Facebook soll Nutzerdaten mit Microsoft geteilt haben

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Laut einem aktuellen Bericht der New York Times habe Microsoft die Nutzerdaten an Smartphone-Hersteller weitergegeben, die das soziale Netzwerk als App in anderer Form auf ihre Geräte integriert haben. Facebook war unter Windows Phone 7 noch ein zentraler Bestandteil des Betriebssystems, schließlich war der Facebook Messenger in die SMS-App integriert und viele Funktionen des Netzwerks eng mit dem Smartphone-Betriebssystem verbunden.

Als Windows Phone 7 auf den Markt kam, waren AppStores auf dem Smartphone selbst noch keine große Sache. Aus diesem Grund ging unter anderem Facebook zahlreiche Partnerschaften mit allen möglichen Herstellern ein, um überall dort zu sein, wo die Nutzer Facebook zu dieser Zeit benutzen wollten. Facebook investierte viel, um auf allen Plattformen vertreten zu sein, denn es war nicht absehbar, welches Ökosystem sich am Ende etablieren würde. Ja, Windows Phone hatte 2012 noch eine Chance. Das Analystenhaus IDC prophezeihte Microsoft einen Marktanteil von 20 Prozent weltweit bis zum Jahr 2016.

New York Times erhebt schwere Vorwürfe

Der Vorwurf lautet nun, Facebook habe im Austausch für diese Integration in die Geräte der verschiedenen Partner auch Nutzerdaten mit Microsoft, Huawei, Samsung, Apple, BlackBerry und Co. geteilt. Bei Facebook-Informationen handelt es sich selbstverständlich um sehr sensible Daten und die Hersteller hätten damit auch Unfug treiben können. Personalisierte Werbung auf den Geräten wäre beispielsweise dank der Facebook-Werbung deutlich effizienter und zugleich für die Konzerne durchaus profitabel gewesen.

Besonders in den USA wird die Weitergabe dieser Daten an chinesische Smartphone-Hersteller gesehen. Die USA befürchten nämlich, die chinesische Regierung könnte Zugang verlangen zu Nutzerdaten, die auf den Smartphones gespeichert sind.

Facebook wehrt sich

Facebook selbst wehrt sich gegen die neuerlichen Vorwürfe und weist die Zeitung darauf hin, dass sämtliche Hersteller über eine von Facebook erstellte Schnittstelle auf den Dienst zugegriffen haben, welche streng vom Unternehmen kontrolliert worden war. Die Partner-Hersteller mussten zudem einen Vertrag unterschreiben, welcher die Verwendung der Daten für irgendeinen anderen Zweck untersagte. Facebook stellte zudem klar, dass die Daten von Freunden nur dann und nur auf dem Smartphone abgerufen konnten, wenn ihre Freunde dies entsprechend in ihren Privatsphäre-Einstellungen festgelegt hatten.

Das soziale Netzwerk stellt außerdem auch klar, dass dem Unternehmen bislang kein einziger Fall bekannt ist, in dem die unterschiedlichen Smartphone-Hersteller und Partner die Daten anderweitig verwendet oder in irgendeiner Form missbraucht hätten.


via New York Times

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