Huawei MateBook X Pro Test – Der beste Laptop 2018

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Huawei hat sich bereits im Smartphone-Markt einen Namen gemacht. Anfangs bot der Hersteller vor allem günstige Smartphones an, die ihr im Zuge einer Vertragsverlängerung bei Netzbetreibern selbst bei günstigeren Verträgen oftmals kostenlos dazu bekommen konntet. Später wagte man sich ins Premium-Segment und will mit Geräten wie dem Huawei P20 Pro im absoluten High-End Bereich mitmischen.

Dabei hat der Hersteller immer ziemlich genau eine Strategie verfolgt: Man kopiert Apple. Zugegeben, nicht bei allen Produkten. Das zuvor erwähnte P20 Pro ist ein gänzlich einzigartiges Gerät. Man muss sich aber nur die Android-Software ansehen, mit der sämtliche Smartphones von Huawei ausgeliefert werden. Es ist eine ziemlich exakte Kopie der Designspache von iOS.

Huawei MateBook X Pro Test – Video

Warum gibt s das Huawei MateBook X Pro?

Huawei ist erst Anfang 2016 in den PC-Markt eingetreten mit einem iPad Pro-Klon. Das Huawei MateBook war ein 12-Zoll Windows 10-Tablet mit Core m-Prozessoren und Kickstand als Cover. Trotz des mäßigen Erfolgs setzte der chinesische Hersteller seine Windows 10-Ambitionen fort und erweiterte die MateBook-Reihe auf insgesamt drei Geräte. Das Huawei MateBook X Pro ist dabei das absolute High-End Flaggschiff, das Anfang dieses Jahres aufgrund seines Designs und der gebotenen Hardware für Aufsehen sorgte.

Das Huawei MateBook X Pro sieht auf den ersten Blick vielleicht aus wie ein Apple MacBook, doch technisch werden die unterschiede offensichtlich. 3:2-Display, 91 Prozent Screen-to-Body-Ratio, eine Webcam in der Tastatur und eine GeForce MX150-Grafikkarte in einem 14,6 Millimeter dünnem Notebook.

Huawei will sich mit dem MateBook X Pro sein Image als absoluter Premium-Hardware-Hersteller verdienen. Im PC-Markt ist das dank Microsofts Vorarbeit nun deutlich leichter geworden. Apple hat sogar unlängst die Krone im Bereich der Laptops über 1.000 US-Dollar an Windows 10-Geräte abgeben müssen. Huawei will, dass die Kunden den chinesischen Hersteller mit Apple auf eine Stufe stellen. Und dafür gibt es das Huawei MateBook X Pro.

Huawei MateBook X Pro Test – Verarbeitung und Design

Rein äußerlich bleibt man seiner Linie natürlich treu und hat sich zumindest etwas vom neuen MacBook inspirieren lassen. Es ist in ein flaches, nach vorne hin dünner werdendes Gehäuse aus Aluminium gehüllt, welches farblich sehr große Ähnlichkeit zu Apples „Space Grey“ besitzt. Als Anschlussmöglichkeiten gibt es links zwei USB Typ-C Ports samt Thunderbolt 3, über die das Matebook X Pro auch aufgeladen wird. Auf der rechten Seite befindet sich ein einziger USB 3.1 Typ-A Anschluss, womit man klassische USB-Sticks, Drucker, Smartphones und anderes Zubehör ohne Umstände anschließen kann.

Verarbeitungstechnisch ist das Huawei MateBook X Pro auf einer Stufe mit den ganz Großen dieser Brache, namentlich dem Surface Laptop, MacBook Pro oder HP Spectre x360. Das Metallgehäuse ist außerordentlich gut verarbeitet, die Spaltmaße sind klein gehalten und das Display lässt sich problemlos mit einer Hand aufklappen. Beim Tippen auf der Tastatur wackelt dieses allerdings nicht, was für die Entwicklungsarbeit von Huawei spricht.

Huawei MateBook X Pro Test – Display

Ein sehr wichtiges Element des einzigartigen Designs beim Huawei MateBook X Pro ist zweifellos das FullView-Display des Notebooks. Das Display macht 91 Prozent der Vorderseite des Geräts aus, was bislang weder bei Smartphones noch bei Notebooks erreicht werden konnte. Zum Vergleich: Selbst das iPhone X kommt hier nur auf einen Wert von knapp 82 Prozent.

