Dell XPS 13 2019 Test: So mag ich meinen Whiskey (Lake)

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2019 ist das erste Jahr, in dem ich nicht genau weiß, welche Einleitung ich für meinen Dell XPS 13 Test schreiben soll. Es ist in den vergangen Jahren so einfach gewesen: Jahr für Jahr sind nämlich die Hersteller nur millimeterweise an den dünnen InfinityEdge Display-Rand des XPS 13 rangekommen und vier Jahre später hat es die Konkurrenz endlich geschafft mit Kameras in der Tastatur oder umgekehrter Notch.

Das ist Dell allerdings ziemlich egal. Die Schwerpunkte beim Dell XPS 13 2019 liegen ganz woanders. Bei Kundenfeedback und Whiskey (Lake) on the rocks.

Dell XPS 13 2019 Test – Video

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Dell XPS 13 2019: Spezifikationen

  • Display: 13,3-Zoll 100% sRGB, HDR-Ready, 400 nits, IPS
    • FullHD, 1920 x 1080, Non-Touch
  • Prozessor:
    • Intel Core i7-8565U, Quadcore, bis zu 4,6 GHz
  • Arbeitsspeicher: 8 Gigabyte LPDDR3 Dualchannel 2133 MHz
  • Speicher: 
    • 256 Gigabyte PCIe 3 x4 SSD
  • Akkulaufzeit: 52 WH, knapp über 12 Stunden (Test)
  • Anschlüsse: 2 x USB Typ-C Thunderbolt 3 mit 4 PCIe 3 Lanes, USB Typ-C 3.1, MicroSD, 3,5mm Audio
  • Konnektivität: WLAN ac, Bluetooth 4.2
  • Sonstiges: Windows Hello Fingerprint-Scanner

Dell XPS 13 2019 Test – Design

Mit dem 2019er Refresh ging es Dell allerdings gar nicht mehr so sehr darum, irgendwelche Rekorde aufzustellen. Man hat nämlich auf das Feedback seiner Kunden gehört, die sich die Kamera wieder oberhalb des Displays gewünscht haben. Um diesem Wunsch entsprechen zu können bei ähnlich dünnen Rändern rund um das Display hat man eine beeindruckend kleine Kamera konstruiert. Zudem bietet man seit 2018 auch ein weißes Gehäuse an mit wahlweise hell-goldener oder weißer Rückseite. Das schwarze Modell mit silberner Rückseite gibt es weiterhin.

Anschlüsse

Bei den Anschlussmöglichkeiten begann Dell bereits sehr früh, auf USB-A zu verzichten. Stattdessen setzt man beim neuesten Modell auf zwei USB-C Thunderbolt 3 Ports links mit 4 PCIe Lanes und einen USB-C Anschluss rechts. Des Weiteren verfügt das Dell XPS 13 9380 erfreulicherweise über einen MicroSD-Kartenslot. Somit wird zumindest für die Übertragung von Fotos im Regelfall kein Hub benötigt und USB-C Sticks gibt es bereits im regulären Handel zu erwerben. Ein weiteres nettes Detail auf der linken Seite des Notebooks ist ein Knopf, welcher bis zu fünf LEDs aufleuchten lässt und den Nutzer auch im zugeklappten Zustand wissen lässt, wie viel Akku ungefähr noch verbleibend ist.

Während ich bis heute kein Fan dieses Karbonfaser-Looks der Handablage bin, sieht das Dell XPS 13 im Jahr 2019 besser aus als je zuvor. Das Dell XPS 13 nutzte für mich immer zu viele Farben, Muster und Materialien. Da Karbonfaser, dort Plastik, woanders Metall. Was ich sagen will: Ich finde, es gibt schöner gestaltete Notebooks auf dem Markt. Dennoch ist das Dell XPS 13 ein schlanker und leichter Laptop, den man in der Öffentlichkeit zweifellos nicht zu verstecken braucht.

Dell XPS 13 2019 Test – Verarbeitung

Die Mischung aus verschiedenen Materialien schmälert allerdings nicht die in hohem Maße tolle Verarbeitung des Geräts. So wenig mir das Karbonfaser samt Muster auf der Handballenablage gefällt, die meiner Ansicht nach ab Need for Speed: Underground 2 nicht mehr en vogue war, so fühlt sich diese einfach eine Spur angenehmer an als kaltes Aluminium oder Magnesium.

Das Notebook lässt sich gerade noch mit einer Hand aufklappen, was hauptsächlich daran liegt, das Scharnier vergleichsweise schwergängig ist. Das ist allerdings eine gute Sache, denn so wackelt das Display überhaupt nicht beim Tippen. Biegen lässt sich das Display ebenfalls nicht.

