Datenweitergabe: WhatsApp-Nutzer begehen einen Rechtsverstoß

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Wer WhatsApp nutzt, gibt automatisch die Daten der eigenen Kontakte aus dem Adressbuch an WhatsApp weiter. Das macht WhatsApp, um prüfen zu können, ob ein Nutzer aus den Kontakten auch WhatsApp verwendet oder eben nicht.

Wie das Amtsgericht Bad Hersfeld am 15. Mai festgestellt hat, ist genau das illegal. WhatsApp hat sich allerdings in den Nutzungsbedingungen gegen mögliche Klagen abgesichert und verlangt von Nutzern eine Besätigung, dass sie sich die schriftliche Erlaubnis aller Kontakte geholt haben, deren Daten an WhatsApp weitergeben zu dürfen. Die meisten von uns dürften genau das nicht gemacht haben und deswegen droht WhatsApp-Nutzern nun eine Abmahnwelle durch ihre Kontakte, zumindest in der Theorie.

Droht eine Abmahnwelle gegen WhatsApp-Nutzer?

Den Rechtsverstoß begehen somit die WhatsApp-Nutzer, die keine schriftliche Autorisierung all ihrer Kontakte eingeholt haben, dass diese auch die Daten an WhatsApp weitergeben dürfen. Entsprechend können WhatsApp-Nutzer abgemahnt und zur Unterlassung aufgefordert werden. Zudem können Schadenersatzansprüche entstehen, beschreibt der Rechtsanwalt Christian Solmecke im Blog. Die Nutzer würden fahrlässig handeln und gegen geltendes Recht verstoßen, indem sie die AGB von WhatsApp nicht lesen und dieser Weitergabe der Daten dennoch zustimmen ohne eine schriftliche Einverständniserklärung der eigenen Kontakte im Adressbuch.

In der Theorie bestehen diese Ansprüche nun, allerdings ging es in dem Verfahren um eine familienrechtliche Streitigkeit und daher ist das Urteil zu WhatsApp für andere Gerichte nicht bindend. Zudem wäre nicht geklärt, ob die AGB von WhatsApp überhaupt rechtlich Bestand hat. Sie enthalte laut Datenschützern nämlich Klauseln, mit denen der Nutzer nicht rechnen muss und ein Gericht hat bislang darüber nicht entschieden.

Wie kann man sich gegen Abmahnungen schützen?

Als WhatsApp-Nutzer ist man nicht vor einer Abmahnung geschützt, wenn Kontakte selbst WhatsApp nutzen. Umgekehrt läuft man als abmahnende Partei allerdings auch Gefahr, selbst von Freunden im Netzwerk abgemahnt zu werden. Viele Nutzer werden sich allerdings erst jetzt dessen bewusst, dass hier tatsächlich die Gefahr besteht, wegen eines Messaging-Dienstes eine teure Abmahnung zu erhalten.

Die sicherste Option ist, sämtliche WhatsApp-Kontakte um eine schriftliche Einwilligung zu fragen, was allerdings auch eher ein unrealistisches Szenario ist. Einfacher wäre, einfach den Messenger zu wechseln.

Was haltet ihr von dem Urteil? Werdet ihr eine schriftliche Erlaubnis eurer Kontakte einholen oder einfach den Messenger wechseln?


via mobilegeeks / via wbs-law

Über den Autor

21 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de. You had me at "beta".

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54 Kommentare auf "Datenweitergabe: WhatsApp-Nutzer begehen einen Rechtsverstoß"

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StegelmD
Mitglied

Man läd ein und der Kontaktierte akzeptiert. Oder, wenn man sich physisch trifft, scannt man kurz den qr Kode.

imfutu
Mitglied

Ich nutze alle drei mobilen Betriebssysteme, aber nur auf iOS WhatsApp … Da bestimme alleine ich, auf was WhatsApp zugreifen darf. Aus dem selben Grund nutze ich auch Twitter und Facebook nur auf meinen iOS Geräten. Auf Android ist die Installation ja quasi, ein digitaler Offenbarungseid.

Meiner Meinung nach, kann man als aufmerksamer Benutzer, sehr gut steuern, welche Daten abgegriffen werden können.

Manches macht die Bedienung sicherlich etwas aufwendiger, aber das war schon immer der Lohn für Sicherheit.

zGas
Mitglied

Und wie hinterlegst Du einen Kontakt in WA, wenn Deine Kontakte nicht verwendet werden dürfen?

Und wenn Du einen Kontakt manuell hinterlegst, gibst Du diesen doch auch dem Server bekannt, der dann prüft, ob Dein Kontakt auch WA hat.

