Windows 7 Support: Bundesregierung zahlt 800.000 Euro an Microsoft

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Der offizielle Support für Windows 7 ist am 14. Januar 2020 abgelaufen. Dieses Datum ist seit 2009 bekannt. Mehr als ein Jahr zuvor warnte WindowsArea.de nochmals eindringlich, den Upgrade-Vorgang zu beginnen.

Deutsche Bundesregierung zahlt doppelt

Laut Statistiken laufen 22 Prozent der PCs weltweit mit Windows 7. Die Bundesregierung in Deutschland zählt ebenfalls dazu. Wie das Bundesinnenministerium auf eine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion beantwortete, läuft auf mindestens 33.000 Rechnern in der Verwaltung immer noch Windows 7. Das kostet den Staat „ca. 800.000 Euro“, allein im Jahr 2020, lässt Günter Krings von der CDU wissen. Damit zahlt die Bundesregierung immerhin nur knapp die Hälfte pro Rechner von dem, was Microsoft üblicherweise verlangt für den erweiterten Support. Regulär kostet der Windows 7 Extended Support nämlich 50 Dollar und die Bundesregierung überweist „nur“ knapp 25 Euro pro PC an Microsoft.

Die Grüne werfen den Regierungsparteien vor, grob fahrlässig zu handeln, denn man gefährde durch den Umgang mit der IT-Infrastruktur die Sicherheit der Rechner im Kanzleramt sowie in den Ministerien. Kritisiert wird konkret, dass in diese 33.000 Rechner nicht alle Windows 7 PCs eingerechnet sind. Laut der Regierung gäbe es eine Dunkelziffer und diese PCs könnten womöglich nicht geschützt sein. Die Regierung verweigert die Auskunft über die Nutzung von Windows 7 Rechnern beim Bundesnachrichtendienst sowie beim Verfassungsschutz.

Früher oder später wird auch die Bundesregierung umsteigen müssen und das hätte man längst tun können, ohne Microsoft jährlich Geld für den erweiterten Support zu bezahlen. Kosten beim Upgrade werden so oder so entstehen. Ob man jetzt oder in zwei Jahren auf Windows 10 umsteigt, ändert in Wahrheit nur die Endsumme für den zwischenzeitlichen erweiterten Support.

Landesverwaltungen ebenfalls betroffen

Die Bundesregierung ist allerdings längst nicht allein. Die Landesverwaltung in Berlin hat auf 20.000 der insgesamt 85.000 Rechner immer noch Windows 7 installiert. Hier dürfte man ebenfalls knapp eine Million Euro an Microsoft zahlen.

Windows 7 ist am 14. Januar 2020 gestorben und das Datum war längst bekannt. Während Privatnutzer weiterhin eine Möglichkeit auf ein kostenloses Upgrade haben, müssen Unternehmen die alten Lizenzen erneuern. Wer das nicht tun möchte, hätte auch schon vor zwei Jahren über Linux oder andere Möglichkeiten nachdenken können. Das rechtzeitige Upgrade auf Windows 10 hätte jedenfalls nicht zur Folge gehabt, dass nun Millionen an Steuergeld hierfür hergenommen werden.

Windows 7 ist nach dem 14. Januar 2020 unsicher


Quelle: Handesblatt

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