HP Spectre 13 (2017) mit Intel Core i7-8550U im Test

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Das HP Spectre 13 ist das edelste Stück Hardware, das vom Hause HP verkauft wird. Nicht, weil es leistungsfähiger, funktionaler oder in irgendeiner Form besser ist als andere Produkte des Herstellers. Nein, das HP Spectre 13 ist einfach edler.

Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde das HP Spectre 13 im Schloss Versailles, in Paris neben Handtaschen und Schmuck und nicht nicht den anderen funktionalen Laptops für einfache Leute. HP wollte es von der Konkurrenz abheben, von den eigenen Produkten, sogar von der eigenen Marke. Mit dem ersten Spectre 13 hat HP für das Gerät und für sich ein Image als Premium-Hersteller kreiert, jedoch kein gutes Gerät.

Mit der neuen Generation will HP zeigen, dass nur das Spectre 13 abgehoben ist und nicht der gesamte Konzern, der es produziert. Man hat Kunden genau zugehört und das neue Gerät entsprechend verbessert. Das Touchpad, den grässlichen Sound, die Akkulaufzeit. Wir haben das neue HP Spectre 13 für euch getestet.

HP Spectre 13 (2017) Test – Video

HP Spectre 13 (2017) Test – Design

10,4 Millimeter

Die im Jahr 2016 vorgestellte erste Generation dieses Laptops war für stolze fünf Monate das dünnste Notebook der Welt bis man von Acer abgehängt wurde, wo man bis heute diesen wertlosen Rekord hält. Es ist ein Wettlauf, den Acer gegen sich selbst läuft, weil es niemanden sonst interessiert. Derartige Rekorde sind meiner Ansicht nach zwar ein Zeichen für Innovation, aber in der Regel auch für schlechte Qualität.

Das neue HP Spectre 13 ist jedenfalls nicht dünner geworden, womit HP die sinnlose Rekordjagd für beendet erklärt hat. Man tröstet sich nun mit der belanglosen Tatsache, dass man das dünnste Touchscreen-Notebook produziert. In diesem Jahr hängt man die Rekordjagd erfreulicherweise nicht an die große Glocke und das ist gut so.

Zwar ist das HP Spectre 13 nicht dicker geworden und ist somit weiterhin knapp dünner als eine AAA-Batterie, allerdings hat sich seit dem Jahr 2016 aus technologischer Sicht einiges getan. Im Vergleich zum Acer Swift 7, das dünner als 9 Millimeter ist, wirkt das HP Spectre 13 mit seinen 10,4 Millimetern sehr normal.

Design – Besonders in jedem Detail

Nun sei allerdings schon genug zur Dicke Dünne dieses 13,3-Zoll Ultrabooks gesagt und ich gehe wirklich über zum Design. Auch hier kommt man nicht umhin, diese faszinierend geringe Tiefe zu bemerken. Erreicht wird dies vor allem dank des einzigartigen Scharniers, welches HP beim Spectre 13 verbaut hat. Dieser golden glänzende Ring, der die Displayeinheit aufgeklappt förmlich schweben lässt, verleiht dem HP Spectre 13 ein einzigartiges und sehr hochwertig wirkendes Design. Die flache Tastatur wird wird abrupt unterbrochen durch die Erhöhung für das Scharnier, das auf der Rückseite die drei USB Typ-C Ports verbirgt. Zugeklappt verschwinden die beiden Scharnier-Ringe elegant im Gehäuse und das Display fällt in die Vertiefung über der Tastatur. Alles sieht dabei so elegant aus und betrachtet man das Gerät genauer, muss man die vielen einzigartigen Details bemerken, das Muster bei den Lautsprechern, die Form der Seiten und die diamant-geschliffenen Kanten unter dem Scharnier.

Das HP Spectre 13 ist eines der schönsten Notebooks auf dem Markt. Man war sichtlich darum bemüht, jedes Detail richtig zu machen und das ist zweifellos gelungen. Was das Äußere betrifft, setzt das HP Spectre 13 neue Maßstäbe.