Somit verfügt das Huawei MateBook X Pro praktisch über ein rahmenloses Display, was natürlich absolut beeindruckend aussieht. Das Display selbst ist 13,9-Zoll groß und löst mit 3000 x 2000 Pixeln auf. Während das Display mit knapp 14-Zoll etwas größer als beim Surface Laptop mit 13,5-Zoll oder anderen herkömmlichen 13,3-Zoll Geräten, ist das MateBook X Pro dank des unglaublich schlanken Rahmens insgesamt nicht größer als diese Geräte. Es passt problemlos in eine Sleeve für 13,3-Zoll MacBooks.

Das liegt andererseits auch am 3:2-Seitenverhältis, das unserer Meinung nach eine hervorragende Idee ist. Somit ist das Notebook zwar etwas höher, aber auch weniger breit als herkömmliche Laptop.

Technisch brilliert das Display in jeder Hinsicht. Mit einer Auflösung von 3000 x 2000 sind Inhalte natürlich gestochen scharf. Die Farbdarstellung ist hervorragend mit 95 Prozent sRGB-Abdeckung und die Blickwinkelstabilität ist dank IPS-Technologie natürlich kein Thema. Auch bei der Helligkeit spielt Huawei mit dem MateBook X Pro in der Top-Liga mit. Gefühlt ist das Panel sogar etwas heller als beim Surface Laptop und somit durchaus auch im Sonnenlicht nutzbar.

Huawei MateBook X Pro Test – Tastatur & Touchpad

Huawei setzt bei der Tastatur ebenfalls auf Apple als Vorbild. Wie auch die neuen MacBooks verfügt das Huawei MateBook X Pro über einen außerordentlich geringen Tastenhub. Im Gegensatz zu Apple in der ersten Generation hat der chinesische Hersteller bei der Umsetzung der Tastatur allerdings nicht komplett versagt. Das Feedback ist zwar sehr weich, dennoch lässt sich mit dem Huawei MateBook X Pro sehr gut und lange tippen. Man gewöhnt sich schnell an den niedrigen Hub.

Bei dem enormen Touchpad am MateBook X Pro gibt es allerdings nichts, woran man sich gewöhnen muss. Es ist riesig, reagiert zuverlässig und ist außerordentlich präzise. Windows 10-Gesten werden immer zuverlässig ausgeführt und es verwendet zudem den Präzisionstouchpad-Treiber von Microsoft. Das Touchpad ist großartig und man erledigt sämtliche Arbeiten gerne damit ohne eine Maus zu vermissen.

Hauwei MateBook X Pro Test – Software & Performance

Das Huawei MateBook X Pro ist für den sehr kompakten Formfaktor mit beeindruckender Hardware ausgestattet. Verbaut sind Intel Core i-Prozessoren der 8. Generation mit vier Kernen, zwischen 8 und 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie eine Nvidia GeForce MX 150. Für ein nicht einmal 1,5 Zentimeter dickes Notebook im Formfaktor eines herkömmlichen 13-Zoll Notebooks ist das echt beeindruckend.

Entsprechend ist das Huawei MateBook X Pro sowohl in Bezug auf die Prozessor- als auch die Grafik-Leistung in dem Formfaktor im Spitzenbereich zu finden. Von der Leistung her kommt kaum ein anderes 13-Zoll Notebook an das MateBook X Pro ran.

Mobile Videobearbeitung ist vor allem für die Konfiguration mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und i7-Prozessor absolut kein Problem. Überraschenderweise konnten wir auch nach längerer Arbeit mit dem Notebook kaum Thottling bemerken. Im Alltagsbetrieb ist der Lüfter im Notebook zudem ebenfalls kaum hörbar. Das zeugt davon, dass Huawei sich auch bei der Kühlung des Geräts sehr viele Gedanken gemacht und hervorragende Arbeit geleistet hat. Dank der dedizierten Grafikkarte muss das Huawei MateBook X Pro auch aktuellere Games nicht fürchten. GTA V ist mit HD-Auflösung bei mittleren Einstellungen noch spielbar. League Of Legends, Minecraft und einige Klassiker sind natürlich gar kein Problem. Dabei wird das Notebook entsprechend der Last natürlich etwas lauter bzw. sehr laut.

Wer nach einem kleineren Notebook als 15-Zoll sucht für professionelle Arbeit unterwegs, der ist mit dem Huawei MateBook X Pro rein von der Performance bestens bedient. Wer mehr Grafikleistung benötigt, hat sonst nur mit dem Surface Book 2 oder mit 15-Zoll Notebooks eine stärkere Option.

