Chuwi Lapbook Air Test – Was kann der Surface Laptop-Klon aus China?

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Der chinesische Hersteller Chuwi hat sich besonders im letzten Jahr mit seinen günstigen Produkten auch in Europa einen Namen gemacht. Der Hersteller bietet nämlich sehr viele günstige Laptops, Tablets und Convertibles an, welche hierzulande zu solchen Preisen nicht denkbar sind. Auch inklusive Einfuhrumsatzsteuer sind die China-Geräte oftmals deutlich günstiger und dennoch besser ausgestattet als ihre deutschen Äquivalente.

Dazu zählt auch das Chuwi Lapbook Air, das bis Ende Februar mit dem Gutschein WALAPBAIR für 280,82 Euro von Gearbest aus China bestellt werden kann. Für den Preis ist es mit beeindruckender Hardware ausgestattet und in Deutschland kommt kein Gerät unter 300 Euro nur ansatzweise an die Spezifikationen ran. Spezifikationen sind allerdings nicht alles. Vor allem bei Geräten aus China muss man besonders auf die Akkulaufzeit und Zuverlässigkeit achten. Aus diesem Grund haben wir das Chuwi Lapbook Air ausführlich für euch getestet.

Chuwi Lapbook Air Video-Review

Chuwi Lapbook Air Test – Hardware

Ausgestattet ist das Chuwi Lapbook Air nämlich mit einem Intel Celeron N3450-Prozessor, der unserer Meinung nach mit Abstand beste Celeron Prozessor für günstige Notebooks. Leider ist in Deutschland in den meisten Notebooks unter 300 Euro der Intel Celeron N3350 verbaut. Der Unterschied im Namen fällt zwar außerordentlich gering aus, doch im Alltag zeigt sich dieser gravierend. Der N3450 ist ein Quad-Core, während der N3350 nur über zwei Kerne verfügt. Die Unterschiede im Benchmark sind deutlich und auch in der alltäglichen Nutzung zu spüren.

In Deutschland hat in der Kategorie Notebook unter 300 Euro einzig und allein das Acer TravelMate Spin B1 diesen Prozessor verbaut und bereits das muss man Acer hoch anrechnen.

Chuwi legt allerdings im Vergleich zu allen Notebooks in Deutschland in Sachen Hardware einen drauf und verbaut für diese Preisklasse völlig unübliche 8 Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher, wodurch man sich noch flüssigeres Multitasking unter Windows 10 verspricht.

  • Display: 14,1-Zoll FullHD IP, 1920 x 1080
  • Prozessor: Intel Celeron N3450, 1,1 bis 2,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte DDR3
  • Speicher: 128 Gigabyte M.2 SanDisk eMMC
  • Anschlüsse: 2 x USB 3.0, MicroHDMI, MicroSD, 3,5mm Audio
  • Konnektivität: WLAN ac, Bluetooth 4.0
  • Akkulaufzeit: 7 – 8 Stunden Idle

Chuwi Lapbook Air Test – Design

Das Chuwi Lapbook Air ist in ein graues Aluminium-Gehäuse gehüllt, welches doch eher dem Surface Laptop ähnelt als dem MacBook Air, dessen Namen es schließlich ganz leicht imitiert. Es ist schlicht und hat kaum Auffälligkeiten. Betrachtet man es aufgeklappt, findet man ein schwarz verglastes Display mit vergleichsweise schlanken Rahmen vor, eine hellgraue Handablage und eine etwas dunkelgrauere Tastatur mit weißem Aufdruck. Der Start-Knopf ist ein Teil der Tastatur, wie es heute bereits bei vielen Notebooks üblich ist.

Ein Highlight ist, im wahrsten Sinne des Wortes, die Rückseite des Chuwi Lapbook Air, wo sich noch ein ganz dezent leuchtendes Logo befindet. Während man bei Tageslicht die Ausleuchtung kaum bemerkt, fällt es durchaus in dunklerer Umgebung auf, dass das Logo beleuchtet ist. Einen Hauch MacBook-Feeling bei einem Notebook für unter 300 Euro.

Dass das Notebook nach vorne hin dünner wird, ist ein reiner Design-Trick des Gehäuses, welches zwar an den Seiten diesen Eindruck erweckt, jedoch unten bis zur Front des Geräts in Wahrheit kaum dünner wird. Man erkennt es auch daran, dass die dünne Vorderseite des Geräts sozusagen in der Luft liegt. Dennoch ist das Chuwi Lapbook Air ein sehr schlankes Notebook, das problemlos in der Tasche transportiert werden kann.

