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Was bedeutet die Cortana-Alexa-Partnerschaft für Microsoft?

Microsoft und Amazon haben noch Ende August eine Partnerschaft angekündigt, welche die beiden konkurrierenden digitalen Assistenten zusammenarbeiten lässt. Doch, wem nutzt die Partnerschaft und was beinhaltet die Zusammenarbeit der beiden Dienste?

„Alexa, frag Cortana“

Laut den beiden Unternehmen habe die Partnerschaft zwischen Cortana und Alexa bereits im Mai 2016 begonnen, als Amazon CEO Jeff Bezos den Microsoft CEO Satya Nadella auf die Idee ansprach. Ersterer schickte Nadella einen Pressetext, worin die Zusammenarbeit zwischen Cortana und Alexa beschrieben wird. Es ist eine Standardprozedur bei Amazon, dass man zuerst beispielhafte Pressetexte formuliert bevor es an die Entwicklung eines Produkts geht.

Satya Nadella gefiel die Idee, die beiden künstlichen Intelligenzen zusammenarbeiten zu lassen. Wie bei Web-Browsern hatten die digitalen Assistenten bislang erbittert miteinander konkurriert, doch diese Partnerschaft setzt diesem harten Konkurrenzkampf um die Gunst der Kunden ein Ende. Jeff Bezos nannte die bessere Integration von Cortana in Outlook als ein großes Plus der digitalen Assistentin von Microsoft. Alexa kann nun befohlen werden, Cortana zu fragen, wann das nächste Meeting mit Chef ansteht. Diese Integration soll künftig noch verbessert werden und weniger seltsam wirken.

Die Cortana-Alexa-Zweckheirat

Microsoft und Amazon beschreiben diese Partnerschaft als freundschaftlich, so als wären sich die beiden Unternehmen noch nie in die Quere gekommen. Die beiden Teams bei Amazon und Microsoft hätten einfach mit der Zusammenarbeit begonnen, erzählen Nadella und Bezos. Das, obwohl die digitalen Assistenten bislang allesamt unabhängig von einander arbeiteten und Microsoft und Amazon im Cloud-Bereich direkte Konkurrenten sind. Als Kunde hatte man durchaus die Erwartung, dass jeder Anbieter sein eigenes AI-Süppchen braut.

Dabei ist diese Partnerschaft zwischen Microsoft und Amazon wesentlich weniger Freundschaft als Zweckheirat zwischen Cortana und Alexa. Cortana ist im Desktop-Bereich unglaublich stark und hat dank der Integration in Windows 10 laut Microsoft bereits eine Nutzerschaft von 145 Millionen monatlich aktiven Nutzern.

Alexa hat zwar zahlenmäßig weniger Nutzer, dafür allerdings einen wesentlich relevanteren Markt. Die verkauften Amazon Echo-Geräte können nämlich nur per Sprache bedient werden, während die Nutzung von Cortana auch ein zufälliger Klick auf die Suche in der Taskleiste sein könnte.

Für Microsoft ist diese Partnerschaft insofern nützlich, als, dass man Cortana somit erstmals in den Haushalt auf den Lautsprecher bringt. Amazon dagegen nützen die Fähigkeiten von Cortana, gleichzeitig ist man dadurch am PC sehr präsent vertreten.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Während Amazon und Microsoft im Cloud-Bereich mit AWS und Azure um jeden Geschäftskunden kämpfen, sieht man sich im Consumer-Bereich gegenseitig eher nicht als Bedrohung. Genau aus diesem Grund ist die Partnerschaft auch für beide Unternehmen sinnvoll.

Microsoft hat von Amazon bei Windows oder Office keine Konkurrenz zu befürchten und Amazon sieht Cortana aktuell ebenfalls nicht wirklich als Bedrohung an. Microsoft ist im Bereich des Ambient Computing so gut wie nicht vorhanden und es bleibt fraglich, ob sich das mit dem Harman Kardon Invoke ändern wird. Amazon fürchtet sich jedenfalls nicht davor, nutzt aber die Chance, sich so am Desktop breit zu machen. Microsoft hat eingesehen, dass man nicht gegen Alexa wird konkurrieren können und man nicht dieselbe Konkurrenzfähigkeit von Apple oder Google hat. Aus diesem Grund geht man diese wichtige Partnerschaft ein.

Die Partnerschaft mit Amazon ist für Microsoft im Bereich der digitalen Assistenten noch das geringste Übel. Wichtiger ist, dass beide Unternehmen einen gemeinsamen Feind haben: Google. Auf die Frage, ob man denn in diese Partnerschaft Google und Apple aufnehmen würde, wussten beide CEOs keine wirkliche Antwort. Jeff Bezos sagte, er würde sie willkommen heißen, während Nadella wissen ließ, dass die beiden Unternehmen sich hoffentlich davon inspirieren lassen. Diese Aussagen klingen, als würden sich Amazon und Microsoft zu einer Initiative zusammenschließen, die alle digitalen Assistenten zusammenbringen will, doch der Eindrück trügt.

Hat man denn Google und Apple gefragt, ob sie mitmachen möchten? Nein, ließ Amazon-Chef Bezos wissen.

Dieser Zusammenschluss zwischen Cortana und Alexa hat lediglich zum Zweck, die beiden Assistenten gegen die Konkurrenz von Apple oder vor allem Google zu schützen.

Wie geht es weiter mit Cortana und Alexa?

Diese momentan noch sehr simple Implementierung der beiden Assistenten wird in Zukunft verbessert, ließen die beiden Unternehmen wissen. Dass man aktuell den primären Assistenten fragen muss, den anderen zu fragen, ist schlichtweg seltsam.

Amazons Jeff Bezos sagte, der primäre Assistent auf einem Geräte werde in Zukunft smart genug sein, um eine Anfrage automatisch an den entsprechenden anderen Assistenten weiterzuleiten. Das sei das Beste für den Kunden und würde irgendwann passieren.

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"Entdeckung besteht darin, den gleichen Gegenstand wie alle anderen zu betrachten, sich aber etwas anderes dabei zu denken."
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