Kommentar: Weshalb man im Jahr 2017 kein MacBook Air kaufen sollte

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Apple hat mit dem MacBook Air im Jahr 2008 einen riesigen Erfolg gelandet dank einer einwandfreien Präsentation von Steve Jobs und einer großartigen Vermarktung in den Folgejahren. Wer weiß denn nicht, dass Steve Jobs das MacBook Air einst aus dem Briefumschlag zog? Für viele Nutzer war das MacBook Air der Einstieg in Apples Ökosystem und es ist bis heute für viele Anwender die erste Wahl, wenn es um ein 13-Zoll Premium-Notebook geht.

Während es viele Nutzer nur kaufen, weil die Marke Apple draufsteht, glauben andere tatsächlich, dass die einfachste Wahl auch ihre beste Wahl ist. Zweifellos ist das MacBook Air nicht leicht zu übersehen: Es ist Apples günstigstes Notebook, in so gut wie jeder Filiale ausgestellt und es ist von Apple, also muss es gut sein. Und schlecht ist es ja nicht, aber heutzutage muss man kompakte Windows-Notebooks beim Kauf nicht vermeiden. Im Gegenteil: Sie sind im Vergleich zu vor einigen Jahren deutlich besser und viele sind sogar besser als das MacBook Air.

Logisch, dass das von WindowsArea.de kommt…

Mein MacBook neben einem Surface Pro 3, Testgerät.

Bevor ich allerdings anfange, das MacBook Air schlecht zu reden, möchte ich erklären, weshalb ich mir das als Redakteur bei WindowsArea.de erlaube. Noch vor vier Jahren war ich Apple-Nutzer und sehr zufrieden mit meinem lang gedienten MacBook mit Unibody-Gehäuse. Software und Hardware aus einer Hand, ein großartiges Touchpad, an das seinerzeit kein einziges Windows-Notebook nur ansatzweise rankommen konnte und eine tolle Akkulaufzeit für unterwegs. Es war alles, was ich von einem Notebook erwartet hatte und es war großartig.

Kurz darauf erwarb ich ein MacBook Pro, direkt bei Apple konfiguriert in der Höchstausstattung. Es kostete eine ganze Menge Geld, aber es musste ein Apple sein. Jeder Mac-User hat wohl ein eigenes Killer-Feature und für mich waren es Apples göttliche Touchpads, die einen Wechsel in die Windows-Welt für mich zu einer Unmöglichkeit machten.

Als danach ein neues Notebook anstand, veränderten sich meine Erwartungen an einen Laptop, aber Apple nicht. Apple blieb in der Zeit stehen und jener Konzern, den ich unter Steve Jobs so sehr für die Innovation geschätzt hatte, wurde immer mehr ein Mitläufer des Marktes. Microsoft war hingegen mutig und fiel dafür auch mehrfach auf die Nase. Surface RT, Windows 8, Windows Phone, allesamt riesengroße Flops. Aber: Microsoft veränderte sich, Microsoft versuchte es wenigstens und war dabei innovativ.

Die Blüte der Windows 8 Laptops

Verrückt, aber innovativ. Der Meine Erwartungen an einen Laptop veränderten sich, aber Apple nicht.

Zum Release von Windows 8 erschienen so viele unterschiedliche Arten von Laptops, Tablets und PCs. Die Hersteller wurden kreativ und jeder von ihnen hatte eine andere Idee davon, wie ein Hybrid-Notebook auszusehen hatte. Nicht jedes dieser Konzepte war gut, aber sie waren anders und interessant und boten sehr wohl gewisse Vorteile. Apple hingegen blieb stehen, konzentrierte sich zunehmend auf das iPhone und iPad, während man den Mac etwas schleifen ließ.

Microsoft und die Partner entwickelten sich aber weiter. Noch wirkte vieles wie eine Spielerei, „Klickibunti“ nannte man Windows 8. Aber dann erschien das Surface Pro 3, welches so dünn war wie ein iPhone 4 und zeigte der ganzen Welt, dass der traditionelle PC, jenes Ding, das immer noch die Arbeit erledigt, nicht langweilig sein muss.

MacBook Air: Als Windows-Notebook nicht einmal 500 Euro wert

Das MacBook Air ist ein Relikt aus alten Tagen, welches aufgrund seiner Beliebtheit und der wohl sehr günstigen Herstellungskosten, weiterhin angeboten wird. Die Spezifikationen sind nicht alles, pflegte ich auch einst zu sagen, schließlich geht es um das Benutzererlebnis, aber moderne Hardware hat schon gewisse Vorteile. Was Apple im MacBook Air heute an Hardware für knappe 900 Euro verkauft, würde ich bei einem Windows-Notebook für unter 500 Euro als gerade noch akzeptabel bezeichnen.