Chuwi Lapbook Air Test – Verarbeitung

Die Tastatureinheit ist in sehr hochwertiges Aluminium gehüllt, das an den Kanten glatt geschliffen ist und daher über dezent glänzende Elemente verfügt. Die Displayeinheit besteht jedoch aus Polykarbonat, was den guten Eindruck von der Verarbeitung etwas trügt. Die Oberseite lässt sich recht einfach eindrücken und generell wirkt die Displayeinheit nicht derart gut verarbeitet wie der Rest des Chuwi Lapbook Air.

Das Notebook lässt sich überhaupt nicht mit einer Hand aufklappen, da das Scharnier am Anfang vergleichsweise schwergängig ist. Hebt man nur das Display an, geht die gesamte Unterseite mit. Das ist im Alltag gelegentlich ein Ärgernis, aber insgesamt ein verkraftbares Manko. Offenbar konnte der Hersteller nur so gewährleisten, dass es beim Tippen nicht allzu stark wippt.

Chuwi Lapbook Air Test – Display

Erfreulich ist dagegen die Qualität des Displays selbst. Das Chuwi Lapbook Air verfügt nämlich über ein 14,1-Zoll großes FullHD IPS-Display. Hierbei handelt es sich nicht um eine matte Oberfläche, wie es bei vielen Notebooks in dieser Preisklasse üblich ist, sondern um eine verglaste Displayeinheit. Somit spiegelt es auch entsprechend stark, was die Nutzung im direkten Sonnenlicht praktisch unmöglich macht. Die Helligkeit ist allerdings sehr in Ordnung und man hat keine Probleme damit, vor einem helleren Fenster die Inhalte auf dem Display zu erkennen.

Wie man es von IPS-Panels gewohnt ist, kann auch das Display des Chuwi Lapbook Air mit einer sehr guten Blickwinkelstabilität aufwarten. Die Farbdarstellung ist für diesen Preis außerordentlich gut und wirkt nicht blass, wie es bei vielen Notebooks in dieser Preisklasse normal ist. Die Farben wirken durchaus lebendig sowie auch realistisch, wenn es auch natürlich nicht an das Niveau von deutlich teureren Geräten herankommt, wie eben den Surface Laptop. Im Gegensatz zu Apples MacBook Air hat es immerhin ein zeitgemäßes FullHD-Display.

Chuwi Lapbook Air Test – Tastatur und Touchpad

Die Eingabegeräte am Chuwi Lapbook Air sind im Großen und Ganzen in Ordnung, wenn sie auch einige kleinere Macken haben.

Die Tastatur besitzt einen vergleichsweise hohen Hub und ist noch gut verarbeitet. Die Tasten sind geringfügig kleiner als man es bei vielen Notebooks kennt, woran man sich allerdings binnen kürzester Zeit gewöhnen kann. Zum Tippen ist die Tastatur im Alltag sehr gut und das Tippgefühl ist für ein Notebook dieser Preisklasse außerordentlich gut. Das größte Manko an der englischsprachigen Tastatur am Chuwi Lapbook Air ist allerdings der Aufdruck der Tasten. Die Tasten selbst sind dunkelgrau, während der Aufdruck grau ist. So sind die aufgedruckten Symbole kaum kontrastreich und schwer abzulesen, was zwar für das Tippen kein Problem ist, wenn man das 10-Finger-System beherrscht, allerdings dann zum Ärgernis wird, wenn man die Funktionstasten für die Lautstärke, Helligkeit und die Tastaturbeleuchtung sucht. Die Tastaturbeleuchtung kennt nur die Stufen ein und aus, wobei sie eingeschaltet nicht wirklich viel Licht spendet. Für die Nutzung in der Nacht reicht die Beleuchtung allerdings aus.

Das Touchpad ist vergleichsweise geräumig, verwendet den Microsoft Präzisionstouchpad-Treiber und unterstützt grundsätzlich sämtliche Windows 10-Gesten. Diese Multitouch-Gesten führt es auch tadellos aus. Problematisch ist das Touchpad allerdings in Sachen Präzision, denn es ist oftmals schwierig, es auf ein Element am Display zu richten, um darauf zu klicken. Wenn man es sehr langsam bewegt, reagiert es einfach nicht so gut. So passiert es zeitweise, dass man ein Feld zum Ankreuzen nicht trifft oder die falsche Zeile in einem klein gedruckten Dokument antippt.