Dabei spielt die neue Farbe keine unwesentliche Rolle. Die Ceramic White-Lackierung mit den dezenten goldenen Akzenten beim Scharnier und an den Seiten lassen es unglaublich edel und einzigartig aussehen. Auf den ersten Blick ist dieses weiße Gehäuse sehr unscheinbar, doch in Wahrheit ist es eine kleine Besonderheit. Es ist nämlich ein sehr, sehr weißes Metallgehäuse. Hierfür hat HP eine sehr aufwendige Lackierung genutzt, welche hauptsächlich in der Automobilbranche üblich ist und sich AED-Coating nennt. Diese Methode des Lackierens erlaubt es, Farben sehr satt auf Metall aufzutragen, dabei eine sehr gleichmäßige und zugleich kratzerresistente Oberfläche zu bilden. Wirklich weiße Laptops haben nämlich meist Kunststoff-Gehäuse und im Premium-Bereich gab es sie deshalb einfach nicht. Weiße Laptops mit Metallgehäuse schimmerten immer etwas gräulich durch, wie beispielsweise das Acer Aspire S7. Es zeigt, dass man bei HP weder Kosten noch Mühen gescheut hat, um eine Idee umzusetzen, die man sich in den Kopf gesetzt hat, nämlich endlich ein weißes Premium-Notebook zu bauen.

HP Spectre 13 (2017) Test – Verarbeitung

Die Begriffe „robust“ oder „widerstandsfähig“ passen einfach nicht zu einem Notebook wie dem HP Spectre 13. Es ist elegant, leicht und natürlich ultradünn. Dennoch wäre es gelogen, ihm diese Attribute nicht zuzuschreiben. Ich hätte keine Angst, es mit Schlüsseln in einen Rucksack zu packen und den Rucksack auch aus Hüfthöhe fallen zu lassen. Man hat durchaus das Gefühl, das HP Spectre 13 könnte trotz seiner „zierlichen“ Bauweise solche Unfälle schadlos überstehen.

Dennoch ist es nicht derart solide, dass man die Verarbeitung auf eine Stufe mit dem Design setzen könnte. Gewisse Nachteile hat diese ultradünne Bauweise einfach. Man kann die Tastatureinheit mit wenig Kraft stark verbiegen, nicht nur eindrücken, sondern wirklich komplett nach unten durchbiegen. Das trübt den hochwertigen Eindruck etwas, wenn es auch natürlich ein Szenario ist, das man im Alltag so gut wie nie beachten dürfte. So gut wie nie habe ich ein Notebook auf ein Knie gelegt, um auf den beiden Seiten bewusst Kraft darauf auszuüben.

Insgesamt wird die Verarbeitung dem tollen Design einfach nicht gerecht, aber das macht nichts, denn schlecht verarbeitet ist es keineswegs. Wie eingangs erwähnt, kann man es durchaus als robust bezeichnen für das, was es ist, nämlich ein 10,4mm dünnes Notebook. Das Design ist aber einfach in einer Liga für sich.

HP Spectre 13 Test – Tastatur

HP ist bekannt für seine sehr guten Tastaturen bei Notebooks und es wäre nichts Geringeres als eine Schande, wenn man beim eigenen Premium-Flaggschiff nicht zeigen würde, was man kann. Die Tastatur bietet einen angenehmen Hub und die einzelnen Tasten eine sehr gute Größe. An das Tippen auf dem HP Spectre 13 (2017) gewöhnt man sich außerordentlich schnell und so danach will man das Notebook gar nicht mehr eintauschen.

Einige Macken hat die Tastatur allerdings, die vor allem das Layout betreffen. Einerseits sind die Pfeiltasten nach oben und unten außerordentlich klein geraten, andererseits sind die spitzen Klammern nicht rechts neben der Shift-Taste, sondern links von den Pfeiltasten. Daran gewöhnt man sich aber mit der Zeit.

