der die Verlässlichkeit des OneDrive-Dienstes in allen Szenarien sichere. Die selektive Synchronisierung spielt hierbei eine wesentliche Rolle, wird aber stetig um weitere Komponenten erweitert. Zu diesen zählen beispielsweise die Möglichkeit,  selbst nicht lokal synchronisierte Inhalte unmittelbar über die Windows-Suchfunktion erreichbar sein. Außerdem werden Schlüsselfunktionen der Smart Files Einzug in erhalten, womit unmissverständlich klargestellt wird, dass der Status quo sich nicht im Stillstand befindet.

[…] So, we stepped back to take a fresh look at OneDrive in Windows. The changes we made are significant. We didn’t just “turn off” placeholders – we’re making fundamental improvements to how Sync works, focusing on reliability in all scenarios, bringing together OneDrive and OneDrive for Business in one sync engine, and making sure we have a model that can scale to unlimited storage. In Windows 10, that means we’ll use selective sync instead of placeholders. But we’re adding additional capabilities, so the experience you get in Windows 10 build 9879 is just the beginning. For instance, you’ll be able to search all of your files on OneDrive – even those that aren’t sync’ed to your PC – and access those files directly from the search results. And we’ll solve for the scenario of having a large photo collection in the cloud but limited disk space on your PC.

Longer term, we’ll continue to improve the experience of OneDrive in Windows File Explorer, including bringing back key features of placeholders. So keep the feedback coming. We’re working every day to improve OneDrive, and customer feedback is a hugely important part of that.

Zum Zwecke der Präzision verzichten die Redmonder übrigens auch auf die OneDrive-ModernUI App. In der Folge werden die Einstellungen nicht mehr über mehrere Umgebungen, sondern einheitlich über das OneDrive-Symbol in der Taskleiste erreichbar sein. Wie wir sehen dient dieser vermeintliche Rückschritt letzten Endes der Verbesserung des OneDrive-Erlebnisses und da weiterhin nur die Vorschauversion von Windows 10 von den Änderungen betroffen ist, möchten wir (noch) nicht den Teufel an die Wand malen.

O2 England: Denim-Update kommt Januar 2015

Lumia Denim

Neben OneDrive für Windows rückte aber auch das Denim-Update für Lumia Smartphones mit Windows Phone 8 in den Mittelpunkt. Laut Microsofts Pressemeldung werden alle Lumia Smartphones mit Windows Phone 8.1 „im Laufe des vierten Quartals“ mit Denim versorgt, gleichzeitig wird aber auf die erforderlichen „Tests und Freigaben“ der Partner verwiesen. So weit der offizielle Standpunkt. Seit Kurzem macht zusätzlich das Gerücht die Runde, demgemäß  die Verteilung der Aktualisierung noch vor Ende dieses Monats für die ersten Geräte beginne. Dabei werden die Lumias 930 und 830 und anschließend das 1520 als die ersten Smartphones konkret genannt – es sollen jedoch keine Infos zu den Regionen oder Netzanbietern vorliegen. Laut NokiaPowerUser sei jedenfalls davon auszugehen, dass die Verteilung an alle Lumias mit Windows Phone 8 ca. zwei Monate in Anspruch nehmen wird. Damit deckt sich grundsätzlich eine offizielle Stellungnahme zum Denim-Update (und GDR1) in der O2 England-Community. Hiernach habe Microsoft die Updates noch nicht an den Netzanbieter weitergegeben, weshalb mit einer Verteilung vor Januar des nächsten Jahres nicht zu rechnen sei.

It’s coming, but we’re not expecting Microsoft to release these this year we’re afraid, though you should start seeing them push out to Lumia devices in early 2015… Very early – January at present is what’s looking likely.

We’re on standby – as soon as Microsoft are ready to send us these updates for testing & approval, we’ll get right on it as quickly as possible. As soon as this process is finished, we’ll release the update back to Nokia for the final part – pushing it to you guys, our customers.

Hierbei handelt es sich allerdings um die Stellungnahme lediglich eines Netzbetreibers, weshalb die oben gewonnenen Erkenntnisse nicht verallgemeinert werden sollten. Schließlich heißt es bei NPU, dass die Verteilung insgesamt zwei Monate dauern werde, womit auch Januar 2015 in das Zeitfenster fällt.

Surface Pro 3: Firmware-Update & seine Bestandteile

Surface Pro 3 Rückseite seitlich

Schließlich veröffentlichte Microsoft gestern das Änderungsprotokoll, das die Bestandteile des nächsten Firmware-Updates für das Surface Pro 3 aufschlüsselt. Demzufolge wird das Gerät unter anderem nicht mehr in Situationen über die kapazitive Windows-Taste oder den Eingabestift aufgeweckt, in denen das Gerät nicht in Gebrauch ist. Zudem wird die Systemuhrzeit nicht mehr dadurch verfälscht, dass die Akkukapazität unter drei Prozent fällt. Doch auch die WLAN-Verbindung gewinnt an Stabilität. Die letztgenannte Änderung betrifft unter Umständen nicht jeden Surface Pro 3-Nutzer, jedoch erreichten uns in der letzten Zeit viele Leser-Mails, die das gleiche Problem zum Inhalt hatten: Erwacht das Surface Pro 3 aus dem Energiesparmodus, verbindet es sich nicht automatisch mit dem Internet, es bedarf vielmehr des Aus- un Einschaltens der Verbindung. Empörung über derartige Fehler ist in der Tat gerechtfertigt, beeinträchtigen sie doch die tägliche und insbesondere zuverlässige Arbeit mit dem teuren Hybriden. Umso erfreulicher ist es, dass die vorgenannten Punkte sowie weitere Fehler in Kürze beseitigt werden. Im Folgenden das gesamte Änderungsprotokoll in englischer Sprache:

Surface Pro UEFI update (v3.11.350.0) 

Resolves scenarios where the device will boot to a black screen if McAfee Defense Encryption 7.1.1 is installed.
Optimizes the FWPOST time to 3.7 seconds with the fast boot enabled.
Prevents situations where system clock loses time when battery falls below 3%.

Surface Home Button driver update (v2.0.1174.0)

Along with the pen update below, this helps prevent scenarios where device may accidentally wake up from sleep while being stored or carried.

Surface Pen Settings driver update (v2.5.14.0)

Along with the home button driver update above, this helps to prevent scenarios where the device may accidentally wake up from sleep while being stored or carried.

Wireless Network Controller and Bluetooth driver update (v15.68.3066.135)

Enables better throughput after waking from sleep and connecting to an 802.11AC network.
Ensures Infra scan list is not empty while connected to a wireless display adapter.
Resolves an issue connecting to Cisco 1242 access points.
Ensures device reconnects properly to a hidden SSID using a 5Ghz DFS channel after waking from sleep.
Adds customer-requested functionality to prefer 5Ghz connections when both a 2.4ghz and 5ghz connection are present with the same SSID.


Quellen: Microsoft & UserVoiceO2 & NokiaPowerUser, Surface Team | Bildquelle (OneDrive): hansbrender.wordpress.com
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? Nerd. ☕ Kaffeejunkie. ⚖️ Hamburger Rechtsanwalt für IT-Recht und Datenschutzrecht, außerdem Vergaberechtsanwalt.

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