Lenovo IdeaPad 720S Test – 13-Zoll Ryzen 5-Laptop

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Das Lenovo IdeaPad 720S ist das erste 13-Zoll Ryzen 5-betriebene Notebook auf dem Markt. AMD ist zurück und das war Grund genug, um uns dieses Ultra… sehr flache Notebook genauer anzusehen.

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Lenovo IdeaPad 720S Test – Hardware

  • Display: 13,3-Zoll 1920 x 1080, IPS, matt
  • Prozessor: AMD Ryzen 5 2500U, 4 x 2,0 GHz
  • Grafik: AMD Vega8 Mobile IGPU
  • Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte DDR4 @ 2133 MHz
  • Speicher: 128 Gigabyte SSD
  • Akkulaufzeit: 7 Stunden
  • Anschlüsse: 2 x USB Typ-C, 2 x USB Typ-A, 3,5mm Audio

Lenovo IdeaPad 720S Test – Video

Design und Verarbeitung

Das Lenovo IdeaPad 720S ist in das exakt selbe, dünne und 1,14 Kilogramm leichte Aluminium-Gehäuse wie das Schwestermodell mit Intel Core-Prozessor gehüllt. Es ist wirklich sehr flach und das Design insgesamt als schnörkellos zu bezeichnen. Das Design erinnert an so manches hochwertigeres China-Notebook, das wir hier bereits das eine oder andere Mal zum Test hatten. Aluminium-Gehäuse, geschliffen glänzende Kanten und ein einfaches, funktionales Scharnier.

Um das geringe Gewicht und die Tiefe erreichen zu können, musste am Aluminium natürlich gespart werden. Durch das etwas dünnere Material fühlt es sich einfach nicht derart solide und robust wie beispielsweise ein Surface Laptop an. Aber es ist zweifellos ein gut verarbeitetes und dennoch hochwertig wirkendes kleines Notebook.

Und eine Sache noch: Man merkt dem Lenovo IdeaPad 720S äußerlich an keiner Stelle an, dass es von einem AMD Ryzen-Prozessor betrieben wird. Es ist ultra schlank, unglaublich leicht und verfügt dank des sehr dünnen Displayrahmens über ein vergleichsweise kleines Profil. Verabschiedet euch also direkt von den Vorurteilen gegenüber AMD-Notebooks, welche die letzten 5 Jahre verdienterweise entstanden sind. AMD kann auch Ultrabooks.

Display

Das matte und von Plastik umrahmte FullHD-Display des Lenovo IdeaPad 720S ist für ein Notebook in diesem Preisbereich jedenfalls in Ordnung. Es handelt sich um ein IPS-Display, das sehr gute Blickwinkel bietet. Die Farben sind etwas blasser und die Kontraste schwächer als bei der Konkurrenz, beispielsweise im Vergleich zum Dell XPS 13. Dies kann allerdings auch an der matten Oberfläche liegen, welche immerhin den Vorteil hat, dass es im Sonnenlicht weniger spiegelt. Touchscreen gibt es daher leider keinen und ich habe diesen in der Bedienung gelegentlich vermisst.

Leider muss man auch sagen, dass es trotz der matten Displayoberfläche kein Arbeitsgerät für draußen ist. Da spielt nämlich die Helligkeit des Displays nicht ganz mit. Während andere Hersteller in ihren neuen Notebooks immer hellere Displays verbauen, die selbst im Sonnenlicht die Inhalte gut erkennbar darstellen, hat man bei Lenovo an dieser Stelle gespart. Leider reicht die matte Oberfläche nicht aus, um draußen die Spiegelung zu schlagen. Innen reicht das Display aber zweifellos aus und insgesamt ist die Qualität auch in Ordnung.

Tastatur und Touchpad

Das Tippgefühl am Lenovo IdeaPad 720S ist sehr gut, wenn auch der Hub vergleichsweise gering und die Verarbeitung der Tasten nicht ganz perfekt ist. Man kann am Notebook außerordentlich gut arbeiten und auch problemlos komfortabel längere Texte verfassen. Es ist aber auch nicht die beste Tastatur in einem Laptop. Sie ist im guten Mittelfeld, kann man sagen. Die Abstände zwischen den Tasten der Chiclet-Tastatur sind gewöhnungsbedürftig groß und das Feedback macht einfach keinen so hochwertigen Eindruck wie beispielsweise beim Surface Book oder bei manchen HP-Geräten.