Chuwi Lapbook Air Test – Audio

Die Lautsprecher sind laut und das ist zumindest eine erfreuliche Sache, denn China-Notebooks haben in der Regel meist ein Problem mit sehr geringer Lautstärke.

Das ist beim Chuwi Lapbook Air glücklicherweise nicht der Fall. Serien, YouTube-Videos und Musik ist jedenfalls laut genug, wenn man alleine oder zu zweit davor sitzt.

Die Soundqualität selbst ist auf jeden Fall brauchbar für Serien und Videos, wenn der Sound auch etwas dumpf klingen mag. Für den täglichen Medienkonsum ist die verbaute Audio-Einheit mehr als ausreichend.

Chuwi Lapbook Air Test – Performance

Dank der Ausstattung mit einem Intel Celeron N3450-Prozessor bietet das Chuwi Lapbook Air vergleichsweise mehr Leistung als meisten Notebooks in dieser Preisklasse, die es in Deutschland zu kaufen gibt.

Die zwei zusätzlichen Prozessorkerne machen sich im Alltag deutlich bemerkbar und alltägliche Anwendungen wie Chrome, Office sowie einfachere Universal Apps wie Unigram oder die WindowsArea.de-App laufen darauf völlig tadellos. Im Vergleich zu günstigeren Notebooks mit dem Celeron Dual-Core Prozessoren, welche meist auch deutlich weniger Arbeitsspeicher besitzen, muss man beispielsweise nicht darauf achten, wie viele Apps oder Browser-Tabs man offen hat. Bei alltäglichen Aufgaben verhält sich das Chuwi Lapbook Air etwa so gut wie ein Surface Pro in der günstigsten Konfiguration.

Erst, wenn im Hintergrund ein oder mehrere aufwendige Prozesse laufen, merkt man den Untercshied, denn dann wird der Laptop etwas langsamer. Hierzu zählen zum Beispiel Überprüfungen durch einen Virenschutz, Windows Updates, die ewig dauernde und zu oft fehlschlagende Installation von Apps aus dem defekten Microsoft Store oder die Installation größerer Desktop-Programme. Da dies allerdings auch nicht permanent vorkommt, läuft es in der Regel sehr schnell und zuverlässig. Kleinere Games, wie Minecraft oder ältere Titel, lassen sich darauf auch problemlos zocken. Photoshop läuft prinzipiell und einfachere Dinge lassen sich damit auch erledigen.

Videobearbeitung ist darauf möglich bis FullHD und für eher kürzere Clips. Möglich, aber etwas strapaziös. Effekte, Transitionen und mehr als eine Videospur sind nicht empfehlenswert. Man riskiert Abstürze und den Verlust des Speicherstands. Dass es möglich ist auf einem 300 Euro-Laptop ein Video zu bearbeiten, davon zeugt unser Review des Chuwi Lapbook Air, welches vollkommen auf dem Gerät selbst geschnitten wurde. Wenn man Effekte nutzt, kann man das Gerät allerdings so strapazieren, dass es den aktuellen Speicherstand des Projekts mit einer leeren Datei überschreibt, sodass man immer mehrere Backups eines Projekts haben sollte. Wer allerdings wirklich eine YouTuber-Karriere starten will, sollte die 300 Euro lieber in einen Desktop-PC investieren.

Chuwi Lapbook Air Test – Software

Das Chuwi Lapbook Air ist erfreulicherweise mit einer sehr sauberen Windows 10-Installation versehen ohne Bloatware, einen zusätzlichen Virenschutz oder andere ärgerliche Modifikationen.

Windows 10 ist darauf allerdings nicht ganz so zuverlässig, wie man es womöglich von anderen Geräten gewohnt ist. Versetzt man es beispielsweise durch das Drücken der Ein-/Aus-Taste versehentlich in den Energiesparmodus, geht das Display beim erneuten Einschalten einfach nicht an. Man muss gefühlte Ewigkeiten warten bis das Notebook reagiert. Oder man schaltet es einfach aus und startet es ne, wenn man, wie ich, ungeduldig ist.

