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GPD Pocket im Test: Mini-Laptop im Hosentaschenformat

Das ortsunabhängige Arbeiten ist längst keine Vision mehr, sie prägt vielmehr in unzähligen Facetten unseren Alltag. Angefangen bei klassischen mobilen Begleitern wie Smartphones, Ultrabooks und Convertibles, bis hin zu extremen Ausprägungen, die den Spagat zwischen zwei Welten wagen.

So macht zum Beispiel das chinesische Unternehmen GPD besonders mit Nischenprodukten und ungewöhnlichen Notebook-Formaten auf sich aufmerksam. Die Firma baut etwa Handheld-Konsolen mit Windows 10, auf denen Ihr mittels Gamepad auch unterwegs jederzeit richtig zocken könnt. Und mit dem Pocket Mini Laptop hat GPD das klassische Notebook-Design auf 7 Zoll zusammenschrumpfen lassen. Doch wie viel taugt das 7 Zoll Windows 10-Notebook tatsächlich? Ich habe GPDs Versprechen während meines letzten Urlaubs auf den Prüfstand gestellt und möchte meine Eindrücke in diesem Kurztest mit Euch teilen.

GPD Pocket: Minimales Design bei kraftvoller Leistung

Das kompakte Design des Mini Laptops steht dem vergleichsweise kraftvollen Datenblatt keineswegs im Weg. Es ist mit einem 7 Zoll Full HD-Touchscreen (IPS) ausgestattet – bei einem Gewicht von lediglich 503 Gramm. Ein Intel Atom x7-Z8750 (Vierkern-CPU: 1,6 GHz bis 2,56 GHz ) Prozessor, 128 GB internen Speicher (eMMC) und 8GB LPDDR3-RAM Arbeitsspeicher werkeln im Inneren des Laptops. Die Prozessorfamilie dürfte vielen von Euch aus dem Surface 3 bekannt sein, welches mit dem X7-Z8700 ausgestattet ist. Der GPD Pocket besitzt aber im Gegensatz zum Surface 3 eine aktive Kühlung, wodurch er nicht so schnell heruntertakten dürfte. Vorab: Diese aktive Kühlung ist Fluch und Segen zugleich, zu den Nachteilen komme ich aber noch.

Für den kleinen Formfakor bringt das GPD Pocket ziemlich viele Anschlüsse mit: Ein USB Type-C Anschluss, der Euch auch als Ladestation für Euer Gerät dient, steht Euch ebenso zur Verfügung, wie ein vollwertiger USB 3.0 und ein Micro-HDMI Anschluss. Demnach könnt Ihr das Mini-Notebook problemlos an externe Monitore anschließen, zur Not über Adapter. Außerdem sind WLAN 802.11 a/b/g/n/ac und Bluetooth 4.1 an Bord.

Leistungsdetails

Der Akku:
Der Akku hält mit seiner Kapazität von 7000 mAh bei realen Bedingungen rund 4 Stunden. Sofern Ihr lediglich Word-Dokumente bearbeiten oder mit sonstigen Office-Anwendungen arbeiten möchtet, ist etwas mehr Akkulaufzeit drin. Zockt Ihr hingegen Games, verringert sich sie sich natürlich entsprechend. Im Vergleich zu modernen Ultrabooks ist diese Laufzeit sehr schlecht. Es muss aber berücksichtigt werden, dass die Gehäusegröße nicht viel Spielraum zulässt.

Benchmarks:

So faszinierend die realisierte Größe des GPD Pocket bei der verfügbaren Leistung auch sein mag, für viele unserer Leser zählen am Ende des Tages Benchmarkergebnisse. Im Geekbench erreichte das Gerät die folgenden Ergebnisse:

Der Lüfter:
Durch die aktive Lüftung zielt GPD auf eine stabile Performance ab, erreicht dies aber nur bedingt. Bis zu einem gewissen Grad kommt das System ohne das Heruntertakten des Prozessors aus. Ab rund 70° C lässt die Leistung jedoch spürbar nach. Der Lüfter des Mini Notebooks ist deutlich hörbar, wenn das Gerät unter Last steht. Und dieser hörbare Lüfter ist wahrscheinlich der Preis, den man für die kompakten Maße zahlen muss. So weit nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar ist dagegen, dass der Lüfter selbst während des Ladevorgangs anspringt. Vermutlich um das GPD Pocket präventiv vor Überhitzung zu schützen.

Die Tastatur & der Bildschirm:

Das GPD Pocket hat eine hochwertige Tastatur integriert, auch wenn sie etwas klein und in ihrer Anordnung sehr gewöhnungsbedürftig ist. Der Druckpunkt fühlt sich hervorragend an, aber lange Abhandlungen solltet Ihr darauf besser nicht tippen. Durch die kompakte Größe ist das Schreiben mit Zehn-Finger-System nicht wirklich möglich. Nachdem ich einige Tage gelegentlich darauf geschrieben hatte, erreichte ich ein Maximum von ca. 20 Wörtern pro Minute, was im Grunde weniger als die Hälfte dessen ist, was ich mit meiner jetzigen Tastatur schaffe. Allerdings kann man diesen Wert mit etwas mehr Übung sicherlich noch verbessern. Über eine Tastaturbeleuchtung verfügt das GPD Pocket übrigens nicht.

Auch der Bildschirm ist mit seinen 7 Zoll nicht unbedingt dafür gemacht, stundenlang daran zu arbeiten. Gleichzeitig sind die Farbdarstellung und Schärfe des Displays nicht zu beanstanden. Dass es im Außeneinsatz relativ stark spiegelt, erkennt Ihr auch am obigen Bild. Doch dies ist ein generelles Problem spiegelnder Bildschirme und nicht GPD spezifisch.

Fazit

Der GPD Pocket Mini Notebook besticht insbesondere durch eine vergleichsweise hohe Performance bei grandioser Portabilität. Ihr könnt ihn überall flexibel einsetzen und wenn Ihr nur einige E-Mails verfassen möchtet oder hauptsächlich mit dem Touchscreen interagiert, ist das Mini Notebook ein hervorragender Begleiter.

Das GPD Pocket ist ein ausgefallenes Produkt, was bisher noch seinesgleichen sucht. Sucht Ihr nach einem Produktivgerät, ist das Pocket-Notebook vermutlich  nicht die beste Wahl. Denn dafür sind die Maße einfach zu kompakt. Wenn Ihr allerdings einen vollwertigen Windows 10-PC in Hosentaschenformat besitzen möchtet, auf dem Ihr nur gelegentlich arbeiten müsst, ist das Gerät sicherlich das Richtige für Euch.

 

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? Nerd. ☕ Kaffeejunkie. ⚖️ Hamburger Rechtsanwalt für Vergaberecht, IT-Recht und Datenschutzrecht.
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