Huawei MateBook X Pro Test – Akkulaufzeit

Der Akku im Huawei MateBook X Pro verfügt über eine überdurchschnittlich hohe Kapazität von 57 Wh, was angesichts der leistungsfähigen Hardware zwar notwendig, aber auch aus Platz- und Kostengründen oftmals schlichtweg nicht möglich ist.

Das Huawei MateBook X Pro schafft laut Herstellerangaben eine Laufzeit von bis zu 12 Stunden, was in der günstigeren Konfiguration mit Intel Core i5-Prozessor unter gewissen Voraussetzungen unter Umständen möglich ist. Realistisch sind im Alltagsverbrauch allerdings eher etwas mehr als 9 Stunden bei mittlerer Helligkeit und beim Surfen im Internet. Bei Videobearbeitung mit Premiere Pro könnt ihr ebenfalls mit einer guten Laufzeit von etwa 6 Stunden rechnen.

Huawei MateBook X Pro Test – Kamera

Zum Schluss noch der wirklich einzige größere Kompromiss beim Huawei MateBook X Pro. Die Positionierung der Kamera ist interessant, vielleicht gar innovativ, aber sie wird für manchen potenziellen Käufer möglicherweise ein Ausschlusskriterium sein.

Die Kamera befindet sich nämlich in der Tastatur zwischen der F6- und der F7-Taste. Mittels Tippen der Taste springt diese heraus und macht das Blickfeld für die Linse frei. Dieses Blickfeld ist allerdings alles andere als vorteilhaft. Die Kamera filmt nämlich von sehr weit unten und somit sind beim Tippen eure Finger im Weg und beim Videotelefonieren blickt euer Gesprächspartner direkt eure Nasenhöhlen hoch. Dank der schwachen Bildqualität ist wenigstens das nicht allzu detailreich. Der einzige Vorteil dieser Kamera könnte sein, dass man durch das Einklappen seine Privatsphäre auch ohne Klebeband schützen kann.

Wer häufig an Videokonferenzen teilnimmt, sollte sich daher gut überlegen, ob das MateBook X für diesen Einsatzbereich wirklich ideal ist. Wer ohnehin die Webcam selten benutzt oder sie im Regelfall ohnehin per Sticker überklebt, muss hier praktisch keine Kompromisse eingehen.

Huawei MateBook X Pro Test – Fazit

Angesichts der hervorragenden Hardware, tollen Akkulaufzeit, großartigen Verarbeitung und des schönen Displays im 3:2-Format kann ich beim Huawei MateBook X Pro nur dieses eine Urteil fällen: Es ist der beste Laptop, den ich je verwendet habe.

Für den erst kürzlich erfolgten Einstieg in den PC-Markt macht Huawei beim MateBook X Pro einen phänomenalen Job. Man arbeitet mit derselben Sorgfalt und Präzision, wie man es bereits von den High-End Smartphones des Herstellers gewohnt ist. Was Notebooks betrifft, ist das Huawei MateBook X Pro im Grunde alles, was man sich wünschen kann. Anstatt blind dem „dünner und leichter“-Trend zu folgen, fokussiert Huawei sich auf das Wesentliche: Design, Performance und Akkulaufzeit. Es ist unwesentlich dicker als die meisten Notebooks, kann aber mit deutlich mehr Power im Grafik-Bereich punkten als übliche Ultrabooks wie das Dell XPS 13. Gleichzeitig ist es genauso oder sogar ausdauernder als die meisten Konkurrenten im Ultrabook-Bereich.

Huawei hat uns mi dem MateBook X Pro bewiesen, dass man im absoluten Top-Bereich im PC-Markt mitspielen will und kann. Das MateBook X Pro ist ganz da oben bei Surface und Apple.

WindowsArea.de Wertung
Design & Verarbeitung 96%
Tastatur & Touchpad 84%
Display 93%
Audio 89%
Performance & Software 97%
Akkulaufzeit 89%
91% Der Beste
Readers Rating 54%
4 Bewertungen

Mit wenigen Worten: Der beste Laptop 2018. Der Newcomer unter den PC-Herstellern baut das beste Produkt, das ihr dieses Jahr kaufen könnt.

