Steve Ballmer über den Wettbewerb mit Amazon und Apple

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Steve-Ballmer-Titelbild

Steve Ballmer ist als ehemaliger CEO von Microsoft schon länger dafür bekannt, sich sehr leidenschaftlich und mit viel Enthusiasmus für ‚sein‘ Unternehmen einzusetzen. In einem neuen Interview verrät er nun, wie es um Microsoft und den Wettbewerb zu Amazon und Apple bestellt ist.

Wettbewerb mit Amazon

Angesprochen auf das Verhältnis von Microsoft und Amazon verriet Steve Ballmer, dass die Expertise und der Wille nach Innovation fester Bestandteil der Microsof-DNA sei. Er glaube, eine ähnlich tief verankerte Kultur gebe es auch bei Amazon.

Microsoft’s culture is very strong. Harddriving, people are really focused on changing the world, people work very hard. I believe the same is true with Amazon.

Gleichzeitig geht aus dem Inteview deutlich hervor, dass Steve Ballmer Microsoft nach wie vor als besseren Arbeitgeber sieht. Wir berichteten bereits ausführlich, dass Microsoft auch unter diesem Gesichtspunkt große Anstrengungen unternimmt. So soll es zwar einen regen Austausch von Mitarbeitern zwischen den Konzernen geben. Da Amazon Ingenieuren mit Innovationswillen jedoch weniger Entfaltungsmöglichkeiten biete, könne man sich darauf verlassen, dass an Amazon verlorene Fachkräfte nach ein bis zwei Jahren wieder zurückkehrten.

I think they are a place where people don’t want to work. Anybody who ever left at Microsoft, we could count on them coming back from Amazon. We could count on them coming back within a year or two because it’s just not a great place to work to do innovative stuff as an engineer.

Der härteste Konkurrenzkampf findet wohl in den cloudbasierten Dienstleistungen statt – zwischen den Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure. Doch auch wenn es um den Nachwuchs und die Fachkräfte geht, herrscht (wie bereits kurz angeschnitten) starker Wettbewerb. Schließlich sind Amazon und Microsoft die zwei größten Arbeitgeber im Technologiebereich rund um Seattle.

There is intense competition between Microsoft and Amazon. Both AWS versus Microsoft’s Azure. There is also intense competition just in the city as Seattle.

Wettbewerb mit Apple

Für den Wettbewerber aus Cupertino hatte Steve Ballmer bereits in seiner Amtszeit klare Worte gefunden und sich fest vorgenommen, dem Konkurrenten keine Felder zu überlassen.

Nicht die Consumer Cloud. Nicht Hardware- und Software-Innovation. Wir überlassen nichts davon Apple. Das wird nicht passieren. Nicht mit uns.

Und trotzdem lobt er den Wettbewerb. Schließlich habe Steve Jobs das Unternehmen zu dem wertvollsten Konzern weltweit geführt und dabei eine Vielzahl an Innovationen hervorgebracht. Und er fügt bei, dass es Apple ohne die damalige Investition von Microsoft vermutlich gar nicht in dieser Form gegeben hätte und scherzt, dass es wohl „das Verrückteste sei, das Microsoft jemals getan hat“.

They’ve done a great job. […] I think you have to go back to […] 1997 when Steve came back, when they were almost bankrupt. We made an investment […] in a way you could say that might have been the craziest thing we ever did. They’ve taken the foundation of great innovation, some cash and they turned it into the most valuable company in the world.

No one else has really tried to compete with them anymore really seriously in hardware. I mean who is really going after the Mac, who is really going after the iPad? You could basically say Microsoft and Samsung. And Microsoft is the only who has the software and hardware capabilities. So if there is any competition at all for Apple it comes from Microsoft. And I believe in it.

Obgleich laut Steve Ballmer nur Microsoft und Samsung das Potential haben, in den Wettbewerb mit Apple zu treten. Die OEM-Partner sollte man nicht außen vor lassen: Dell hat mit dem XPS 15 und Lenovo mit ihren neusten Produkten auch starke Geräte geschaffen.

In dem aktuellen Interview geht es Steve Ballmer inzwischen gar nicht mehr darum, mit Apple in allen Geschäftsfeldern in Konkurrenz zu treten bzw. sie zu schlagen. Vielmehr gehe es inzwischen und im Gegensatz zu seiner vorherigen Aussage darum, bei Innovationen und neuen Hardwarekategorien als Erster einen Fuß in der Tür zu haben.

A Surface Book is not either an iMac or an iPad. But it’s a new category. It’s an innovative category. And the truth of the matter is who is gonna get to those categories first – Microsoft or Apple? But those are the only two companies who have that software-hardware-skill.

Wo Microsoft im Bereich des Surface Book und der HoloLens Vorreiter ist, müssen sie sich in der Automobilbranche jedoch warm anziehen. Schließlich sehen viele Analysten Apple in ein paar Jahren als Standard an.

Das gesamte Interview entnehmt ihr dem Video unter diesem Link.


(Bild-)Quelle(n): Bloomberg Business via The Next Web via Microsoft News

Über den Autor

Windows Insider MVP • Dynamics 365 • Power Platform • Azure • Office 365

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CopyConstructor
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CopyConstructor

Warum wird eigentlich nicht um den Haupt-Konkurrenten: Google!! eingegangen?