Max_256
Mitglied

Ja, mehr als installieren kann man whatsapp dann nicht.

chrismcl
Mitglied

In dem Fall kann der Kläger ja nur zum beklagten werden. Woher weiß der Kläger, dass ich Whatsapp nutze, wenn er es selber nicht nutzt ? Von mir gibt es keine schriftlich Einverständnis Erklärung und so wird die Eigene Abmahnung zum Bumerang, die Klagen heben sich gegenseitig auf und gewonnen hat der Staat anhand der Einnahmen der Gebühren für die Gerichtsverhandlungen. Ist doch pfiffig. 😂

zGas
Mitglied

Man könnte ja das Problem lösen, in dem man Hashwerte hoch schickt, wenn das WA nicht im Grunde schon so macht?!

zGas
Mitglied

Genauso könnte man alle abmahnen, die ihre Kontakte nach Google importiert haben, um sie auf allen Geräten zu haben. So sieht es doch bei jeder zentralen Ablage aus.

cent66
Mitglied

Ja, sehe ich auch so, benutze von Anfang an Threema und die die mit mir kommunizieren wollen haben es auch installiert, ist ja keine grosse Sache.
Aber die Leute sind heute wie Lemmings, alle am ersten hinten nach – egal wie gut oder schlecht, man macht sich auch keine Gedanken mehr was man installiert. So kann man die Unwissenheit der Benutzer immer wieder ausnutzen was verständlich auf Seite der Entwickler ist.

zGas
Mitglied

Und wie kommen Deine Threema-Kontakte zustande. Gibst Du allen Deine ID weiter?

elzo
Mitglied

Als gäbe es in D keine anderen Probleme wo man Gerichte mit beschäftigt.
Auf der ganzen Welt nutzt man WA , aber wir Deutschen sollen darauf verzichten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir jemand eine schriftliche Erlaubnis unterschreibt , könnte ja zu einem Bumerang werden.
Dann können die meisten Messenger einpacken.
Messenger haben große Vorteile, wo ich jetzt nicht groß drauf eingehen möchte.
Selbst dienstlich wird WA bei uns genutzt .

telme919
Mitglied

Ich kann nur einigen der Kommentare beipflichten. Ich bin auch recht froh KEIN WhatsApp zu nutzen.
Auch bin ich für die Deutschen bzw. Europäischen Datenschutzgesetze u. den teilw. Schutz der Nutzer dankbar.

BerndOH
Mitglied

Bin froh WA seit fast einem Jahr nicht mehr zu besitzen.
Kann mir alles egal sein.

Huanita
Mitglied

Jupp, sehe ich auch so.. Hab’s auch gelöscht 😆

Mr.Terpentin
Mitglied

Wenn das so weiter geht mit dem ganzen Sch…. Werde ich solche Messenger meiden und Deinstallieren.

Deutschlands Gesetze und AGB s werden immer bekloppter es wird von Jahr zu Jahr Schlimmer das ist traurig.

Geld regiert die Welt

Austi
Mitglied

Machen das die anderen Messenger nicht auch? Wobei: Bei Threema kann man wählen. Oder? Und Facebook Messenger hat nur die Kontakte,die man bei FB gespeichert hat, richtig? Wie ist das bei kik,Viber,Telegram etc…

elzo
Mitglied

Telegram greift auch auf die Kontakte zu

Dustynation
Mitglied
Wenn man tatsächlich mal versuchen würde den Datenschutz seiner Kontakte (den eigenen Datenschutz kann man eh nicht mehr retten) zu achten, dann müsste man zu viel nachdenken bevor man sich jede App und jeden Dienst ins Haus holt. „Datenschutz? Scheiß drauf, is doch kostenlos!“ Ich nutze eben wegen dieser Kontakte-Scannerei kein WhatsApp mehr. Zum einen weil in einer Gruppe (zu der man oft ungefragt eingeladen wird) jeder die Nummer lesen kann. Zum anderen weil ich nicht von jedem xbeliebigen Leuten über WhatsApp zugespamt werden will. Geht über sms und Facebook auch. Macht nur niemand. Mir ist es eben lieber wenn… Read more »
spaten
Mitglied

Zu deinem letzten Punkt: Siehe Facebook…

Dustynation
Mitglied

War damit auch gemeint. Allerdings kann man das einstellen, dass Freunde von Freunden was sehen können oder nicht. Man muss immer die Wahl haben 🙂

Laertes
Mitglied

Hab mich auch lange gegen WA gesperrt, genau aus diesem Grund. Die Alternative ist allerdings nicht ein anderer Messenger sondern gar keiner. Denn ein Messenger taugt nur so viel wie Leute ihn nutzen. WA ist heute quasi Standard und zum Messagen gehören immer noch zwei Parteien 😉

Dustynation
Mitglied

Naja die Leute, die mir wichtig sind, habe ich bei Skype. Der Rest ist bei Facebook und mit Schatz wird sms geschrieben 😜
Wer ohne WhatsApp nicht mit mir schreiben möchte kann gerne weg bleiben.

