Die Rettung von Windows 10 Mobile erfordert eine neue Produktkategorie à la Surface

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Microsoft hat uns Windows Phone-Nutzer nun ein Jahr lang im Dunkeln tappen lassen. Zu Beginn des Jahres wurde uns erklärt, es 2016 würde nicht das Jahr von Windows 10 Mobile sein, was das allerdings bedeutete, wurde uns erst später klar. Die Plattform wurde weitestgehend ignoriert in der Kommunikation, aber weiterhin gepflegt. Das sorgte für Verwirrung und hatte auch den Abgang vieler Nutzer zur Folge.

Im Herbst dieses Jahres begannen sich dann Microsoft-Manager und selbst der Chef persönlich zu dem Thema zu melden, wie es mit Windows 10 Mobile weitergeht. Sie sprachen alle darüber, dass Microsoft erst wieder in den Smartphone-Markt einsteigen werde, wenn man ein Produkt hatte, das auf eine andere Art und Weise besser war als das, was derzeit am Markt angeboten wird. Die Amerikaner nennen das stets „category-defining“ und ich benutze den englischen Begriff bewusst deswegen, weil er perfekt zusammenfasst, was Microsoft in den letzten Jahren mit der Surface-Reihe macht. Man definiert eine neue Produktkategorie. Man kann das Surface RT sicherlich wegen vieler Mängel kritisieren, aber aus heutiger Sicht war es nichts weniger als bahnbrechend. 

Dies hat nun erstmals ein Microsoft-Manager auszusprechen gewagt und zwar sprach Microsofts Chief Marketing Officer Chris Capossela in einem Podcast über die Pläne der Redmonder im Smartphone-Hardware-Markt.

Eine Frage, die mir häufig gestellt wird.. Was ist mit unserer eigenen Hardware, unseren Smartphones? Für uns, wenn wir eigene Hardware bauen, wenn wir an Studio oder Book oder Pro denken, das Ziel Nummer eins ist, zu versuchen eine neue Kategorie zu gestalten, ein Gerät, das zuvor noch nie gebaut worden war und das den Markt für das Windows-Ökosystem vergrößern kann.

Daraufhin spricht er kurz die Geschichte der bisherigen Surface-Geräte an, wie man versuchte, zuerst ein Gerät zu schaffen, das MacBook und iPad zugleich sein konnte, also das Surface Pro 4. Wer daraufhin dennoch ein Notebook brauchte, dem gab Microsoft das Surface Book samt dem bekannten Clipboard-Modus und mit Surface Studio will man den All-in-One PC für immer transformieren.

In all diesen Fällen versuchen wir eine brandneue Kategorie für unsere OEM-Partner zu kreieren, die uns dann folgen und dieses Produkt in größeren Mengen herstellen können und das führt zu einer höheren Nachfrage, weil wir etwas neues geschaffen haben.

Erst dann wird seine Aussage noch konkreter und Capossela schafft die Verbindung zwischen Windows Phone und der Surface-Reihe:

Wenn wir über irgendwelche Hardware nachdenken, egal, ob das Smartphone, Tablet, Desktop, HoloLens ist, was auch immer, möchten wir etwas damit machen, was zuvor noch nie jemand gemacht hat. Wir möchten eine brandneue Kategorie kreieren… 2017 kommt und wir werden 2017 einige großartige Dinge haben… Panos [Panay, Surface-Chef, Anm.]  und sein Team arbeiten auf Hochtouren. Aber ich denke, es ist wichtig oder hilfreich für unsere Fans, dass sie verstehen, weshalb wir das machen und unser Denken muss sein, dass wir nicht ein Gerät bauen, das mit anderen Geräten konkurriert, sondern es muss etwas anderes sein, einen anderen Standpunkt haben und hoffentlich wird uns das eine neue Produktkategorie bringen.

Chris Capossela ist Microsofts Marketing-Chef, ein außerordentlich hochrangiger Manager. Seinen Aussagen kann man also durchaus einige wertvolle Erkenntnisse abgewinnen. Was wir nun jedenfalls wissen, ist, dass Microsoft ganz konkret weiß, wie man es im mobilen Raum schaffen kann, wie man ein erfolgreiches Smartphone á la Surface bauen könnte. Welchen Ansatz das Unternehmen allerdings nutzen will, wissen wir noch nicht. Nachdem das Unternehmen erst kürzlich Windows 10 für ARM angekündigt hat, haben wir bereits spekuliert, wie es in Zukunft mit dem mobilen System weitergehen könnte in einem kleinen „Gedankenspiel“. Es ist ein Blick in eine nicht allzu ferne Zukunft, eine Zukunft, die auch Microsofts Marketing-Chef mit der Erwähnung von 3-in-1-Geräten angestreift hat:

Windows 10 Mobile ist tot? Vielleicht. Ein Gedankenspiel zu einem Smartphone-Modus in Windows 10

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