Filehosting vs. Filesharing – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

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Filehosting Filesharing

Filehoster wie auch Filesharer boomen seit geraumer Zeit. Immer mehr Menschen verlassen sich privat und im beruflichen Kontext auf die Dienste und nutzen Filehosting und Filesharing ganz alltäglich. Fälschlicherweise werden die beiden Begriffe dabei oftmals synonym verwendet, obwohl sie sich eigentlich recht klar voneinander abgrenzen lassen. Im Rahmen eines Projekts durfte ich mich diesen Abgrenzungsfragen auseinandersetzen. Dieser Artikel erklärt, worum es sich jeweils genau handelt und gibt – hoffentlich – praktische Tipps zur sicheren Nutzung der Dienste.

Was ist Filehosting?

Die meisten Menschen hantieren Tag für Tag mit Dateien, zum Beispiel in Form von Dokumenten, Musik, Videos und Bildern. Filehoster bieten die Möglichkeit, diese Daten über das Internet, genauer gesagt über die Cloud, auf einem Server zu speichern. Viele Anbieter ermöglichen es den Usern, ihren Account mit einem Passwort zu schützen sowie die hochgeladenen Dateien mit ausgewählten Personen zu teilen. Das funktioniert dann wiederum über die Weitergabe eines Links, der beim Upload generiert wird. Wer im Besitz des Links ist, kann auf die jeweilige Datei zugreifen und diese auch herunterladen und / oder bearbeiten. Behält man den Link also für sich, bleibt man grundsätzlich der einzige, der die Daten einsehen kann. Wer hier z. B. an OneDrive denkt, hat das Prinzip verstanden.

Wann wird von Filesharing gesprochen?

Filesharing Filehosting

Anders als ein Filehoster, basiert das Filesharing grundsätzlich auf dem Peer-to-Peer Prinzip (P2P). Wie beim Filehosting, finden auch beim Filesharing Up- und Downloads statt. Der Unterschied ist jedoch, dass die Verbindungen zwischen den hoch- und herunterladenden Nutzern in der Regel zwischen den am Netzwerke beteiligten Usern besteht. Einen Server gibt es nicht. So werden Dateien bereits während des Herunterladens wieder anderen Nutzern im Netzwerk zur Verfügung gestellt. In den meisten Fällen passiert das ganz automatisch.

Es geht hier also vorrangig um das Teilen von Dateien, während Filehosting überwiegend für die Speicherung genutzt wird und nur ein selektives Teilen vorsieht.

Filesharing und Filehosting im direkten Vergleich

Auf den Punkt gebracht zeichnen also die folgenden Aspekte die beiden Dienste aus:

Filehosting

  • Speichern von Dateien auf einem Server
  • Selektives Teilen über die Weitergabe eines Links
  • Häufig passwortgeschützte Accounts

Filesharing

  • Teilen von Dateien über ein Peer-to-Peer Netzwerk
  • Automatisches Teilen der Dateien bei Up- und Downloads
  • Dateien werden in entsprechenden P2P-Netzwerken zum Download zur Verfügung gestellt

Filesharing und das Urheberrecht

Besonders in Bezug auf das Filesharing wird das Urheberrecht oft zum Thema. Die Plattformen werden vermehrt dazu genutzt, Raubkopien zu verbreiten und daher häufig mit der Illegalität in Verbindung gebracht. An und für sich ist das Nutzen eines Filesharers aber nicht zwingend illegal. Erst wenn urheberrechtlich geschützte Dateien ins Spiel kommen, wird der legale Raum verlassen. Und zwar unabhängig davon, ob eine solche Datei hoch- oder heruntergeladen wird. Sprich: Wer hier nicht aufpasst, sondern ohne Rücksicht auf Verluste up- und downloadet, läuft Gefahr, sich strafbar zu machen, und muss unter Umständen mit Abmahnungen und Schadensersatzforderungen rechnen.

Filesharing: Wie arbeiten Ermittlungsbehörden?

Mit den letzten Urheberrechtsreformen entschied sich der Gesetzgeber für eine zunehmende Beschränkung der erlaubten Privatkopie. Seit dem 01. Januar 2008 stellt schon der Download einer „offensichtlich rechtwidrig hergestellten“ oder „offensichtlich rechtswidrig öffentlich zugänglich gemachten Vorlage“ eine Urheberrechtsverletzung dar (§  53 Abs. 1 UrhG), die zivilrechtliche Konsequenzen haben kann.

Das Herunter-/Hochladen illegaler Kopien ist längst keine Bagatelle mehr und wird weiterhin von Rechteinhabern und Ermittlungsbehörden verfolgt. Zwar waren die Systemarchitekturen der Ermittlungssysteme früher noch unausgereift und in vielerlei Hinsicht angreifbar, doch dem ist inzwischen meist nicht mehr so:

Auswertungssysteme bestanden früher größtenteils aus individuell erstellten Komponenten (Analyzer, Datenbanken, Reportgenerator etc.), die fehlerhaft sein konnten und daher von Seiten eines Sachverständigen im Gesamtverbund getestet werden mussten. Dieser ließ sich aufgrund langwieriger Verfahren aber schwierig bis gar nicht rekonstruieren. Ebenso konnte selten ein Nachweis über die Authentizität der gespeicherten P2P-Kommunikationsdaten erbracht werden, da es u.a. an Signaturen, Änderungsprotokollen etc. fehlte.

Aus diesen Fehlern wurden aber entsprechende Schlüsse gezogen, so dass die „forensischen Systeme“ optimiert und die Beweiskraft ihrer Ergebnisse u.a. dadurch erhöht wurde, dass der Netzwerkverkehr mittels „network tapping“ aufgezeichnet wird, die aufgezeichneten Netzwerkdaten digital signiert und in einem Langzeitarchiv gesichert werden und der Vergleich von Referenzdaten (illegale Kopie) mit tatsächlich verfielfältigten Daten eines P2P-Teilnehmers durch bitweisen Vergleich stattfindet.

// Rechtsanwalt für IT-Recht Okan Dogan

Sicherheitstipps für Filesharing und Filehosting

Dennoch ist es natürlich absolut möglich, Filehoster und Filesharer vollkommen legal zu nutzen. Diese drei Tipps tragen dazu bei:

Einen seriösen Anbieter wählen

Ein seriöser Filehosting Anbieter ist das A und O. Daher empfiehlt es sich, sich mit unterschiedlichen Anbietern auseinanderzusetzen und Qualität und Sicherheit einen größeren Wert beizumessen als einem günstigen Preis.

Augen auf beim Downloaden und Teilen

Letztendlich hilft nur eines: die Achtsamkeit beim Herunterladen und Teilen. Man sollte sich also stets vergewissern, dass die jeweilige Datei nicht urheberrechtlich geschützt ist und im Idealfall nur Dateien herunterladen, die von bekannten Uploadern bereitgestellt wurden.

Proaktiv den Anbietern helfen

Nahezu alle Anbieter bieten – schon wegen der Haftung aus § 10 TMG – die Option, unerlaubten Inhalt oder verdächtige Dateien per E-Mail oder Button zu melden. Diese werden dann vom Anbieter untersucht und gegebenenfalls gelöscht. Gerade nach dem Aus von Share-Online, sind die Filehosting Anbieter hier wesentlich aktiver geworden.


Bildnachweis: kreatikar, pixabay.com; mohamed_hassan, pixabay.com

Über den Autor

Interessiere und begeistere mich in meiner Freizeit für Gaming, Microsoft- und Android-Technik und Autos.

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