Dafür macht Lenovo beim Touchpad absolut alles richtig und verwendet beispielsweise im Gegensatz zu HP auch vorbildlich den Präzisionstouchpad-Treiber von Microsoft. Das Touchpad ist geräumig und sehr präzise. Die Gesten funktionieren perfekt, das Scrollen ebenso und auch präzise Eingaben sind damit einwandfrei möglich. Ein Touchpad, wie es im Buche steht. So muss das sein.

Audio

Obwohl an der Front direkt über dem AMD-Sticker der Schriftzug von JBL-Schriftzug prangt, äußert sich das nicht wirklich in der Audioqualität des Geräts. Im Gegenteil. Die Lautsprecher sind so leise, dass man Serien darauf kaum betrachten kann ohne mit größter Aufmerksamkeit zuzuhören. Wenn zudem Chips im Spiel sind, kann man das Vergnügen mit Serien oder etwas leiser aufgenommenen YouTube-Videos direkt vergessen.

Die Soundqualität selbst ist in Ordnung, wenn sie auch unserer Meinung nach dem Preis des Notebooks nicht gerecht wird. Wer nur selten oder höchstens alleine Serien auf dem Laptop schaut, für den reicht es aus.

Software & Performance

Das sollte jene Disziplin werden, in der AMD zeigt, was man im Notebook-Bereich kann. Im Lenovo IdeaPad 720S funktioniert das allerdings nicht so gut, was wohl auch daran liegt, dass die AMD-Variante den Arbeitsspeicher von 2400 MHz auf 2133 MHz heruntertaktet. Inden meisten CPU- und GPU-Benchmark liefert der AMD Ryzen 5 2500U daher meist schlechtere Ergebnisse als der Intel Core i5-8250U. Alle Details zu diesen Tests findet ihr im darüber eingebetteten Video.

In den CPU-Benchmarks kommt Intel auf knapp 20 Prozent mehr Leistung und in GPU-Tests ist man etwa 16 Prozent schneller. Das ist auf dem Papier unerfreulich, zeigt sich aber im Alltag praktisch gar nicht. Das IdeaPad 720S mit Ryzen 5 führt sämtliche Aufgaben des Alltags flüssig aus. Apps und Programme starten schnell und laufen reibungslos. Selbst Videobearbeitung in FullHD-Auflösung ist auf dem Ultrabook ohne Weiteres möglich.

Dass die Performance nicht ganz auf dem Niveau des Ryzen 5 2500U in 15-Zoll Notebooks ist, könnte auch einfach am Formfaktor liegen. Möglicherweise hat Lenovo die Leistung etwas gedrosselt, um die Hitzeentwicklung zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Üblicherweise schlägt der Ryzen 5 2500U den Core i5-8250U in Benchmarks.

Die Software auf dem Lenovo IdeaPad 720S mit Ryzen 5 ist zudem erfreulicherweise praktisch frei von Bloatware.

Akkulaufzeit & Hitzeentwicklung

Lenovo verspricht beim Lenovo IdeaPad 720S eine Akkulaufzeit von bis zu 8 Stunden und damit keine Minute zu viel. In unserem Benchmark kommt das Ryzen 5-betriebene Ultrabook nämlich sogar auf 8,5 Stunden bei durchschnittlicher Nutzung und mittlerer Displayhelligkeit.

Das ist ein sehr guter Wert für ein Notebook in dieser Preisklasse. Auch hier macht sich der AMD-Prozessor keineswegs negativ bemerkbar.

Dasselbe gilt für die Hitzeentwicklung. Das Notebook bleibt im Alltag schön kühl und die Lüfter springen außerordentlich selten an. Lediglich unter hoher Last sind sie leise zu hören, keineswegs störend oder penetrant laut.

Fazit

Das IdeaPad 720S von Lenovo macht einige Dinge „ein Bisschen“ falsch. Die Tastatur ist nicht die beste auf dem Markt, das Display ist im Sonnenlicht kaum ablesbar und die Performance des Ryzen 5-Modells hinkt der direkten Intel-Konkurrenz etwas hinterher.