Für den Preis eines MacBook Air oder bis zu 100 Euro weniger darf man mit Windows mindestens einen aktuellen Intel Core-Prozessor der 7. Generation erwarten – im Gegensatz zum Core i5 der 5. Generation im MacBook, den doppelten SSD-Speicher, ein gutes FullHD-Display und eine längere Akkulaufzeit. Das Touchpad ist dank moderner Präzisionstouchpad-Treiber von Microsoft ebenfalls kein Downgrade mehr!

Alternativen

Beispiele gefällig? Das ASUS ZenBook UX310UA für 777 Euro. Oder das Acer Spin 5 für  729 Euro oder das ASUS ZenBook UX360 für 899 Euro, wenn es lüfterlos sein darf. Alle drei Geräte sind bestens verarbeitet, besser ausgestattet und günstiger als das MacBook Air. Und das sind auch nur die Alternativen mit brandaktueller Hardware. Keines der genannten Geräte hat auch nur einen Prozessor der sechsten Generation, welcher immer noch ein Jahr jünger wäre als der im MacBook Air.

Empfindet man den Intel Core-Prozessor der sechsten Generation als akzeptabel, der übrigens einen großen Sprung im Vergleich zum MacBook-Prozessor bedeutet, findet man unzählige bessere Geräte für unter 800 Euro.

Warum dieser Artikel? Was hast du gegen Apple?

Gar nichts. Apple macht tolle Geräte und wer mir das nicht glaubt, der darf gerne unseren iPhone 7-Artikel lesen. Wer es sich leisten kann und ein Apple MacBook will, der sollte zum MacBook oder MacBook Pro greifen. Natürlich gibt es auch dazu Windows-Alternativen, die ich persönlich heute bevorzugen würde, aber darum geht es diesmal nicht.

Für viele Leser, selbstverständlich auch für Freunde und Familie spiele ich mittlerweile den Notebook-Berater und ich mache das auch gerne. Ich sehe mir die Bedürfnisse des jeweiligen Nutzers an, je nach Detailgrad, in dem sie mir geschildert werden, und empfehle auf dieser Basis ein Notebook, auch unabhängig vom System. In manchen Fällen ist das ein MacBook Pro und einem Android-Entwickler kann man auch ein Dell XPS 13 nahelegen, da die Treiberunterstützung für Linux darauf außerordentlich gut ist. Dass für mich ein HP Spectre x360 mit Windows 10 momentan die beste Wahl ist, übertrage ich dabei nicht auf andere. Ich mache allerdings keinen Hehl daraus, dass ich es für ein großartiges Notebook halte.

Und trotz meiner Empfehlung wird dann häufig doch zum MacBook Air gegriffen, weil man das MacBook Air kennt, weil man Apple vertrauen kann und es so gut wie überall vorhanden ist. Mit dem Begriff „ASUS ZenBook UX360“ kann praktisch niemand etwas verbinden, vermutlich hatten es viele gar nie in der Hand. Aber das MacBook Air hat jeder schon einmal bewusst bemerkt, der eine MediaMarkt-Filiale betreten hat. Und genau das verleitet uns zu einer Entscheidung, die wir später vielleicht bereuen.

Meiner Erfahrung nach bereuen die meisten Nutzer, die sich entgegen meiner Empfehlung für ein MacBook Air entscheiden, ihre Wahl erst, wenn sie die Displayqualität mit einem Surface Pro 3 oder einem neueren Windows-Notebook vergleichen und merken, dass die Skalierung enorm groß ist, hochauflösende Bilder am Display riesig aussehen und einzelne Pixel bei manchen Elementen noch erkennbar sind.

Den Vorwurf mache ich allerdings keinem Kunden, denn – wie gesagt – schlecht ist das MacBook Air ja zweifellos nicht. Apple hat dank der Software ein tolles Benutzererlebnis geschaffen, aber veraltete Hardware zu einem solch unverschämten Preis zu verkaufen, ist unserer Meinung nach gegenüber dem Kunden einfach nicht fair. Wie das CD-Laufwerk, welches Apple mit diesem Notebook endlich beseitigt hat, wird es Zeit, dass Apple das MacBook Air in Rente schickt.

Seid ihr auch dieser Meinung? Kommt für euch ein Apple-Notebook infrage? 

