Kanada: Neue Smartphones müssen entsperrt sein – Ein Vorbild?

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In Kanada sind Smartphone-Tarife vergleichsweise teuer. Während in Deutschland laut einer Studie der Einsteigertarif durchschnittlich 17,15 Dollar kostet, sind es in Kanada durchschnittlich 41,08 Dollar pro Monat.

Nun hat die kanadische Regulierungsbehörde einen Schritt gesetzt, der weltweit für Aufsehen sorgt. Ab dem 1. Dezember 2017 dürfen Smartphones nicht mehr gesperrt verkauft werden – auch nicht als Teil eines Mobilfunkvertrags. Außerdem müssen die Mobilfunkanbieter gesperrte Smartphones ab Dezember kostenfrei entsperren.

Gesperrt bedeutet in diesem Fall, dass die Geräte nur mit jenem Netzbetreiber verwendet werden können, mit dem das Gerät angemeldet worden ist. Während in Deutschland das Entsperren nach Vertragsablauf bei den meisten Anbietern kostenfrei ist, verlangen die meisten Anbieter in Kanada auch danach noch etwa 50 Dollar.

Die Mobilfunkanbieter im nordamerikanischen Land wehren natürlich sich gegen die Entscheidung, doch die Sache ist beschlossen und Kunden können sich freuen. In Deutschland wäre ein solches Konzept natürlich auch denkbar und für Kunden erfreulich. Vor allem im Vergleich zu Österreich oder Frankreich zahlen deutsche Kunden wesentlich mehr für ihre Smartphone-Tarife, wo sie zum Großteil gesperrte Geräte erhalten und vor Vertragsende ebenfalls bis zu 100 Euro zahlen müssen, um die Geräte entsperrt zu bekommen- Immerhin sind es die Mobilfunkanbieter selbst, welche die Geräte sperren lassen und am Ende wird nochmals ordentlich am Entsperren verdient.

Beinahe die ganze Welt kann sich von Kanada eine Scheibe abschneiden, wenn es um kundenfreundliche Gesetze in Sachen Telekommunikation geht. Dass ein Verbot von gesperrten Smartphones in Deutschland in nächster Zeit umgesetzt wird, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Vermutlich würde es dafür ohnehin einen EU-Verordnung brauchen, wie sie seit gestern auch beim Roaming gilt.

Was denkt ihr? Sollte auch Deutschland den Verkauf von gesperrten Smartphones verbieten? 


via engadget

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Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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kwadde
3 Jahre her

In Zeiten wo nahezu sämtliche Dienste als Flatrate im Vertrag drin sind, scheint es etwas überflüssig. Schließlich war der Nutzen des users ein subventioniertes Gerät und der Provider will im Gegenzug nicht, dass die sim im Schrank verstaubt.
Bei den heutigen Tarifen, bei denen die subvention des Geräts auch gestaffelt ist, wäre der provider ja froh, wenn die sim ungenutzt bliebe und eine 2. gekauft wird.
Im Grunde eine sinnlose Forderung, bis auch die Geschichte einer kostenpflichtigen Entsperrung nach Vertragsende, das geht garnicht.

skillmoon
3 Jahre her

Meines Erachtens düfte es gar keine subventionierte Handys mehr geben, da es markt verzerrend ist. Das war auch das größte Problem von Windows Mobile. Android und IOs wäre nie so ein erfolg geworden wenn jeder wüsste was sein Telefon wirklich wert wäre. Normalerweise muss da mal die Kartell behörde dran. Vor allem Kinder und jugendliche würden dann besser mit ihrem teuren Telefonen umgehe.

bremerjung85
bremerjung85
Reply to  skillmoon
3 Jahre her

Naja, MS hätte den Verkäufern ja auch einfach „10%“ pro handy geben können, machen die anderen ja auch!

Landmatrose
Reply to  bremerjung85
3 Jahre her

Da hatte der Sparfuchs wohl was dagegen ?.

skillmoon
Reply to  bremerjung85
3 Jahre her

Das läuft viel schlimmer, ich meine Samsung und Media Saturn hatte da mal ne Affäre da gab es auch strafzahlungen. In meinen augen ein unding. Es kennt doch keiner mehr den wert seines Handys.

Knight
Reply to  skillmoon
3 Jahre her

Das unterschreibe ich so!

Sanangel
3 Jahre her

Also ich finde die SIM-Sperre alles andere als sinnvoll (dem Nutzer bringt es ja gar nichts) und würde es gut finden, wenn man solche Geräte weltweit verbietet.

bremerjung85
bremerjung85
Reply to  Sanangel
3 Jahre her

Klar bringt es dem kurzer etwas
Beispiel Telekom Magenta M mobile
40€ ohne Smartphone Plus zb 800€ für ein galaxy S8 macht knappe 1750€ zusammen

Gleicher vertrag mit subventionierten Smartphone 55€(50im ersten 60im zweiten jahr) plus einmalig 50€(schon viel zu teuer!) macht knappe 1400€.
Wo hast du da als user nichts von???

Sagittarier
3 Jahre her

Es gibt Provider die sperren nicht (MD zb) auch ist es bei der Telekom unterschiedlich. Das S6 meiner Frau ist gesperrt, mein Mate 9 nicht (ohne Branding).
Ich finde es generell nicht ok das die dies machen, sollte auch hier aufgehoben werden.

BerndOH
3 Jahre her

Nein, es steht hier jedem frei ob er sich das Telefon selbst kauft oder vom Provider subventionieren lässt. Die Verbraucher haben es doch selbst in der Hand.
Ich brauche nicht jedes Jahr ein neues Handy.

stefiro
Reply to  BerndOH
3 Jahre her

Richtig, so sehe ich das auch. Im übrigen ist es meist nur bei Privat-Tarifen so, dass die gebrandeten Phones auch gesperrt sind. Bei Business-Tarifen habe ich es noch nie erlebt, dass das Phone entsperrt werden musste, wenn es zum Beispiel im Privatbesitz und zu einen anderen Provider übernommen wurde…

Kommando
Reply to  BerndOH
3 Jahre her

So ist es. Mein erstes Handy war subventioniert. Danach keins mehr. Man bekommt einfach mehr fürs Geld und kann die Handies so lang nutzen wie man möchte. We möchte kann ja subventionieren lassen, sollte sich dann aber nicht beschweren, wenn es im Endeffekt mehr kostet.

Basti
Editor
Reply to  Kommando
3 Jahre her

Naja, die Handys bleiben ja im eigenen Besitz. Nach Vertragsablauf bin ich auch erstmal zu simply gewechselt. Bei Bedarf kann ich dann irgendwann auf ein anderes Gerät umsteigen.