Touchpad

Das Touchpad ist wiederum nicht ganz auf dem Niveau von High-End Notebooks aus dem Jahr 2017. Das liegt nicht so sehr an der Qualität des Touchpads selbst, das sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert hat. Es ist gut, aber nicht perfekt. HP hätte es gerne noch etwas größer machen können, wobei es keineswegs problematisch klein ist. Grundsätzlich reicht die Touchpad-Fläche aus und ansonsten gibt es ja auch einen Touchscreen.

Das meiner Ansicht nach weit größere Problem ist die Weigerung von HP, den Microsoft Präzisionstouchpad-Treiber zu verwenden. Weiterhin wird die Hardware über den proprietären Synaptics-Treiber angesteuert und die Gesten müssen auch weiterhin dort konfiguriert werden anstatt zentral in den Einstellungen. Es gibt einen fühlbaren Qualitätsunterschied zwischen Notebooks mit Präzisionstouchpad und Notebooks ohne. Sie sind schneller, reagieren zuverlässiger und bieten ein besseres Benutzererlebnis.

HP Spectre 13 Test – Display

HP rühmt sich beim neuen Spectre 13, dass man das dünnste Notebook mit Touchscreen bauen konnte und das ist grundsätzlich eine wirklich schöne Sache für HP. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich die Qualität des Panels aber ordentlich verbessert.

Einerseits gibt es mit dem 4K-Panel eine außerordentlich hohe Auflösung, die Inhalte natürlich gestochen Scharf darstellt. Texte zu lesen ist auf dem Display des HP Spectre 13 wirklich ein Genuss bei der Klarheit, mit der man die Zeichen sieht. Kein Pixel ist erkennbar, als wäre es Papier.

Die Farbdarstellung ist obendrein ebenfalls außerordentlich gut, genauso auch die Blickwinkelstabilität des IPS-Displays. Die Kontraste sind beeindruckend, wobei sich bei unserem Modell an der Unterseite ein leichtes Screenbleeding zu erkennen. Solange man es nicht im direkten Sonnenlicht nutzen will, reicht die Helligkeit jedenfalls aus.

Software und Performance

Genug Leistung, um diese vielen Pixel auch korrekt am Display darzustellen, bietet die neueste Generation an Intel Core-Prozessoren der U-Serie auf jeden Fall. Unser Modell mit dem Intel Core i7-8550U, 8 Gigabyte LPDDR3-Arbeitsspeicher und 256 Gigabyte SSD bot dank des neuen Quadcore-Prozessors mehr als ausreichend Leistung für alltägliche Arbeiten.

In unseren Performance-Benchmarks leistete der Prozessor 20 Prozent mehr als ein i7-der Vorgänger-Y-Reihe und und 23 Prozent mehr als der Core i5-7200U im Surface Laptop. Letzterer ist Preislich sogar auf einer Höhe mit dem neuen HP Spectre 13.

Alltägliche Aufgaben lassen sich am HP Spectre 13 prima erledigen, mögen diese auch mal etwas aufwendiger sein. Photoshop und Lightroom stellen kein Problem dar, während man sich mit Videobearbeitung doch eher zurückhalten sollte.

Hitzeentwicklung

Grund dafür ist, dass das HP Spectre 13 aufgrund seiner außerordentlich dünnen Bauweise doch etwas Probleme hat, die warme Luft auf schnellem Weg aus dem Gehäuse zu schaffen. Dass die großen Lüfterschlitze zudem auch noch an der Unterseite des Geräts liegen, trägt ebenfalls nicht sonderlich positiv zur Verringerung der Hitze bei.

Vor allem, wenn das HP Spectre 13 im Schoß oder auf dem Bett verwendet wird, kann man damit rechnen, dass auch im Normalbetrieb früher oder später der Lüfter anspringen wird und dabei auch nicht gerade leise versuchen wird, die warme Luft aus dem Gehäuse zirkulieren zu lassen. Wird das Notebook dann auch noch beansprucht, wird es bereits beinahe heiß und entsprechend auch die Leistung gedrosselt.