PhJo2310
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PhJo2310

Also das mit dem connected Car wird nen harter Knochen!
Langsam sollte Microsoft da auch mal aktiv werden…

Dustynation
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Dustynation

Die haben schon verloren. Apple und Android sind auch da beliebter bei den Herstellern.
Es sei denn, Microsoft bietet ein besseres und günstigeres Konzept.
Schau nur mal, wie viele Möglichkeiten es gibt sein iPhone mit dem Auto zu verbinden (Apps, Docking etc.).
Wobei ich mich immer frage, warum iOS bevorzugt wird, wobei doch Android weiter verbreitet ist … manchmal alles nicht „ganz“ nachvollziehbar -.-

Knight
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Knight

Mir würde ein vernünftiger Naviceiver mit W10 schon reichen oder ich muss ein Handy fest in ein 2DIN-Gehäuse mit externer Endstufe löten. 😁

EffEll
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EffEll

Einfach Chinch in die Endstufe und Klinke ins Handy. Somit sollte eigentlich auch das Radio des Handys funktionieren. Dann noch Stromverbindung herstellen und fertig. Löten kannst du dir sparen. So kannst du das Handy auch beim aussteigen mitnehmen

cherubium
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cherubium

Kein erwachsener Mensch hat eine endstufe im Auto. Sowas haben nur twens (der ich natürlich auch mal war mit alem, was dazu gehört) und autotuner freaks

EffEll
Mitglied
EffEll

Ach, ist das so? Relativ klein dein Horizont. Viele Hersteller bieten sowas ab Werk an. Ich hatte in meinem letzten Auto eine spezielle Endstufe angepasst auf den originalen Naviceiver verbaut, inklusive hochwertiger Komponenten in den originalen Einbauplätzen, komplett mit Alu-Butyl gedämmt, da ich auch im Auto keine Abstriche machen möchte und mir das Infinity System klangtechnisch nicht zusagte. Weder war das Auto nachträglich getunt, noch bin ich unter 30. Es gibt genug audiophile „Erwachsene“ (höchstwahrscheinlich ausschließlich). Übrigens sieht man davon nichts, das Radio ist ja original.
Außerdem habe ich ihm nur eine Alternative genannt, da er ein Handy einlöten wollte.

Knight
Mitglied
Knight

Das mit dem Löten war auch eher scherzhaft gemeint und selbst ein normales Autoradio braucht eine Endstufe/Verstärker oder wie sollten sonst die eingebauten Lautsprecher mit Saft versorgt werden? 😊
Wenn es sowas wie ne Docking für Kfz gäbe wäre das natürlich auch toll. Handy nur vorn dran klicken wie ein abnehmbares Frontpanel.

EffEll
Mitglied
EffEll

Es geht darum, das die eigebauten Verstärker oft keine Eingänge haben. Heutzutage ist ein Klinkenanschluss aber eh Standard und BT auch.
Das würde keiner herstellen. Die Kosten würden die Margen weit übersteigen

Wunderheiler
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Wunderheiler

iOS wird bevorzugt, weil da (im AppStore) 80% mehr umgesetzt wird als in PlayStore.

Deswegen finde ich es eher verwunderlich, warum Microsoft sich so auf die Umsatzschwachen (Geräte und Länder) fokussiert hat. Hoffentlich ändert sich das endlich.

winwin
Mitglied
winwin

Schon mal was von Here gehört? Damit hat Microsoft schon ein Bein im Auto. Auch, obwohl die Software an die Autoindustrie ging. Ich würde im übrigen kein Auto kaufen, dass nicht mit einer Schnittstelle für mein Microsoft Smartphone ausgestattet ist. Ich habe schon lange nicht verstanden, warum diese redundante Technik sein muss. Mein Smart ist mit Technik nicht schlecht ausgestattet. Aber die Audio-Anlage und der Navi bleiben weit hinter den Möglichkeiten eines Smartphones zurück. Und mit dem 950 wird der Abstand noch größer. Ich brauche einfach nur anstelle des Platzes für diese Geräte ein Dock, das nach Möglichkeit auch Continuum… Read more »

winwin
Mitglied
winwin

Bzw. nicht nur fürs Business Car, z.B. wenn das Smartphone per Continuum mit dem Monitor hinten in der Kopfstütze verbunden ist. Da kann man sich verschiedene Nutzungsszenarien vorstellen…. sowohl fürs Kind (mit oder ohne eigenem Windows 10 Phone, dann von einem zentralen Windows10 Phone gesteuert) als auch für den Erwachsenen (Business und privat).

XMode
Mitglied
XMode

Wieso sollte Microsoft durch here ein Bein im Auto haben? Die Software und auch der Markenname waren zum Zeitpunkt des Verkaufs im Übrigen in Besitz von Nokia.

winwin
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winwin

Man verbindet mit Here nach dem Kauf von Nokia doch schon eher Microsoft. Schließlich ist Here im neuen Windows Store noch kostenfrei erhältlich. Ich weiß allerdings auch nicht welche Auswirkungen der Verkauf auf Updates hat und wie lange. Gegenwärtig erhalte ich noch Updates.