Lenovo Miix 510 Test – Der Surface Pro-Killer?

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Lenovo Miix 510 Test - Titelbild

Lenovo war einer der ersten Hersteller, die großes Potenzial am Surface Pro-Konzept gesehen haben. „Surface Pro-Konzept“ soll heißen: Ein Tablet mit Windows, welches dank Kickstand und ansteckbarer Tastatur wie ein Laptop verwendet werden kann. Mit dem Surface Pro 3 hat Microsoft diese Idee perfektioniert und erst Monate nach dessen Release kam von Lenovo mit der Miix-Reihe eine Antwort. Dennoch zählte Lenovo Ende 2015, drei Jahre nach Veröffentlichung des ersten Surface Pro, zu den allerersten Herstellern, die das Surface Pro kopiert haben.

Lenovos Idee war einfach: Das Konzept wurde übernommen, allerdings lieferte man die Tastatur sowie den Stift mit und bot das Gerät dennoch wesentlich günstiger an. Ein solcher Surface-Klon ist das Lenovo Miix 510, welches wir in den letzten Wochen sehr ausführlich für euch getestet haben.

Bevor wir allerdings in unserem Lenovo Miix 510 Test die Einzelheiten des Geräts erläutern, sei angemerkt, dass die Bezeichnung als „Surface Klon“ nicht wertend verstanden werden soll. Microsoft hat im Jahr 2012 diese Gerätekategorie geschaffen und als 2-in-1-Geräte können eben nicht nur Tablets mit Kickstand und Tastatur bezeichnet werden. Aus diesem Grund nennen wir diese Kategorie der Einfachheit halber einfach Surface und Geräte, wie das Lenovo Miix 510 sehr willkommen. Das Microsoft Surface Pro ist ganz bewusst im absoluten Premium-Bereich angesiedelt und es braucht solche Geräte am Markt, die Konkurrenz schaffen und die Preise drücken.

Lenovo Miix 510 Test – Video

Lenovo miix 510 Test – Design & Verarbeitung

Lenovo Miix 510 Test mit Bananen

Das Lenovo Miix 510 sieht dem Surface Pro von Microsoft äußerlich sehr ähnlich, nicht nur aufgrund des Formfaktors. Auch farblich sind die beiden Geräte sich sehr ähnlich, während Lenovo auf einen geringfügig helleren Silberton beim Metallgehäuse setzt, ist Microsofts Surface eher grau. Die Verglasung an der Front ist schwarz und so ließen sich die beiden Geräte aus größerer Distanz durchaus verwechseln. Einige feine Details unterscheiden die Geräte allerdings.

Lenovo platziert nämlich vorne links beim Display und auf der Rückseite ebenfalls den eigenen Schriftzug. Die Lüfterschlitze beim Lenovo Miix 510 sind oben und seitlich, während die Knöpfe für die Lautstärke sowie Ein-/Aus sich an der rechten Seite befinden. Sie sind außerordentlich gut verarbeitet, sind auch ohne danach zu tasten leicht zu finden und bietet ein sehr gutes Feedback. Einzig störend war, dass der Ein-/Aus-Knopf scheinbar nicht sehr zuverlässig funktionierte. Man musste stets etwas fester drücken, damit das Gerät auch reagiert und es in den Standby schickt. Grundsätzlich ließ sich das Gerät damit aber immer zuverlässig ein und ausschalten.

Der Kickstand unterscheidet sich ebenfalls von Surface, jedoch auf sehr positive Weise. Lenovo hat nämlich einen einzigartigen eigenen Mechanismus, welcher einerseits eleganter aussieht als Microsofts Plastikkonstruktion, andererseits auch wesentlich robuster ist. Dabei sieht das Scharnier aus wie das Armband einer Metallarmbanduhr und erlaubt natürlich auch eine freie Verstellung des Kickstand-Winkes. Es sieht fein aus, ist sehr robust und deutlich besser als Microsofts eigene Umsetzung. Dafür gehört Lenovo ein großes Kompliment ausgesprochen.

Insgesamt muss man sagen, dass das Lenovo Miix 510 außerordentlich hochwertig verarbeitet ist, dafür, dass es 200 Euro günstiger ist als Microsofts Surface Pro.

