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Microsoft Azure Twitter-Kampagne geht wegen Shitstorm nach hinten los

Microsoft Entwickler Stereotyp Shitstorm

Bei einem Teil der jüngeren technologieaffinen Generation genießt Microsoft seit jeher einen Ruf als „Big Brother“, den man sich in den Anfangszeiten des Internet Explorers verdient hat und seitdem nicht mehr losgeworden ist. Dementsprechend reagieren sich diese Nutzer in den sozialen Netzwerken am Unternehmen ab, denn wer kennt nicht die altbekannten Bluescreen-, Internet Explorer- oder generellen Windows-Witze, die unter praktisch jedem Beitrag von Microsoft zu finden sind und allmählich ihren witzigen Charakter verlieren.

Bei einem dieser Beiträge handelt es sich um Cartoons, welche das Team hinter dem offiziellen Twitter-Account von Microsoft Azure kürzlich veröffentlichte. Darin gezeigt wird unter anderem ein stereotypischer Entwickler, wie man sich ebendiesen klischeehaft vorstellt: Unordentlich, faul (die Liste ließe sich beliebig erweitern) und männlich. Und Letzteres war dann natürlich ein Problem.

Einige Twitter-Nutzer begannen sofort, ihren Unmut über die Comicreihe kundzutun, welche eine Frau „lediglich“ in der Marketing-Abteilung abbildete. Microsoft würde dadurch Stereotype verstärken und die Diversität in der Technologie-Branche behindern, lautete der Vorwurf einiger Nutzer.

Werbung mit (falschen) Klischees ist im Marketing üblich, stets werden Gruppen mit ähnlichen bzw. auch positiven Eigenschaften übergeneralisiert, um Kunden das Produkt näherzubringen. Apple wirbt mit einem Premium Image, BlackBerry versucht seriöse Unternehmer und Start-Up Gründer anzusprechen und Microsofts Azure-Team eben Entwickler, lediglich auf eine humoristische und pauschalierende Weise. Wer sich damit nicht identifizieren kann, wo das Geschlecht ohnehin nachrangig ist, gehört möglicherweise einfach nicht zur Zielgruppe. Die Beschwerde der Shitstormer richtete sich nämlich auch nicht gegen die stereotypische Frau in der Marketing-Abteilung.

Üblicherweise gibt es bei solcher Werbung meist keine Aufregung, allerdings hat Microsoft eine recht aktive „Hater-Gemeinde“, die keine Möglichkeit auslässt, um auf vermeintliche Missstände hinzuweisen und daher sah sich das Unternehmen gezwungen, die Comics zu löschen. Menschen, die sich vom Stereotyp ausgeschlossen fühlten, hätten ein Recht, sich gegen das betreffende Unternehmen aufzulehnen, hieß es von Unterstützern der Welle der Empörung. Und man hätte es sicher besser wissen müssen, denn bei solchen stereotypischen Abbildungen gibt es immer jemanden, der sich davon beleidigt fühlt.

Denn an dieser Stelle eilt Microsoft leider sein eigener Ruf voraus und man wirkt vor allem bei jungen Nutzern konservativ und langweilig, was wohl dem Fokus auf Geschäftskunden geschuldet ist. Erst in den letzten Monaten wird Microsoft wieder angesagt und bis dies bei allen Nutzern ankommt, wird einige Zeit vergehen.

In Sachen Diversität ist Microsoft nämlich alles andere als ein Nachläufer, sondern einem Bericht der Investmentgesellschaft Calvert zufolge rangieren die Redmonder unter den Top 100 Unternehmen der Standard & Poor’s-Liste auf den obersten Rängen. Selbst erklärt man gleichwohl regelmäßig, dass noch viel Arbeit bevorsteht und man dafür auch bereit sei, einiges zu tun.

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"Entdeckung besteht darin, den gleichen Gegenstand wie alle anderen zu betrachten, sich aber etwas anderes dabei zu denken."
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