HP Spectre 13 – Akkulaufzeit

In unserem standardisierten Benchmark-Test, bei dem eine reale Nutzung des Geräts simuliert wird, kommt das HP Spectre 13 bei mittlerer Helligkeit auf 406 Minuten, sprich 6,7 Stunden. Was grundsätzlich wie ein guter Wert klingt, ist in dieser Produktkategorie allerdings weit unterdurchschnittlich.

Bei normaler Nutzung, wo die meisten Anwender eine höhere Displayhelligkeit aktiviert haben, sind Laufzeiten zwischen 4,5 und 5,5 Stunden zu erwarten. Bei höherer Last kommt man allerdings nur 3 Stunden damit durch.

Die Kombination aus einem dünnen Gehäuse samt kleinen Akku, dem überaus hochauflösenden 4K-Display und dem ressourcenhungrigen Intel Core i7-Quadcore Prozessor ergibt eine insgesamt sehr schwache Akkulaufzeit.

HP Spectre 13 Test – Fazit

Bei einem Preis von 1.499 Euro, was momentan einen üblichen Kurs für das von uns getestete HP Spectre 13 darstellt, muss man feststellen, dass es das Geld einfach nicht wert ist. Es fing in Sachen Verarbeitung so gut an, doch die sehr starke Hitzeentwicklung und die zu kurze Akkulaufzeit machen diese Konfiguration schlichtweg uninteressant. 1.500 Euro sind zum Beispiel in einem HP Spectre x360 deutlich besser investiert.

Wer aber wirklich ein HP Spectre 13 will und das ist aufgrund des schlichtweg edlen Designs auch niemanden zu verübeln, sollte zur günstigsten Konfiguration greifen, die nur möglich ist. In dem Fall ist es das Modell mit Intel Core i5-8250U, 8 Gigabyte RAM, 256 Gigabyte SSD und FullHD-Display für derzeit 1.250 Euro. Das ist zwar auch noch sehr viel Geld, aber zumindest ein möglicher Kompromiss. Die Akkulaufzeit sollte tatsächlich die versprochene 8 Stunden-Marke erreichen können, die Hitzeentwicklung sollte deutlich geringer ausfallen und man hat dennoch dieses schöne kleine Ultrabook mit dem edlen Design. Für das was es ist, nämlich ein ultradünnes Notebook, ist das HP Spectre 13 gar nicht mehr so schlecht.

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WindowsArea.de Wertung
DESIGN & VERARBEITUNG 92%
TASTATUR & TOUCHPAD 83%
DISPLAY 82%
AUDIO 84%
PERFORMANCE & SOFTWARE 85%
AKKULAUFZEIT 67%
82% ultradünn
Readers Rating 0%
0 Bewertungen

Das HP Spectre 13 ist für das, was es ist, nämlich ein ultradünnes Notebook, durchaus gut. Dennoch sind 1.500 Euro in ein etwas dickeres Ultrabook eine sinnvollere Investition. Wer es wegen des Designs kaufen möchte, sollte zur günstigsten Konfiguration mit Intel Core i5-Prozessor greifen.

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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Basti
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Schade, dass HP bei einem so tollen Gerät keinen größeren Akku verbaut und das Gerät 2mm dicker macht. Dünne Geräte kann man sich ja für Windows 10 ARM aufheben.

Aber zum Preis: Ich frage mich, wie viele Menschen bei einem reinen Image Gerät zu hp greifen. Für das Geld bekommt man schon ein MacBook Pro oder einen Surface Laptop. Und dass die Marken Apple und Microsoft Surface ’stylischer‘ sind gilt ja schon als gesichert.

SyrtakiVampir
Mitglied
SyrtakiVampir

Danke für den Test! Wieso habt ihr den Prozessor mit der vorherigen Y-Generation und nicht den U-Prozessoren (bezüglich des i7) von Intel verglichen?