Vorbild für Apple: Dell baut einen Display-Ständer mit eingebauten PC für weniger als 1.000 Euro

10

Apple hat vor einigen Monaten das Apple Pro Display XDR vorgestellt. Die meiste öffentliche Aufmerksamkeit bekam der Konzern allerdings dafür, dass man den Ständer für den Monitor für sage und schreibe 999 US-Dollar verkaufen möchte.

Bei Dell dürfte man womöglich durch den Apple-Ständer auf eine Idee gekommen sein. Wenn die Leute tatsächlich bereit sein sollten, 1.000 Euro für einen Monitor-Standfuß zu bezahlen, wie viel moderner Technologie kann man in einen solchen Ständer packen? Dells Antwort: Einen ganzen Computer.

Dell OptiPlex 7070 Ultra ist ein ganz ungewöhnlicher All-in-One PC, denn der Computer ist in den Monitor-Ständer verbaut. Den Monitor dazu könnt euch im Prinzip aussuchen. Standardmäßig ist der Dell OptiPlex 7070 Ultra mit allen Dell-Monitoren der E-, Professional- sowie UltraSharp-Reihe kompatibel. Dank einer VESA-Mount könnt ihr euch das Display allerdings auch frei aussuchen. Mit dem VESA Mount Adapter für das Apple Pro XDR Display könnt ihr den Dell OptiPlex 7070 Ultra also auch damit verwenden.

Dell OptiPlex 7070 Ultra: Formfaktor

Der OptiPlex 7070 Ultra sieht im Grunde aus wie ein ganz normaler Monitor-Standfuß. Darin befindet sich allerdings ein austauschbares Computing-Modul. In dem 25,6 x 9,6 x 1,97 Zentimeter kleinen Modul steckt ein Mini-PC, welchen Intel Core-Prozessoren Whiskey Lake U-Serie betreiben.

Laut Dell handelt es sich dabei um ein neues Konzept für einen All-in-One PC. Der Monitor kann praktisch frei gewählt werden, stammt allerdings idealerweise von Dell. Wenn die Hardware nicht mehr aktuell ist, muss somit nicht der gesamte Computer ausgetauscht ist, wie das beispielsweise beim Surface Studio oder iMac der Fall ist. Bei diesen Geräten kann nämlich die Hardware alt und langsam sein, während die Displays selbst länst nicht obsolet sind. Dell löst dieses Problem, indem beim OptiPlex 7070 Ultra ganz einfach das Computing-Modul ausgetauscht werden kann. Die hintere Abdeckung am Ständer wird entfernt, das Computing-Modul ausgetauscht und der All-in-One ist betriebsbereit.

Dell OptiPlex 7070 Ultra: Hardware

Technisch gibt es im Dell OptiPlex 7070 Ultra eine Auswahl aus Intel Core-Prozessoren der Whiskey Lake-Generation. Es handelt sich um Chips der mobilen U-Serie, welche auch in vielen Ultrabooks zu finden sind. Die Besonderheit hier ist, dass die TDP von den standardmäßigen 15 auf 25 Watt angehoben wurde. Es gibt zwei SO-DIMM Slots für bis zu 64 Gigabyte an DDR4-2400 Arbeitsspeicher. Eine M.2 angebundene SSD mit einer Kapazität von bis zu einem Terabyte kann ebenfalls in die Computing-Einheit konfiguriert werden. Daneben kann auch vom Nutzer ein 2,5-Zoll SATA-Laufwerk in das Gerät eingebaut werden.

Der neuartige All-in-One PC bietet zwei USB Typ-C 3.2 Anschlüsse, von denen beide DisplayPort und einer PowerDelivery unterstützt. Weiters gibt es drei USB Typ-A 3.1 Ports, Ethernet sowie einen 3,5 mm Klinkenstecker. Dadurch führt zum Computer am Schreibtisch nur ein einziges USB-C Kabel, welches das Display und den Rechner betreiben kann.

Dell OptiPlex 7070 Ultra: Preis und Erhältlichkeit

Der Rechner im Monitor-Ständer wird ab September 2019 erhältlich sein, teilte der Hersteller mit. Die Preise sind außerordentlich spannend, kostet der Ständer immerhin ab 749 US-Dollar. In Anbetracht der Tatsache, dass Apple für einen Monitor-Standfuß ohne integrierten Computer 250 US-Dollar mehr verlangt, kann man das wohl als günstig ansehen.

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

10
Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment
4 Comment threads
5 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
6 Comment authors
blaupauseBonkbackpflaumeroidantontk69 Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
blaupause
Mitglied
blaupause

ein interessantes Konzept, Monitor auswählen für den benötigten Zweck (Monitor mit oder ohne Touch), servicefreundlich durch schnellen Austausch der Komponenten, könnte den Business-Kunden gut gefallen.
👍

Bonk
Mitglied
Bonk

Ich stelle mir dabei in erster Linie zwei Fragen: a) Wer garantiert mir, dass ich in fünf Jahren, wenn die PC-Hardware veraltet ist und ich sie ersetzen möchte, noch so ein Modul bekomme, das dem Formfaktor des Monitorfußes entspricht? Denn sehen wir es mal realistisch, entweder kommt das Konzept nicht gut an, und niemand kommt in fünf Jahren noch auf die Idee, noch ein neueres Modul zu entwickeln, oder es schlägt ein wie eine Bombe, dann gibt es in fünf Jahren bereits ein Nachfolgermodell mit neuen Modulen, die in den alten Fuß nicht passen. Und b) Was spricht dagegen, stattdessen… Read more »

blaupause
Mitglied
blaupause

nur gut dass DU nicht das Maß aller Dinge bist und die Kunden sehr wohl gut annehmen, vor allem an PoS.

tk69
Mitglied
tk69

Ich denke, dass es auch ein Vorbild für den Surface Studio sein könnte. 🤔

backpflaume
Mitglied
backpflaume

Surface Studio braucht das genaue Gegenteil. Einfach nur den Monitor an dem man einen beliebigen PC anschließen kann oder zumindest die PC Komponente austauschen kann.

blaupause
Mitglied
blaupause

Surface Studio ist was es ist und genau deshalb braucht es gar nichts, Microsoft kommt mit der Produktion gar nicht hinterher, so groß ist die Nachfrage.

Knight
Mitglied
Knight

Wirklich coole Idee! Besonders das austauschbare Modul…

roidanton
Mitglied
roidanton

Ja, mal abwarten ob es dann was zu tauschen gibt 😊 Erinnert mich an Samsungs TV Boxen wo man die Elektronik vom Bildschirm trennt. Tolle Idee, leider wurde nur nie eine aktuelle Box für ältere Geräte released. Man kann immer nur gegen die gleiche Version tauschen. Was sicher bei einem Defekt immer noch besser ist als bei anderen Geräten.

blaupause
Mitglied
blaupause

diese Produkte sind auch nicht für den Consumer gedacht, daher werden sie auch über Dell EMC vertrieben, hat also nichts mit so einem Samsung Krempel zu tun.
Der Service bei Dell ist da vorbildlich.

roidanton
Mitglied
roidanton

Wie gesagt, mal abwarten. Ist ja auch für Dell neu. Wenn der zweite Release Rechner noch in den ersten Sockel passt wäre es eine gute Sache.