Bücher im Store: Microsoft gibt auch diesen Geschäftsbereich auf

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Microsoft hat gestern angekündigt, dass man sich aus einem weiteren Geschäftsbereich zurückziehen wird. Nachdem Groove Music-Streaming Anfang 2018 wohl zugunsten einer Partnerschaft mit Spotify eingestellt wurde, gibt das Unternehmen nun einen weiteren Dienst auf.

Ab dem 31. Juli wird die Bücher-Kategorie im Microsoft Store vollständig geschlossen und weder Neukäufe werden möglich sein, noch werden Kunden, die Bücher bislang gekauft hatten, auf ihre Käufe zugreifen können. Deshalb wird Microsoft seinen Kunden für alle Bücherkäufe eine automatische Rückerstattung anbieten.

Chromium-Edge wird wohl keinen eBook-Reader bekommen

Der Konzern hatte Bücher nur in den USA im Microsoft Store verkauft und hatte hierfür sogar eine wirklich gute Reader-Funktionalität in Microsoft Edge integriert. Der Edge-Browser bietet einen phänomenalen PDF-Reader und kann auch eBooks samt vieler Konfigurationsmöglichkeiten darstellen. Zumindest hiervon konnten auch Nutzer in Europa und anderen Märkten profitieren. Diese Funktionalität gäbe es wohl nicht ohne entsprechend tiefe Integration eines Buchladens in den Microsoft Store. Vermutlich wird diese Funktionalität nach dem Umstieg von EdgeHTML auf den Chromium-basierten Edge-Browser nicht mehr implementiert. Microsoft hatte auch keine Bereitschaft gezeigt, die Bücher vom PC auf Smartphones zu bringen.

Der Schritt, Bücher nicht mehr im Microsoft Store anzubieten, kommt wenig überraschend. Die Lizenzen für den Verkauf dürften Microsofts Umsatz damit übertroffen haben. Dennoch zeigt auch das einen weiteren Bereich auf, wo Microsofts Consumer-Strategie ohne ein mobiles System schlichtweg nicht funktioniert. Während Apple und Google ihre Dienste besonders in letzter Zeit um neue Geschäftsbereiche wie Gaming ausbauen, tut sich Microsoft schwer, seine Dienste wirklich auf den konkurrierenden Plattformen zu etablieren.

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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backpflaume
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backpflaume

In den USA hat Amazon einen Marktanteil von weit über 90%. Der Rest ist Apple. Daher absolut verständlich. Schade nur dass damit der neue Edge wohl ohne e-Book Reader auskommen muss. Ich fande den Reader großartig und habe bislang keine vergleichbare Alternative gefunden für meine EPUBs.

Androvoid
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Androvoid

“Seine Dienste auf den konkurrierenden Plattformen zu etablieren”…
…Da war doch schon vom vornherein klar, dass dem kein nachaltiger Erfolg beschieden sein würde!
Nur die Blauäugigen in Redmond waren in ihrer Verzweiflung nach dem WM-Aus nicht imstande, dies realistisch einzuschätzen.
Denn sobald die Betreiber dieser Plattformen mittels einer Gegenstrategie ihre eigenen Produkte ernsthaft forcieren werden, haben sie die besseren Karten und die Redmonder sind schnell weg vom Fenster und es gibt wieder einmal reihenweise “Einstellungen”, aber nicht solche wie in der Personalabteilung.

Dustynation
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Dustynation

Wenn man bei Microsoft behauptet das mangelnde Interesse nicht vermutet zu haben dann ist denen nicht mehr zu helfen.
Wo ist denn eigentlich die Vision von “One Windows”? ? Microsoft zerstückelt sich selbst ^^ da braucht es kein Google oder Amazon.

Was machen denn dann Kreative, die Bücher schreiben oder ähnliches? Wie kann MS denen denn nun bei der Steigerung ihrer Produktivität helfen? ? Schade Schade Microsoft!

backpflaume
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backpflaume

MS Word…

Tom Hedgehog
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Tom Hedgehog

Bald stellen sie Windows ein. ?