Über den Autor

21 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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Albert JelicaerodArmin OsajKommandoFZ61 Recent comment authors
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Basti
Editor

Cooles Gerät, man orientiert sich mMn aber zu sehr an Apple. Wenn ich so eine Summe ausgeben möchte, werden sicher nicht wenige eher zum MacBook Pro (bekannter, Prestige und von einem etablierteren Hersteller) greifen.

Kommando
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Kommando

Also wer „der beste Laptop“ schreibt, disqualifiziert sich damit leider schon selbst. Ich könnte mit dem Ding nichts anfangen außer ein bisserl surfen. Für alles was Leistung braucht gibt es deutlich bessere Laptops. Und genau das macht die Überschrift falsch. :/

erod
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erod

Wie viel Leistung brauchst Du und wofür? Zum Schürfen von Bitcoins würde ich auch zu anderer Hardware tendieren.

Kommando
Mitglied
Kommando

Ist doch eigentlich egal. Gibt mehr als genug Anwendungsfälle in denen eine lahme 15W-CPU und eine 150MX deutlich zu langsam sind.
Genauso wie vielen ein 9900K/1080 SLI Laptop zu schwer wäre. Dazwischen gibt es unzählig viele Abstufungen. Und deshalb kann es keinen allgemeingültig besten Laptop geben. 😉
„Bestes Ultrabook“? Würde man verstehen können…

erod
Mitglied
erod

Ich bin derzeit auf der Suche nach einem Laptop, daher interessiert mich durchaus, welche Anwendungsfälle deiner Meinung nach nicht gehen. Er wird vor allem als mobiles Arbeitsgerät benötigt (Office), soll aber auch für Multimediaanwendungen (Videos abspielen, bearbeiten) in Verbindung mit einem Fernseher genutzt werden. Spiele wie Fifa sollten laufen. Wichtig für den Einsatz als mobiles Arbeitsgerät wäre eine lange Akkulaufzeit. Das Display sollte entweder entspiegelt oder ausreichend hell sein. Ich kaufe lieber Qualität und habe dann die nächsten drei bis vier Jahre meine Ruhe. Wäre das Gerät was für mich oder doch eher ein Surface Book oder doch auch was… Read more »

Okan Doğan
Webmaster

Du hast auf der einen Seite recht, denn es gibt aufgrund der unzähligen Formfaktoren und Ausstattungen nicht „den Laptop“. Aber wieso sollte man nicht den Versuch unternehmen, die Nadel im Heuhaufen zu finden, die viele positive Eigenschaften in sich vereint? Das hier vorgestellte Gerät punktet in den vier grundlegenden Kategorien: Portabilität, Leistung, Verarbeitung und Preis. An diesen Kriterien müssen sich grundsätzlich alle Laptops messen lassen, da sie für die Kaufentscheidung der meisten Käufer von Relevanz sein dürften. Und laut Albert macht das MateBook X Pro im Hinblick auf die genannten Kategorien zurzeit den besten Job… Wir werden jedenfalls auch im… Read more »

FZ61
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FZ61

Angesichts das auch dies Notebook nächstes Jahr altes Eisen ist und weil MS oder sonst wer evtl. irgend eine Hardware /Treiber nicht mehr unterstützt sind solche überteuerten Geräte völlig überbewertet.

Armin Osaj
Editor

Nur weil etwas nächstes Jahr „altes Eisen“ ist, da es von 10% besserer Leistung überholt wird, bedeutet es nicht, dass du das Gerät wegwerfen brauchst.

fuchur
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fuchur

Wenn man es genau nimmt sind die derzeitigen performancesprünge ehr gering und meist sowieso ausserhalb fühlbarer werte. Also ein computer von diesem jahr ist (besonders in solchen preisklassen) auch in einem jahr noch nen sehr solides gerät. Praktisch kannst du selbst mit einem 3-4 jahre alten gerät immernoch praktisch alles machen wenn es nicht gerade reine einstiegsklasse war. Das ist die gleiche frage wie überall: Preislich tut es sich nichts zwei laptops für 500 € oder einen für 1000 € zu kaufen wenn der teure doppelt so lange hält.

rschuerer@gmail.com
Mitglied

Huawei hat sich ja erstaunlich entwickelt im letzten Jahr. Gerade im Mobile Bereich mit dem P20 Pro und jetzt dem Mate 20 Pro. Notebook hatte ich jetzt jetzt noch keines von denen in der Hand aber das hört sich ja sehr vielversprechend an.

tk69
Mitglied
tk69

Sorry, ich finde es widerlich solchen Kopisten je einen Cent in den Allerwertesten zu schieben… :-/