
Cortana ist tot. In einem sehr ausführlichen Artikel habe ich vor eingier Zeit erklärt, wie Microsoft es geschafft hat, mit der eigenen digitalen Assistentin von einer soliden Pole-Position im Jahr 2014 ein DNF im Jahr 2019 einzufahren.
Die Kapitulation vor Amazon und Google kam Anfang 2019 direkt von CEO Satya Nadella, welcher mitteilte, dass er sich Cortana durchaus als Skill für den Google Assistant vorstellen kann. Außerdem ließ er wissen, dass man sich ohnehin nicht mehr vorstellen kann, mit Alexa zu konkurrieren. Dieser Zug schien abgefahren zu sein.
Nicht allerdings, wenn es nach der Job-Beschreibung des Microsoft-Mitarbeiters Craig Miller geht, dessen Position er bei Microsoft als „Director of Engineering, Assistant Experiences and Devices“ nennt. Er ist also verantwortlich für die Entwicklung von Benutzererlebnissen in Zusammenhang mit digitalen Assistenten und Geräten. Seit Februar 2018 ist er allerdings auch „Engineering Manager for Cortana@Home“. Die Beschreibung dieses Jobs legt einen unerwarteten Optimismus an den Tag, wenn es um den Fortschritt von Cortana geht.
Zitat:
„Ich leite das Cortana@Home Entwicklungsteam (denke: Consumer-Version von Cortana), welches an einem Plan arbeitet, um so aktiv wie noch nie im Endkunden-Markt aufzutreten! Bin aufgeregt, auch unser Geräte-Team zu leiten, das für eine Menge neuer IoT-Geräte in den nächsten 12 bis 24 Monaten verantwprtlich sein wird.“
Weiter heißt es in seiner Beschreibung, dass er für unterschiedliche Skills von Cortana verantwortlich ist sowie für die Integration mit Alexa. Außerdem suche er nach weiteren erfahrenen Software-Entwicklern für dieses Unterfangen.
Keine Spur von Arbeit an Cortana
Diese Job-Beschreibung wurde im Februar 2018 veröffentlicht, was nun zumindest 12 Monate zurückliegt. Entsprechend kann man eine erste Bilanz ziehen: Mit den Surface Headphones hat Microsoft ein Cortana-Gerät veröffentlicht, aber als „IoT-Device“ kann man Bluetooth Noise Cancelling-Kopfhörer nicht unbedingt bezeichnen. Cortana hat in dieser Zeit allerdings einen Rückschritt nach dem anderen gemacht. Sie wurde aus der Suchleiste entfernt, unterschiedliche Consumer-Funktionen eingestellt und einer internationalen Erhältlichkeit ist man keinen Schritt näher gekommen.
via mspu


Wie Lothar Matthäus schon sagte: „Wäre, wäre, Fahrradkette“ …
Es ist sehr schade, dass Microsoft das Potenzial von Cortana nicht nutzt. Korrigiert mich wenn ich falsch liege aber Cortana ist doch irgendwie die einzige digitale Assistentin, die auf verschiedensten Geräten läuft oder? Ist der Google Assistent mittlerweile genau so weit?
Naja… Ich als User möchte über alle Geräte hinweg ein durchgängiges Nutzererlebnis. Ich hoffe, dass Cortana nicht so tot ist wie es derzeit scheint ?
Bin gespannt, wo Microsoft in zwanzig Jahren steht. Sind sie dann schon reiner Cloud-Anbieter? Denn im Consumer-Bereich bekommen sie schon lange nichts mehr auf die Reihe@
Nicht nachvollziehbar warum MS hier das Handtuch wirft / geworfen hat?!?
Cortana ist gut in W10 integriert und teilweise nützlich. Was interessiert mich das Ausschalten meiner Nachttischlampe über Cortana… Wichtig ist, dass Grundlegende Dinge bestens funktionieren. Alexa ist hier irgendwie keine Option, da nicht alle Gerätekategorien sinnvoll verknüpft werden können. Hierzu müsste MS und auch Google die Tiefe Integration des Dienstes auf der Plattform zulassen. Cortana ist doch die einzige Assistentin, die auf Smartphone, PC, Konsole, Hub und IoT läuft. Wie kann man das Potential nicht erkennen?
Ich bin noch immer der Meinung, dass es einfach am Image liegt. Die jungen hippen Entwickler haben mit Windows eben nicht mehr viel am Hut. MS hat einfach zu viel aufs Spiel gesetzt. Das gewinnen sie mit der Surface Marke nur sehr langsam zurück ?
Digitale Assistenten leben im Smartphone. Und das hat Microsoft nicht. Man kann ja mal auf Bixby schauen wie gut das in Konkurrenz zum Google Assistant funktioniert unter Android.
Wer hätte denn auch ahnen können, dass ohne Weiterentwicklung andere Assistenten Cortana abhängen.
