Gebogenes iPad Pro geliefert? Laut Apple kein Defekt

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Die aktuelle Krise lässt Apple nicht los. Nachdem Gerüchte über einbrechende iPhone-Verkaufszahlen die Börse verunsicherten und eine Klage in den USA zur falschen Angabe der Display-Auflösung droht, ist das Unternehmen nun in eine weitere Problematik verwickelt.

Zahlreiche iPad Pro-Käufer berichten, dass ihre Geräte schon beim Auspacken gebogen waren. Auf zahlreichen Bildern ist klar erkennbar, dass sowohl das 11- als auch das 12,9-Zoll Modell schon beim ersten Auspacken den Produktionsfehler aufweisen. Besonders stark betroffen sind offenbar die Geräte mit LTE, da die Plastik-Auslassungen im Rahmen die Struktur des sehr dünnen Geräts weiter schwächen. Weitere Nutzer berichten, dass die Biegung zwar beim Auspacken nicht auffällig war, man jedoch die Kurvatur im Laufe der ganz normalen Tablet-Nutzung erzeugen konnte.

Laut Apple kein Defekt

Als die Nutzer ihren lokalen Apple-Händler kontaktierten, staunten die Käufer nicht schlecht. Die offizielle Apple Reaktion lautet: Kein Austausch, da kein Defekt. Die leichte, aber deutlich sichtbare Biegung des Apple iPad Pro ist laut dem Hersteller ein Resultat des Kühlungsprozesses des Gehäuses bei der Herstellung und kein Produktionsfehler.

Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass Apple einen vom selben Problem betroffenen Journalisten direkt mit einem Austauschgerät versorgt hatte. Er hatte die leichte Biegung selbst bemerkt und das Problem beim Presse-Team von Apple beanstandet. Rasch kam ein neues Gerät. Den normalen Endkunden bietet man diese Art von Service nicht an, denn man will sich das Problem gar nicht eingestehen.

Das Microsoft Surface Pro 6 ist übrigens laut Tests deutlich robuster als das iPad Pro. Weder gibt es bekannte Berichte über gebogene Geräte, noch lässt sich das Microsoft-Tablet im Gegensatz zum iPad Pro mit reiner Manneskraft durch Biegen zerstören. Somit sollte es zumindest den normalen Bedingungen im Alltag gewachsen.

> Surface Pro 6 gegen iPad Pro: Verarbeitung im Test

Ernste Probleme für Apple

Apple kommt einfach nicht aus der Krise. Die Qualitätsprobleme bei der Verarbeitung der dünnen Alu-Gehäuse sind für den Hersteller keine Neuigkeit mehr. Das iPhone 6 wurde ebenfalls mit einer zu schwachen Struktur ausgeliefert, was dazu führte, dass das Smartphone auch im Normalgebrauch gebogen werden konnte.

Der Hardware-Hersteller aus Cupertino will sich in dem Fall nicht eingestehen, dass bei der Produktion ein Fehler aufgetreten sein könnte und will offensichtlich um jeden Preis vermeiden, dass der Fall zu viel Aufmerksamkeit bekommt. Apple hat dafür leider ganz eigene Methoden. Als die ComputerBILD den Bendgate-Test beim iPhone 6 durchführte, folgte ein Anruf von Apples Presse-Agentur mit der Informationen, dass man zu künftigen Apple-Events nicht mehr eingeladen werde.


Quelle: Verge | Bild: macrumors

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