Über den Autor

21 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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tb2706
Mitglied
tb2706

Warum kann ein Apple Macbook bei gleicher hardware bis zu 400€ teurer sein? Nur weils Apple ist oder was ? Solche Sätze sind lächerlich und subjektiv.
Wenn man ein Budget hat und auch Hardware setzt und einem das System egal wird ein Macbook niemals die erste Wahl sein, da die Preis für die gebotene Hardware viel zu hoch und überzogen sind.
Bitte beim nächsten Mal objektiv urteilen oder mehrere Szenarien darstellen.

NLTL
Mitglied
NLTL

Unabhängig von P/L usw egal ob zu teuer von Apple, MS oder wenn auch immer. Das „nicht neueste Hardware-Gesülze“ ist manchmal schwer nachvollziehbar. Meist hinkt die Software der Hardware um Minimum 2 Generationen hinterher, besonderes die Betriebssysteme. Beispiel: 64 Bit, setzt sich erst jetzt mit Win10 großflächig durch. Seit wann gibts 64 Bit-Consumer CPUs? Athlon 64 seit 2003 und Intel kurz darauf (2004) ein paar P4, aber so richtig erst mit Core 2 in 2006. Erst ab Inventor 2016 ZB ist dieser überhaupt 64Bit-only, nutzt aber nach wie vor „nur“ Sachen wie MMX und SSE2 also Zeug was etwa mit… Read more »

SDase
Gast
SDase

Danke für diesen guten Artikel. 🙂

fredi_830
Mitglied
fredi_830

Naja, dass Apple MacBook Air hätte ich auch schon 2015 nicht gekauft.

Eigentlich finde ich Macs sonst eigentlich ganz gut, allerdings muss auf einem echten Computer Windows 10 laufen, die anderen Systeme sind irgendwie alle nicht ganz so toll (um das Wort mit S zu vermeiden) 😉

Und könntet Ihr vielleicht mal das Envy 13 testen? Das amcht einen ganz sioliden Eindruck.

Chi Cuong
Mitglied
Mamagotchi
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Mamagotchi

Aus meiner Sicht könnte Apple das MBA ersatzlos streichen.

Ricco
Mitglied
Ricco

Nein, einfach weil ich nicht bereit bin Wucher-Preise zu bezahlen… Egal von welcher Firma

frankrenz
Mitglied
frankrenz

Hallo Albert, welches Spectre-Modell hast Du denn im Gebrauch und oder aus der Home oder Business Linie? Gruß Frank

jonashoeppel
Mitglied
jonashoeppel

Apple kauft man generell nicht! Egal welches Jahr.

Jimmyknopp
Mitglied
Jimmyknopp

Nein. Das liegt bei mir aber auch an dem grundlegende Problem, weil ich mich mit dem Betriebssystem überhaupt nicht anfreunden kann…

stefiro
Mitglied
stefiro

Ich kauf mir keines, bin hoch zufrieden mit meinen Surface 4 Pro, warum sollte ich mich verschlechtern?

Hirsch71
Mitglied
Hirsch71

Apple bietet für mich grundsätzlich für sooo viel Geld auch bei neuester Technik nicht genug an aktuellster Hardware… Oder besser gesagt, ist die gebotene, neueste Hardware viiiel zu teuer!

Wäre das nicht so, hätte ich vermutlich ein iPhone 6s plus oder gar schon 7 plus anstelle meines 950 XL mit Continuum, 200 GB per SD u. Wechselakku ☺ …

Und keinen Windows10-Desktop, sondern was von Apple im Richtung iMac.

Grüße aus Cottbus

Ricco
Mitglied
Ricco

Also in Desktop-Richtung würde ich bei windows bleiben….. In Sachen Mobile Geräte, muss ich, obwohl ich es ungern Mach, dir Zustimmen.

Grüße nach Cottbus

rumpelstilzchen
Mitglied
rumpelstilzchen

CD Laufwerk muss sein 👆 ein externes würde mir aber theoretisch auch reichen, solange es No-CD Programme gibt 😂

Tom Hedgehog
Mitglied
Tom Hedgehog

Ich habe seit Jahren keine eigenbewegten Medien mehr, auch keine HDD mehr. Und bisher hatte ich damit keine Probleme. Liegt wohl am Einsatzgebiet, in es gebraucht wird oder nicht.

zubasa
Mitglied
zubasa

Toll geschrieben, auf den Punkt. Aber marken-blinde kann man schlecht anders leiten, steht Ja ein Apfel Logo druff……😣

NLTL
Mitglied
NLTL

Ach so? Und hier ist das so was von anders?