Insgesamt wirkt das Dell XPS 13 für ein derart kompaktes und dünnes Notebook außerordentlich solide und hochwertig.

Dell XPS 13 2019 Test – Display

Das von uns getestete Dell XPS 13 9380 ist mit einem matten FullHD-Display ausgestattet ohne Touchscreen. Die verbaute Einheit bietet eine für ein IPS-Display sehr kontrastreiche Farbdarstellung mit guten Schwarzwerten und natürlich hervorragenden Blickwinkeln. Screen-Bleeding konnten wir bei unserer Einheit nicht feststellen.

Etwas auffällig beim weißen Modell ist allerdings der kleine schwarze Rand im Display, welcher an allen Seiten unterschiedlich groß ist. Links misst er knapp einen Millimeter, während er oben und unten weniger als einen halben Millimeter groß ist. An der rechten Seite ist dieser schwarze Rand zudem kleiner als links. Das fällt auf bei helleren Inhalten am Display, besonders zum Beispiel im Browser. Es stört mich persönlich nicht, aber bei einem derart teuren und hochwertigen Produkt, das ansonsten ein so schönes, beinahe rahmenloses Display hat, da muss man als Hersteller meiner Ansicht nach auf solche Details achten. Nicht jeden wird das stören. Mich stört es nicht. Aber ich weiß, dass es Menschen gibt, die das nicht verzeihen können und nachvollziehen kann ich es bei einem derart teuren Premium-Produkt auf jeden Fall.

Erfreulich, um nicht zu sagen, überraschend großartig ist die Helligkeit dieses 13,3-Zoll FullHD Panels. Dell bewirbt es mit einer Helligkeit von 400 nits und kombiniert mit der matten Oberfläche ist es wirklich gut für den Außeneinsatz geeignet. Ich konnte das Notebook problemlos in der direkten Sonne bedienen und die meiste Zeit kann man die Helligkeit auch ein paar Stufen zurückdrehen.

Mit der kleinen Ausnahme dieses kleinen, womöglich störenden Randes, ist das FullHD-Display im Dell XPS 13 eine tolle Einheit für den generellen Endverbraucher, für Entwickler, Studenten und für jeden, der nicht unbedingt wirklich professionelle Fotobearbeitung zu seinen Aufgaben dazuzählt.

Dell XPS 13 9380 Test – Kamera

Wenn man über das Display spricht, muss man die neue Kamera fast schon zwangsläufig erwähnen. Dell hat eine Kamera-Einheit gebaut, welche nur 2,25 Millimeter misst. Damit findet diese neuerdings oberhalb des Displays Platz, womit Dell einen Kritikpunkt des bisherigen Dell XPS 13 beseitigt haben will.

Nun, die Kamera filmt einem nicht mehr die Nase hoch. Die Qualität der verbauten Einheit ist, angesichts ihrer Größe wenig überraschend, nicht sehr gut. Also, gar nicht gut. Selbst mit abendlichem Gegenlicht ist die kleine 0,9 Megapixel HD-Kamera bereits überfordert. Gute Resultate bekommt ihr nur bei wirklich guten Lichtverhältnissen. Im Vergleich zum XPS 13 war sogar die Kamera des Nokia Lumia 520 großartig. Die Qualität lässt sich so ganz gut beschreiben: Die Grafik in manchen heutigen TripleA-Games ist besser als die Kamera am Dell XPS 13.

Aber wer benutzt noch ernsthaft die Frontkamera am Laptop? Klar, Business-Kunden bei Video-Konferenzen. Wobei reine Telefon-Konferenzen mit Headset oder im Meeting-Raum mit einem echten Konferenz-System meiner Erfahrung nach üblicher sind. Der Winkel ist nicht mehr derart unvorteilhaft und für die meisten Kunden wird die Kamera damit vollkommen ausreichend sein.

Dell XPS 13 2019 Test – Tastatur & Touchpad

Wie auch die Position der Kamera wurde die Tastatur gerne kritisiert beim XPS 13. Bei Dell sah man diese Kritik allerdings nicht als Grund für irgendwelche Änderungen und so ist dieselbe Einheit verbaut wie bei den Vorgängern.

Der Tastenhub ist mit 1,3 Millimetern für ein Ultrabook durchschnittlich und der Anschlag ist ganz minimal härter als bei anderen Notebooks dieser Preisklasse. Ansonsten verfügt das Dell XPS 13 über eine wirklich gute Tastatur, welche perfekt für längere Nutzung geeignet ist. Es ist gut geeignet für das Verfassen längerer Texte, aber nicht zu einhundert Prozent auf dem Niveau eines Surface Laptop 2.