Aber insgesamt ist es trotzdem das beste Notebook unter 900 Euro. Und das mit Abstand. Lenovo besinnt sich beim IdeaPad 720S auf das, was man am besten kann. Anstatt im absoluten Premium-Bereich mitzumischen und teils Features anzubieten, die viele Nutzer gar nicht brauchen, spart man diese ein und bietet ein solides, schönes und schnelles Notebook für den Alltag. Nur bei den Lautsprechern hat man den Sparstift meiner Ansicht nach etwas zu viel angesetzt.

Alternativen

Das MacBook Air ist mit einem HD-Display und einem Intel Core-Prozessor der fünften Generation ausgestattet und somit keine ernsthafte Konkurrenz. Der Prozessor ist bald drei Jahre alt und selbst 300 Euro Windows-Laptops haben höher auflösende Displays.

Selbst der Surface Laptop mit dem Intel Core-Prozessor der siebten Generation ist für den Preis etwas betagt und wegen des Arbeitsspeichers nur eine Alternative, wenn man den Laptop nur fürs Surfen im Internet und generell einfachere Aufgaben verwendet. Sound, Display, Tastatur sind beim Surface Laptop aber deutlich besser als beim Lenovo IdeaPad 720S. Nur die Specs stimmen nicht ganz.

Und somit bleibt das Lenovo IdeaPad 720S mit seiner guten Tastatur, seinem guten Display, seiner guten Akkulaufzeit und seiner soliden Verarbeitung als bestes Gerät übrig. Es hat einfach keine Mängel, die man als Dealbreaker bezeichnen würde und das macht es in gewisser Weise wirklich, wirklich gut.

WindowsArea.de Wertung
DESIGN & VERARBEITUNG 88%
TASTATUR & TOUCHPAD 86%
DISPLAY 82%
AUDIO 66%
PERFORMANCE & SOFTWARE 89%
AKKULAUFZEIT 86%
82% 👌
Readers Rating 64%
3 Bewertungen

Das Lenovo IdeaPad 720S macht einige kleinere Dinge falsch, aber keiner dieser Mängel ist ein echter Dealbreaker. Das Gesamtpaket ist sehr ordentlich und das macht es zu einem wirklich guten Gerät.

Über den Autor

21 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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backpflaume
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backpflaume

AMD APU mit 2133er RAM. Das macht einfach Null Sinn. Die CPU wird dadurch schon stark limitiert, aber die GPU erst.

Ekuahc
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Ekuahc

Ich frag mich auch, was das für einen Grund hat. Anyone?

Kommando
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Kommando

Intel -> Geld fließt an Hersteller -> Kein Hersteller baut ein wirklich überzeugendes Ultrabook mit dem eigentlich besseren Prozessor.

Interessant wäre, ob man die Limitierungen seitens Lenovo aufheben könnte. Sind die Ryzen genau so hart auf ihre TDP gelocked wie bei Intel?

Thala
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Thala

Immer diese Verschwörungstheorien. Ich würde erstmal untersuchen, ob in Anwendungen wo die maximal Leistung abgerufen werden würde die Sache nicht schon thermisch limitiert wäre. Dann hilfts nämlich auch nicht viel, wenn man in nem kurzen Benchmark „gewinnen“ würde.
Vielen ist scheinbar die Diskrepanz zwischen Benchmark und dauerhaft abrufbarer Leistung scheinbar nicht klar.

Kommando
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Kommando

Das Lenovo hat beim Ryzen eine kleinere TDP als beim Intel. Weiterhin gibt’s langsameren Ram, nur Singlechannel und ne langsamere SSD bei der Ryzen Variante. Nein, das ist keine Verschwörung, das ist die traurige Realität.

Der von dir angesprochene Unterschied zwischen Benchmarks und Dauerlast betrifft hingegen beide, weil es TDP-behinderte CPUs sind.

fuchur
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fuchur

Ja ist wirklich nicht schlau. 3000derter oder mehr. Alles andere ist quatsch.

1u21
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1u21

Und Dual-Channel statt Single-Channel. Das hebt die Leistung der AMD-APU weiter an.