Lenovo miix 510 Test – Tastatur & Touchpad

Das einzige Manko im Vergleich zum Surface Pro ist die Tastatur des Lenovo Miix 510, welche einfach nicht auf demselben Niveau mitspielen kann. Das beginnt bereits an den Äußerlichkeiten, denn Lenovos Tastaturcover in eine Faux-Lederoptik gehüllt, welche sich auch deutlich günstiger anfühlt als das filzartige Material beim Surface. Man muss allerdings sagen, dass die Rückseite des Lenovo weniger anfällig ist für Fettflecken.

Das Tippen auf der Tastatur ist leicht schwergängier, aber immer noch sehr angenehm. Ich selbst bevorzuge es, wenn die Tasten etwas weniger Feedback geben und sie leichter zum Drücken sind. Es ist jedenfalls im annehmbaren Bereich, um sie als gut bezeichnen zu können. Zum Schreiben längerer Texte ist sie gut geeignet, wenn auch das Layout hätte besser gestaltet werden können. Man kann zufrieden sein mit der Tastatur, vor allem, da sie im Lieferumfang inkludiert ist.

Das Touchpad ist sehr klein, reagiert allerdings im Normalfall zuverlässig. Die Windows 10-Gesten können damit problemlos ausgeführt werden und auch im Alltagsbetrieb ist es ausreichend präzise. Einzig die geringe Größe könnte für einige Nutzer ein Problem sein, wobei jederzeit auch über den Touchscreen ausgewichen werden kann.

Lenovo miix 510 Test – Display

Lenovo Miix 510 Test - Tastatur Word

Lenovo verwendet bei der 12,2-Zoll Diagonale ein FullHD-Panel, das für meine Bedürfnisse vollkommen ausreicht. Es muss bei der Größe meiner Ansicht nach nicht mehr sein, denn einzelne Pixel sieht man ohnehin nicht und die Skalierung ist perfekt.

Die Helligkeit ist gefühlsmäßig etwas besser als beim Surface Pro 4, sodass sich auch draußen damit arbeiten lässt. Für das direkte Sonnenlicht ist es aufgrund der Spiegelung nicht ganz geeignet, jedoch kann es draußen bei leichter Bewölkung bereits problemlos genutzt werden.

Die Farbdarstellung ist sehr ordentlich und die Blickwinkelstabilität perfekt. Bilder und Videos kann man darauf ohne Weiteres schauen und genießen.

Lenovo miix 510 Test – Audio

Einzig bei der Soundqualität hat Lenovo ordentlich gespart und während die Stereo-Lautsprecher an den Seiten des Geräts am Datenblatt vielversprechen klingen, ist in Wahrheit genau das Gegenteil der Fall. Die Bässe sind so gut wie gar nicht vorhanden, Stimmen klingen dumpf und der Klang ist generell als hölzern zu bezeichnen. Die Audioqualität ist wirklich schwach und Musik über das Gerät würden wir entweder über Kopfhörer oder einen Bluetooth-Lautsprecher genießen.

Lenovo miix 510 Test – Performance & Software

Der aktiv gekühlte Intel Core i5-Prozessor der Kaby Lake-Generation bietet ausreichend Leistung, um sämtliche im Alltag anfallenden Aufgaben problemlos erledigen zu können. Vom Surfen im Internet, über einfachere Messaging-App bis hin zur Bildbearbeitung ist nichts ein Problem für das kleine Tablet. Mehr sollte es allerdings nicht sein, was man von dem Gerät verlangt und alles, was über einfachere Bildbearbeitung hinausgeht, ist einfach zu viel.

Der verbaute Intel Core i5 sorgt im Alltag einfach für so viel Performance, dass man nicht weiter darüber nachdenken muss und das ist eine sehr gute Sache. Alles, was man auf einem kleinen Notebook erledigen möchte, kann man damit tun und das ohne Verzögerungen.

Bei der Software macht Lenovo glücklicherweise keine Fehler und liefert keine Bloatware mit, zumindest nichts, was in irgendeiner Form störend wäre. Kein Virenschutz, keine Pop-Ups, nur ein vorkonfiguriertes, schnelles Windows 10-System.