Abstreifen allen mittlerweile angesammelten Ballasts, welcher da nicht gerade Top-Erfolge feiert und auch nicht unbedingt zum aller engsten Kerngeschäft gehört…
…und radikales Einsparen, Abspecken, „Gesundschrumpfen“ und Struktur-Straffen um jeden Preis ist da jetzt angesagt!
Nur so können die real ausweisbaren Jahres-Gewinne noch weiter in bisher ungeahnte Höhen hichgeschraubt werden.
Und nur so können jetzt alle Ressourcen und Finanzen auf die in Zukunft allein wichtigen, vor allem die Cloud-Bereiche fruchtbringend konzentriert werden…
Da kann man nur noch wünschen und hoffen, dass diese Rechnung letztendlich auch aufgehen wird!
ByeBye „old“-fashioned Microsoft, hello new styled „Redmond in the sky with diamonds“… Wow!.. 😉
Ich glaube nicht, dass Nadella für das freiwillige aus dem Markt Nehmen von Cortana außer vielleicht einem gar nicht hörbar ausgesprochenen wohlwollenden Dankeschön noch etwas aushandeln konnte… 😉
Weshalb? Wer gibt einem nicht ernstzunehmenden Konkurrenten auch noch Geld dafür dass er seinen Dienst einstellt. Ohne erfolgreiche Smartphones Sparte hatte Cortana so nie eine Chance.
… und Googles Assistent (und nicht nur der) wird viele sich jetzt mehr oder weniger zwangsweise auf Android tummelnden Windows-Desktop-User dann mit der Zeit und allerlei Tricks vollends in die kommende schöne neue Google-Welt locken…
Bin seit voriger Woche drin. Und ich muss sagen, Microsoft hat Google kaum etwas entgegenzusetzen wenn es um das Ökosystem geht.
Microsoft musste doch all die Jahre das Unheil immer deutlicher kommen gesehen haben…
Die haben es aber nicht, jedenfalls nicht deutlich genug, um da rechtzeitig, entschlossen und kämpferisch couragiert die der heranrückenden prekären Situation entsprechenden Gegenmaßnahmen zu setzen.
Und sich nicht blauäugig in Sicherheit wiegend, auf dem Polster all der langjährig eingefahrenen verdienstvollen Erfolge auszuruhen…
Offenbar unvorbereitet und in hilfloser Angststarre wie das Kaninchen vor der unvermutet auftauchenden Schlange.
Nach zwei ruhigen Jahrzehnten in Sicherheit sich da plötzlich unerwartet in einem ganz neuen völlig veränderten und sogar immer bedrohlicher werdenden Markt-Umfeld wiederfindend!
Das kann schon dauern, bis man da imstande ist, geistig zu realisieren, dass manchmal offenbar doch sein kann, was gar nicht sein hätte dürfen!
Da ist es vielleicht psychologisch durchaus verständlich, den Kopf noch eine Zeitlang in den Sand zu stecken und dort stecken zu lassen… und sich da einstweilen reaktionslos abwartend still und leise mit eher peripheren Randproblemen zu beschäftigen…
Und jetzt ist alles viel zu spät, nur noch verzweifelt und erfolgsarm schadensbegrenzend das Allerwichtigste retten, was eben gerade noch geht…
…heute oder morgen gibt’s dann all die wesentlichen klassischen Desktop-Programme ohnehin in neuen sogar moderneren Versionen auch für Googles OS und die Sache ist dann für Microsoft abgesehen von diversen unternehmensinternen Netzwerk- und Server-Technologien vollends gelaufen.
IBM freut sich dann über wahrlich ebenbürtige Konkurrenz und die einstigen Pferdezüchter lassen aus den Gräbern grüßen.
Ich glaube, sie haben es sehr wohl gesehen. Aber entweder konnten sie nichts dagegen machen oder sie wollten es nicht. Microsoft stellt sich für den Business-Bereich auf, Consumer-Bereich haben sie aufgegeben. Meine Vermutung ist, dass Nadella knochentrocken die zur Verfügung stehenden Technologien ausgewertet hat, die Konkurrenzfähigkeit abgewogen hat und eingesehen hat, dass sie im Business-Bereich einfach besser aufgestellt sind. Somit, liebe Consumer, geht zu Google oder Apple. So vermute ich Mal.
?
Na dann werden wir uns eben bald wirklich etwas anderes einfallen lassen müssen!
So etwas kann man nicht ungestraft machen, das „Spielzeug von Kindern“ gedankenlos unbrauchbar machen und diese damit für ihr Leben zu schädigen…
Da muss man sich dann eben vorher ganz genau überlegen, welchen Preis in Form weitreichender negativer Folgewirkungen man in Kauf zu nehmen bereit ist.
Nur: Im Businessbereich werden sie sich so auch nicht ewig vor Angriffen auf Basis der Macht bei den Consumern sicher fühlen können.