„Erfüllt oder übertrifft Qualitätsstandards“: Apple verteidigt gebogene iPads

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Wir haben erst diese Woche darüber berichtet, dass die neuesten Apple iPad Pro-Geräte bei zahlreichen Kunden gebogen angekommen oder aber nach kurzer Nutzung schon eine klar sichtbare Biegung aufwiesen.

Das Tablet, welches von Apple als Laptop-Ersatz vermarktet und gerne mit dem Microsoft Surface Pro 6 verglichen wird, scheint einen ernsthaften Konstruktionsfehler zu haben. Der YouTuber Jerry Rig Everything hatte die beiden Geräte sogar auf ihre Robustheit getestet und kam zu einem sehr eindeutigen Resultat.

„Erfüllt oder übertrifft Qualitätsstandards“

Auf die Beschwerden zahlreicher Nutzer über offensichtlich gebogene Geräte und die darauffolgenden Medienberichte hat der Hersteller aus Cupertino nun reagiert. Bereits zuvor hieß es von dem Konzern, dass diese Biegung nicht als Defekt anerkenne. In einer Email an betroffene Kunden meldet sich Dan Riccio, seines Zeichens Senior Vice President für Hardware-Design bei Apple, zu Wort und erklärt, weshalb die gebogene iPads nicht defekt sind.

Er erklärt, dass das iPad Pro in seinem Unibody-Design die Qualitätsstandards von Apple „erfüllt oder übertrifft“, heißt es wörtlich in der Email. Die aktuelle Spezifikation von Apple sieht nämlich vor, dass das Gerät bei der Flachheit eine Varianz von 0,4 Millimetern aufweisen darf, womit diese Spezifikation noch weniger tolerant ist als bei vergangenen Generationen. Diese „Flachheit“ des iPad Pro würde sich laut dem Manager im Laufe der Nutzung auch nicht ändern. Wörtlich heißt es von Apple

„Das Unibody Design des iPad Pro erfüllt oder übertrifft alle hohen Qualitätsstandards von Apple für Design und Präzision in der Herstellung.“

Gebogene iPads – Weiter kein Defekt

Während die Spezifikationen für die Qualitätsstandards von Apple auf dem Papier schön klingen, ist das für die iPad Pro-Käufer mit verbogenen Geräten leider überhaupt kein Trost. Im Statement geht Apple nämlich überhaupt nicht darauf ein, was mit diesen Geräten passieren wird. Es klingt jedenfalls so, als sei diese sichtbare Biegung im iPad Pro normal und dass der Hersteller dies mit seinem Statement ausdrücken möchte. Zuvor hatte der Support betroffenen Kunden erklärt, dass die Biegung kein Defekt sei und durch den Kühlungsprozess des Aluminium-Gehäuses zustande komme.

Dafür, dass Apple derzeit von einer Krise in die nächste schlittert, scheint man die Zufriedenheit der eigenen Kunden nicht gerade ernst zu nehmen. Offensichtlich verbogene Geräte nicht als Design-Fehler zu akzeptieren, ist nur noch frech. Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass sich Apple regelmäßig selbst lobt für Kundenzufriedenheit, Zuverlässigkeit und hohe Produktionsqualität.

Apple hat für letzten Freitag ein offizielles Statement für die Presse versprochen, das man natürlich nicht abgeliefert hat. Heiligabend ist wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt für eine solche Pressemeldung.


via thurrott / Enthält Partnerlinks.

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