Lenovo miix 510 Test – Akkulaufzeit & Hitzeentwicklung

Lenovo Miix 510 Test - Lüfterschlitze und Buttons

Die Akkulaufzeit des Lenovo Miix 510 ist ausreichend für den Alltag und ich selbst war damit sehr zufrieden. Beim Surfen im Netz und leichteren Arbeiten sowie dem Betrachten kurzer YouTube-Videos bei höchster Helligkeit kamen wir durchschnittlich auf knapp 6 Stunden, was unserer Meinung nach ein sehr solider Wert ist. Etwas mehr Laufzeit gibt es natürlich, wenn man die Displayhelligkeit zurückschraubt und im Innenraum reichen auch 30 Prozent problemlos aus, um darauf spiegelfrei etwas erkennen zu können. So kommt man auch locker auf 8 bis 9 Stunden durchgehende Arbeit.

Im Regelfall nutzt man das Tablet allerdings ohne nicht 8 Stunden am Stück, weswegen an dieser Stelle auch die sehr gute Standby-Zeit erwähnt werden sollte. Man klappt einfach das Cover zu und klappt es nach einigen Stunden wieder auf und arbeitet direkt weiter. Während man oftmals mehrere Sekunden für das Aufwecken aus dem Standby braucht, kann man sich darüber freuen, dass es somit über mehrere Stunden hinweg kaum an Akku verliert.

Im Regelfall bleibt das Lenovo Miix 510 auch recht kühl, allerdings gibt es manchmal Momente, wo der Lüfter sehr stark aufdreht und auch relativ laut wird. In unserem mehrwöchigen Test kam dies allerdings höchstens fünf Mal vor und dann auch nur für eine sehr kurze Zeit, wenn zum Beispiel ein Edge-Tab nicht mehr reagiert hat oder ein anderes Programm sich kurz aufhängte. Im Regelfall bleibt es kühl und leise.

Lenovo miix 510 Test – Fazit

Lenovo Miix 510 Test - Rückseite und Scharnier

Ist es besser als das neue Surface Pro? Nein. Aber es kostet auch 580 Euro weniger als eine genauso ausgestattete Variante des Surface Pro samt Type Cover.

Die Verarbeitungsqualität beider Geräte ist auf absolutem Top-Niveau und da hat sich Lenovo sichtlich größte Mühe gegeben, um beiden Top-Playern im Premium-Segment mitspielen zu können. Es ist dank seines tollen Scharniers hochwertiger verarbeitet als ein Surface Pro 4 und spielt in derselben Liga wie das Pro 5. Es verfügt sowohl über USB 3.0 als auch über einen USB 3.0 Typ C Anschluss, jedoch ohne Thunderbolt. Die Tastatur ist fühlbar schlechter, aber immer noch ausreichend gut und das Display löst niedriger auf, wobei FullHD auf die Displaygröße auch ausreicht. Das einzige Manko des Lenovo Miix 510 ist die schwache Qualität der Lautsprecher.

Bei einem preislichen Unterschied von 580 Euro laut idealo lässt sich dieser Fehler allerdings verkraften, denn für das Geld gibt es sowohl für den Schreibtisch zuhause ein gutes Lautsprecher-System als auch für die Couch großartige Noice Cancelling-Kopfhörer. Unserer Meinung nach ist das Lenovo Miix 510 ein großartiges Detachable und obwohl es den Surface-Formfaktor rein von den Innovationen nicht wirklich weiterbringt, ist es eine sehr gelungene Interpretation, die das Detachable für mehr Nutzer leistbar macht.

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WindowsArea.de Wertung
Design & Verarbeitung 95%
Tastatur & Touchpad 87%
Display 82%
Audio 55%
Performance & Software 91%
Akkulaufzeit 84%
82% Surface-Killer
Readers Rating 81%
4 Bewertungen

Das Lenovo Miix 510 ist nicht besser als das Microsoft Surface Pro. Dennoch ist es ein Surface Pro-Killer. Die Verarbeitung, das Design und das Display sind auf Top-Niveau, nicht allerdings die Tastatur und der Sound gar nicht. Die Tastatur ist immer noch sehr gut für den Alltag und der Sound reicht für Skype und Serien. Dafür, dass man 580 Euro zu einem gleichwertig ausgestatteten Surface Pro spart, kann man es jedenfalls als Alternative in Betracht ziehen.

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