Apple spielt Sicherheitsprobleme des iPhone herunter

4

Letzte Woche haben Googles Sicherheitsforscher die Details zu einer kritischen Sicherheitslücke bei Apples iPhones veröffentlicht. Google beschreibt in seiner Aussendung, dass die Sicherheitslücke derart gravierend war, dass die Geräte einfach über den Besuch einer Webseite hätten infiziert werden können.

iPhone-Sicherheit wie bei Windows zu XP-Zeiten

Erfreulicherweise für Apple hatten die Angreifer, vermutlich eine von China unterstützte Hacker-Gruppe, diese Sicherheitslücke lediglich dafür genutzt, die muslimische Minderheit der Uiguren in China anzugreifen. Nur aus diesem Grund wurden mit der Lücke nur eine vergleichsweise kleine Zahl an Personen angegriffen. Lediglich über den Besuch einer bösartigen Webseite konnten die Angreifer auf zahlreiche iPhone-Features zugreifen und sogar Passwörter stehlen, iMessage-Nachrichten und GPS-Daten auslesen.

In einem neuen Statement hat Apple nun den Aussagen von Google widersprochen. Außerdem kritisiert der Konzern aus Kalifornien den Zeitpunkt der Veröffentlichung des Statements. Apple habe die Lücke nämlich bereits vor 6 Monaten behoben und nur wenige Webseiten seien betroffen gewesen, schreibt der Konzern. Zudem seien diese Webseiten nicht über einen Zeitraum von zwei Jahren, sondern nur ungefähr zwei Monaten aktiv gewesen. Apple kritisiert Google dafür, dass man nun den Eindruck kreieren wolle, die iOS-Geräte seien unsicher und es hätte eine Möglichkeit zur Überwachung ganzer Bevölkerungsgruppen gegeben.

Keine Verurteilung der Angreifer

In dem Statement von Apple verteidigt man sich gegen Vorwürfe, die sich der iPhone-Hersteller angesichts der Tatsachen zweifellos gefallen lassen muss. Nicht die Webseiten waren das Problem, sondern der Umstand, dass allein der Besuch einer Webseite zur Infektion eines iPhones ausreichte. Solche Sicherheitslücken waren zur Zeit von Windows XP zwar üblich, wo Gefahren aus dem Internet immerhin wirklich echtes Neuland waren, allerdings sind sie heute einfach nur noch peinlich.

Zudem entbehrt die Aussendung von Apple jeglichen Dank an Google für die Meldung der Lücke, jegliche Verurteilung der Angreifer und überhaupt keine Informationen darüber, ob nun die chinesische Regierung dahinter steckt oder nicht. Apple erklärt Google in seinem Statement zum Feind für das Entdecken der Lücke und gesteht sich weder das eigene Versagen ein, noch verurteilt man die Angriffe gegen eine ethnische Minderheit in China in irgendeiner Form.


Quelle: Apple

Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

4
Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment
4 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
4 Comment authors
AtzeHDadaAndrovoidR.M.S. Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
AtzeH
Mitglied
AtzeH

Nun ja, für Googles ständiges Fingerzeigen auf andere, insbesondere durch Veröffentlichung würde ich denen auch keinen Dank zukommen lassen. Deren Umgang mit der Konkurrenz ist höchst bedenklich, sieht man ja auch an Microsoft. Von wegen „Don’t be evil“…

Dada
Mitglied
Dada

Alphabet will wohl von den aktuellen Vorwürfen der Spionage bei Kindern durch YouTube und Google (siehe Windows United) ablenken?!

Androvoid
Mitglied
Androvoid

Wenn sie schon eine solche Lücke entdeckt haben, wäre es ehrenhafter gewesen, Apple einfach zu informieren und sich da jetzt nicht durch Veröffentlichung einen Werbevorteil zu verschaffen versuchen…
Google eben, kämpfen da gegen alle bestehende und potentielle Konkurrenz, noch immer besorgt um’s eigene Überleben… 😉

R.M.S.
Mitglied
R.M.S.

Die Sicherheitslücke wurde vor 6 Monaten geschlossen und jetzt kurz vor dem Release neuer Geräte wird das aufgedeckt? Also ich persönlich würde mir da wohl auch eher schwer tun mit der Dankbarkeit.