Es gibt in Wahrheit nichts auszusetzen bei der Tastatur, bis auf das Layout. Da gibt es rund um die Pfeiltasten nämlich ein Problem. Über den Pfeiltasten links und rechts befindet sich nämlich der Seite rauf/runter-Knopf, welchen man bei Nutzung der Pfeiltasten auch nicht selten versehentlich drückt.

Touchpad

Das Touchpad des Dell XPS 13 ist im Vergleich zu manchen anderen Premium-Ultrabooks geringfügig kompakter. Das Glas-Touchpad ist aber wirklich präzise, nutzt Microsofts Präzisionstouchpad-Treiber und reagiert immer schnell und zuverlässig auf alle Windows 10-Gesten.

Die Größe des Touchpads ist absolut ausreichend für sämtliche Aufgaben des Alltags und darüber hinaus durchaus noch gut geeignet für Bild- und Videobearbeitung.

Dell XPS 13 2019 Test – Software

Das Dell XPS 13 9380 wird in unserer Konfiguration mit Windows 10 Home ausgeliefert samt wenig Bloatware, die da aus dem Virenschutz und aufgrund seiner störenden Natur aus der Dell Mobile Connect-App besteht. Der McAffee Virenschutz warnte mich während meines Tests jeden einzelnen Tag in Form einer Popup-Benachrichtigung, dass der Schutz in wenigen Tagen abläuft und versuchte mich zu einem Kauf über überreden, unverschämterweise mit dem einem Schließen-Button, welcher “Risiko akzeptieren” zeigt. Uncool, deinstalliert. Hinzu kam allerdings gelegentlich auch die Information von Dell Mobile Connect, dass der notwendige Smartphone-Treiber nicht installiert ist. Keine Frage, Dell Mobile Connect ist eine wirklich klasse App. Ich weiß spätestens nach einer Benachrichtigung, dass sie existiert. Mehr brauche oder möchte ich nicht.

Die geringe Menge an Bloatware auf heutigen PCs geht durchaus in Ordnung. Eine legitime Frage ist natürlich, ob das auch für Premium-Laptops gilt. Da kann ich beide Sichtweisen nachvollziehen. Es sind allerdings diese wertlosen Programme und Demos, die mich stören. Positives Beispiel: Es gibt für Dell-Kunden für ein Jahr 20 Gigabyte Dropbox-Speicher gratis. Wenn ich also gerade von OneDrive Free oder iCloud wechseln möchte, kommt die einmal am XPS 13 per Benachrichtigung angebotene Aktion wie gerufen. Wenn ich aber schon Office 365 habe, ignoriere ich sie. Dass allerdings auf einem 1.200 Euro-Laptop der Virenschutz jeden Tag eine Meldung schickt, gefällt mir nicht.

Die Bloatware ist allerdings auch schnell wieder deinstalliert, sodass sie nicht allzu schwer ins Gewicht fällt. Dell bietet daneben auch eine übersichtliche Lösung für die Installation von Firmware-, Treiber- und BIOS-Updates an. Die vorinstallierte “Dell Update”-App verfügt über ein schönes Interface, das selbst für weniger technisch versierte Endanwender leicht zu bedienen ist. Als “Prosumer” würde ich mir noch Changelogs in der App wünschen und nicht nur die Versionsnummern, aber das muss man als Endverbraucher nicht immer wissen.

Dell XPS 13 2019 Test – Performance

In Sachen Performance kann sich das Dell XPS 13 absolut nur mit den besten Ultrabooks dieser Kategorie messen. Regelmäßig führt das Dell-Notebook hier die Benchmarks an, was hauptsächlich der sorgfältigen Arbeit des Herstellers bei der Optimierung der Kühlung zu verdanken ist.

In einfachen Benchmarks platziert sich das Dell XPS 13 geringfügig über seiner Konkurrenz mit derselben Hardware. Der Stress-Test, wo das Notebook über eine längere Zeit hoher Last ausgesetzt wird, zeigt sich allerdings ein größerer Unterschied: Mit einer Stabilität von 96,2 Prozent besteht es den Sky Diver Stress Test nur knapp nicht. Für ein derart dünnes Ultrabook ist das trotzdem ein wirklich guter Wert, offenbart der Test doch ziemlich geringes Thermal Throttling. Zum Vergleich: Das Lenovo Yoga S730 schaffte im selben Test nur 88,1 Prozent.

