Trübe Eindrücke: Microsofts Produktiv-Apps unter Android & Zahlen eines Spielestudios

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SurveyMonkey wird vielleicht dem ein oder anderem unserer Leser ein Begriff sein. Das Unternehmen bietet seinen Kunden die Möglichkeit, eigene Online-Umfragen zu erstellen und diese, nicht zuletzt mithilfe diverser Partner, auswerten zu lassen. Eine dieser Umfragen hatte zum Ziel, die monatliche Anzahl der Nutzer der Produktiv-Anwendungen von Microsoft sowie Google unter Android zu ermitteln. Ohne darüber zu diskutieren, ob und inwieweit die Ergebnisse repräsentativ sind (zumal sie sich nur auf den US-Markt beziehen), halten wir sie auf jeden Fall für erwähnenswert. Auf der einen Seite bestätigen sie nämlich unser momentanes Bauchgefühl, während sie uns auf der anderen trotzdem überrascht haben.

Denn Mountain View geht als glasklarer Sieger aus dem Vergleich hervor. Während im April 2016 rund 97 Millionen Nutzer die Gmail-App verwendeten, machten von Outlook (ehemals Acompli) nur circa 6 Millionen Gebrauch. Dies allein sollte noch niemanden verwundern. Abgesehen davon, dass Google durch die Bank weg brauchbare Produkte anbietet, gibt es keine „Killer-Funktion“, die für einen der beiden Freemailer spricht. Von daher ist anzunehmen, dass wer sowieso ein Google-Konto eröffnen muss, dieses auch für seinen E-Mai-Verkehr verwendet. Ähnliches ließe sich eventuell auch noch über den Bereich „Cloudspeicherdienste“ sagen. Zu Google Drive (47 Millionen) griffen rund zehnmal mehr Nutzer als zu OneDrive (4,9 Millionen).

Genau im Auge hingegen sollte Redmond die Entwicklung seiner Office-Apps behalten. Trotz der marktbeherrschenden Stellung im Desktop-Bereich, der Kooperation mit vielen Herstellern von Android-Smartphones (zum Beispiel mit Samsung), der Fokussierung auf die „Mobile first, cloud first“-Strategie sowie diverser Lockangebote für Office 365 ist es nicht gelungen, den Wettbewerber zu verdrängen. Den 24,6 Millionen Nutzern von Google Docs stehen nur 4,6 Millionen von Word gegenüber. Ebenfalls entschied Google Sheets das Duell mit Excel für sich – 2,9 zu 1,4 Millionen Nutzern.

Schon im April letzten Jahres, als Satya Nadella stolz verkündete, dass die Office-Apps weltweit unter iOS und Android bereits über 100 Millionen Downloads verzeichnen konnten, gaben wir folgendes zu bedenken:

Natürlich ist diese Zahl nicht gleichbedeutend mit der Anzahl der regelmäßigen Nutzer. Genügend dürften die Anwendungen nur zu Testzwecken installiert und danach wieder von ihren Geräten entfernt haben. Ebenso wenig gibt sie Auskunft darüber, wie viele zahlende Kunden Microsoft aufgrund der Verfügbarkeit der Apps hinzugewinnen konnte. Die Basisfunktionen lassen sich schließlich kostenlos nutzen.

Zwischenfazit: Google ist im (mobilen) Produktivbereich langfristig keineswegs so ungefährlich, wie es von mancher Seite gerne kolportiert wird. Ebenso wenig haben wir mit einem so großen Abstand gerechnet. Grund zur Panik besteht dennoch nicht. Der Geschäftsbereich „Office 365“ entwickelt sich positiv.

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ustwogames mit ernüchternden Zahlen

Wenden wir uns noch kurz dem leidigen Thema „Apps“ zu. Die Entwickler des preisgekrönten Monument Valley haben zum zweijährigen Jubiläum einige Kennzahlen veröffentlicht. Insgesamt wurden mit dem Spiel bisher rund 15 Millionen US-Dollar umgesetzt. Davon stammt allerdings lediglich ein Prozent aus dem Windows Store. Selbst Amazons App-Shop ist mit 3 Prozent somit eine bedeutendere Vertriebsplattform. Natürlich lassen sich anhand einer einzigen App nur bedingt Rückschlüsse ziehen. Das Liedchen „Der Marktanteil kann uns egal sein, wir sind nichtsdestotrotz Millionen von zahlungskräftigen Kunden“ sollte mancher Fanboy jedoch vielleicht etwas leiser anstimmen.


(Bild-Quelle(n): Computerworld, ustwogames

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Consultant. Outdoor-Sportler. Serienjunkie. Braucht Kaffee. Mag Bourbon und Habanos. Liebt Champagne-Powder.

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