Dada
Mitglied

Gutes Urteil, vielleicht fängt man jetzt an, sich ein wenig kritischer mit der „Allmacht“ WhatsApp auseinander zu setzten.

trveCharon
Mitglied

Wurden nicht auch Apple / Google abgemahnt wegen AGBs die sich kein Mensch in einer normalen Zeit durchlesen kann? Es interessiert doch sowieso keinen. Ich werde keine schriftliche Erlaubnis einholen sondern im Zweifel rechtlichen Beistand. Selbst wenn ich ne schriftliche Genehmigung von 95% meiner Kontakte in der Liste hätte müsste ich die restlichen 5% aus meinem Telefonbuch löschen um WA legal benutzen zu dürfen. Und das wiederum ist wohl eher nicht durchsetzbar…

Hansruedi
Mitglied

Bingo. Und die Anwaltskanzleien reiben sich die Hände, unseriöse davon gibt es ja zu genüge. Aber auch Anwälte können abgemahnt werden…

michiproep
Mitglied

Endlich kommt mal jemand drauf.
Genau diese Vorgehensweise hat WhatsApp groß gemacht. „Einfach muss es gehen!“ – ohne Kontakt- oder Freundschaftsanfrage wie es bei Skype, etc. notwendig ist, weil das den Usern zu kompliziert ist.

Aber ehrlich gesagt hab ich schon ein Problem damit wenn ich (oder jemand) in der Lage ist, seine Kontaktlisten mit beliebigen Nummern zu füllen (evtl. auch automatisiert) und das dann ausreicht um durch fremde Profilbilder zu scrollen.

Mein persönlicher Favorit ist Skype (und das nicht, weil ich MS-Fan bin)

michiproep
Mitglied

Ach ja!
Witzigerweise kommt man dieser Vorgehensweise anscheinend besser durchs Leben: „Man beginne mit einer illegalen technischen Implementierung, die es möglich macht in kürzester Zeit derart zu wachsen, dass man sich im Nachhinein jegliche Strafe leisten kann“ 🙂

Das werde ich beim Hausbau machen, sollte mein Plan nicht genehmigt werden… 🙂

Shitonandroid
Mitglied

Erinnert mich an Haus bei mir inner Nahe, laut Bebauungsplan dürfte es da gar nicht stehen, bloss es juckt keinen.

derBorys
Mitglied

Gaaannnnzzz großes Kino das alles. Nun hat es also WA getroffen. Und was ist mit all den Nutzern aller anderer Dienste die sowas tun? Outlook.com, Google whatever, usw. usw.

Hier hat ein weltfremdes Gericht etwas total abwegiges rausgehauen und uhhh die Welt bzw. Dienste und deren Nutzer sind böse.

Ich warte darauf das bei einem der großen mit fetter Rechtsabteilung aufschlägt.

zeromaster
Mitglied

Korrekt, seltendämliche Richter. Aber seltendämliches WA, die Klausel MUSS haltlos sein.

peter_55
Mitglied

¡hola!
Ich habe dem nicht wissentlich zugestimmt. Wenn, dann wurde mir das Einverständnis untergejubelt.
Saludos

Austi
Mitglied

Wie wurde Dir das denn untergejubelt?

kirsh1793
Mitglied

Naja, ist es denn nicht deine Sache, die Nutzungsbedingungen durchzulesen und dann erst zu bestätigen, dass du damit einverstanden bist?

Max_256
Mitglied

Nein, AGBs dürfen keine unerwarteten klauseln enthalten

Austi
Mitglied

Warum ist das unerwartet? Das ist doch Blödsinn. Das ist die Funktionsgrundlage!

klausN80X
Mitglied

An diesen Aussagen ist etwas derart faul, das einem die Haare zu berge stehen. Denn nicht die Nutzer geben ihre Daten weiter, Whatsapp tut das. Wenn also, dann sollte Whatsapp abgemahnt werden können.

Austi
Mitglied

Das ist nicht richtig. DU gibt’s WhatsApp die Erlaubnis, Deine Kontakte zu durchforsten. Somit gibst Du sie an WhatsApp weiter!

Blacktiger
Mitglied

Richtig so. Ich bin voll Deiner Meinung. Sollen die doch WA & FB abstrafen.

ratzl
Mitglied

Wieso ist es rechtens, dass WhatsApp die Kontakte einsieht?!
Ich finde es unverschämt und dreist, nun den schwarzen Peter dem Nutzer zuzuschieben 😕

Austi
Mitglied

Wie schon geschrieben: Du selber hast den AGB zugestimmt, in denen dieses Vorgehen beschrieben wird. Einzige Möglichkeit, dem zu entgehen: WA nicht nutzen.

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