Geekbench (Akkubetrieb)

  • Single Core: 3732 Punkte
  • Multi Core: 13322 Punkte

Geekbench

  • Single Core: 5087 Punkte
  • Multi Core: 15775 Punkte

Vergleich

  • MacBook Pro 13 (i7-8559U): 5351 / 19298 – 3.349 €
  • Lenovo Yoga S730 (i7-8565U):  5100 / 14848 – 1.300€
  • Dell XPS 13 (i7-8550U): 4762 / 14218 – 1.860 €
  • Surface Laptop 2 (i7-8650U): 4114 / 13254 – 2.560 €

Gaming-Benchmarks (Akku)

  • Cloud Gate 1.1: 9417 Punkte
  • Time Spy: 443 Punkte
  • Sky Diver: 4728 Punkte
  • Night Raid: 5699 Punkte
  • Sky Diver Stress Test: 96,2 Prozent

Dell XPS 13 2019 Test – Hitzeentwicklung

Das Dell XPS 13 9380 kann mit seinen beiden Lüftern im Gehäuse mehr Performance aus dem Intel Core i7-8565U Prozessor rausholen als jedes vergleichbare 13-Zoll Ultrabook. Dagegen wirkt der Whiskey Lake-Chip im XPS 13 wie eisgekühlt. Dennoch ist das Notebook zweifellos nicht darauf optimiert, den Chip an sein absolutes Limit zu drängen. Bei 70 Grad schaltet auch hier der Chiptakt zurück, die Lüfter drehen dabei allerdings nicht maximal auf. Es ist zweifelsohne eher darauf optimiert, kühl und leise zu arbeiten und lässt die Konkurrenz dennoch hinter sich. Dell macht bei der Wärmeabteilung ganze Arbeit.

Dell XPS 13 2019 Test – Akkulaufzeit

Das Dell XPS 13 9380 2019 verfügt über einen Akku mit einer Kapazität von 52 Wattstunden, was für ein Notebook dieser Größenklasse ein durchschnittlicher Wert ist. Der Hersteller verspricht dabei Werte von bis zu 21 Stunden, die vielleicht mit dem absolut nicht empfehlenswerten Core i3 / 4 / 128-Modell theoretisch erreichbar sind.

Unser Modell schaffte im Alltagsgebrauch beim Surfen im Internet eine Laufzeit von wirklich guten 12 Stunden. Offensichtlich ist der Wert sehr weit von Dells überhöhten Angaben entfernt. Im Vergleich zur Konkurrenz in Form des Huawei MateBook 13 oder Surface Laptop 2 ist die Laufzeit des Dell XPS 13 9380 allerdings dennoch erheblich besser.

Dell XPS 13 2019 Test – Fazit

Das Dell XPS 13 9380 2019 ist ein Anwärter für das beste Notebook dieses Jahres. Es ist ein hochwertig verbautes, schlankes Ultrabook mit sehr guter Leistung für den Formfaktor und langer Akkulaufzeit.

Obwohl es zweifellos kein günstiges Notebook ist, kann man insgesamt für die meisten Konfigurationen durchaus sagen, dass das Dell XPS 13 sein Geld wert ist. Es ist ein wundervoll vielseitiges, kompaktes Notebook, das ich jedenfalls für den besten Laptop 2019 in meiner engeren Auswahl halten werde.

WindowsArea.de Wertung
Design & Verarbeitung 91%
Tastatur & Touchpad 87%
Display 85%
Audio 83%
Performance & Software 86%
Akkulaufzeit 92%
87% eisgekühlt
Readers Rating 100%
1 Bewertungen

Beim Dell XPS 13 2019 stimmt so gut wie alles. Design und Verarbeitung sind gut bis großartig, das Display beeindruckend und die Eingabegeräte enttäuschen nicht. Die Performance ist überdurchschnittlich, genauso auch die Akkulaufzeit. Ein sehr stimmiges Gesamtpaket.

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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backpflaume
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backpflaume

Ne MX150 hätte da gut getan kommt aber in so kleinen Geräten meist eh nicht an ihr volles Potenzial heran.
Ich persönlich würde eh lieber auf Ice Lake Modelle warten. Die kommen noch dieses Jahr und haben eine wesentlich bessere GPU (sogar für eSport Titel geeignet), dürften dank 10nm Fertigung effektiver sein und noch mal ne Steigerung bei der Akkulaufzeit bieten.

blaupause
Mitglied
blaupause

sorry, aber Full-HD-Displays sind sowas von Out, da denk ich keine Sekunde drüber nach das zu kaufen, dann noch dieser Design-Mischmasch, NoGo

rschuerer@gmail.com
Mitglied

Das FHD Display ist nur eine Ausstattungsvariante. Es gibt auch 4K und Touch