Wenn das Notebook zugeklappt ist, schaltet es sich zudem nicht immer in den Stromsparmodus, sodass das Chuwi Lapbook Air im Rucksack eingeschaltet bleibt obwohl es zugeklappt ist. Oftmals bemerkt man das nur daran, dass man keinen Akku mehr hat, wenn man am Zielort angekommen ist.

Solche kleinen Fehler kommen zwar eher selten vor, sind allerdings immer dann ein Ärgernis, wenn sie passieren.

Chuwi Lapbook Air – Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des Chuwi Lapbook Air ist für den Preis sehr gut, besonders für ein Notebook aus China. Bei alltäglicher Nutzung schafften wir in unserem Test bei mittlerer Helligkeit und aktivierter Tastaturbeleuchtung etwas mehr als 7,9 Stunden und somit einen sehr ordentlichen Wert. Genaugenommen waren es 476 Minuten. Die Helligkeit ist bei 50 Prozent auch locker ausreichend für Zuhause.

Der Akku verfügt über eine Kapazität von 5.000 mAh, was auf jeden Fall genug ist. Der Hersteller hat sich allerdings überhaupt nicht darum bemüht, die Ladezeit irgendwie zu optimieren. Das Gerät lädt als würde man den Akku über ein MicroUSB-Kabel aufladen. Es dauert unglaublich lange, das Gerät komplett aufzuladen. Bis zu vier Stunden konnte das in unserem Test dauern und es gelegentlich für einige Minuten aufzuladen, hat somit überhaupt keinen Effekt.

Chuwi Lapbook Air Test – Fazit

Das Chuwi Lapbook Air besticht durch eine wirklich gute Hardware, vor allem bei einem Preis von unter 300 Euro. Im Vergleich zum Trekstor PrimeBook P14, das bei Lidl 250, allerdings regulär 350 Euro kostet, bietet es mehr Arbeitsspeicher, einen besseren Prozessor und ein etwas besseres Display, hat dafür eine deutlich längere Ladezeit, ein englisches Tastaturlayout und keinen USB Typ-C Anschluss.

Insgesamt macht die deutlich bessere Performance das Chuwi Lapbook Air allerdings zum besseren Gerät. Es ist dank seiner soliden Performance einfach besser geeignet für den Alltag und man kann mehr Aufgaben gleichzeitig erledigen bevor man an die Grenzen des Arbeitsspeichers gelangt.

Abgesehen vom Trekstor Primebook P14 gibt es in Deutschland sonst kaum vergleichbare Geräte, die zum Beispiel ein FullHD-Display bieten. In dem Preisbereich ist das Chuwi Lapbook Air einfach klar an der Spitze.

Wer also 300 Euro hat für ein Notebook und das Risiko des Kaufs aus China auf sich nehmen will, wird mit dem Chuwi Lapbook Air auf jeden Fall belohnt. Es ist günstiger und schneller als sämtliche Alternativen aus Deutschland, aber gleichzeitig genug zuverlässig und robust, um einige Strapazen auszuhalten.

Gearbest-Angebot

Derzeit könnt ihr das Chuwi Lapbook Air mit dem Gutscheincode WALAPBAIR für 280 Euro erwerben. Wählt dabei die Versandart Germany Express aus, sodass der Artikel von Gearbest verzollt wird und ihr euch darüber keine Sorgen machen müsst.

Gutschein: WALAPBAIR, gültig bis 28.2.2018


Enthält Partnerlinks.

WindowsArea.de Wertung
DESIGN & VERARBEITUNG 87%
TASTATUR & TOUCHPAD 84%
DISPLAY 92%
AUDIO 84%
PERFORMANCE & SOFTWARE 87%
AKKULAUFZEIT 83%
86% top
Readers Rating 0%
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Der chinesische Hersteller hat beim Chuwi Lapbook Air seine Hausaufgaben gemacht. Die Performance ist beeindruckend, die Eingabegeräte sehr brauchbar und die Akkulaufzeit lang. Was es bislang an China-Notebooks zu kritisieren gab, ist hier kein Thema. Die lange Ladezeit sowie das etwas unpräzise Touchpad muss man jedoch als Mängel nennen.

Über den Autor

21 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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stefiro
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stefiro

In dem Zusammenhang: Im M$-Store gibt’s das Surface Laptop in allen i7-konfigurationen mit 20% Rabatt!

Gorbowski
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Gorbowski

„Hebt man nur das Display an, geht die gesamte Unterseite mit. “
Das macht sogar das MacBook Pro, kann also nur gut sein. 😉