WindowsArea.de jetzt neu im Dark Mode.

Windows 10

Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Kein Kompromiss

Eine steigende Abhängigkeit von Computern und ein wachsendes Interesse an Umweltfreundlichkeit. Dass sich diese beiden Aspekte nicht gegenseitig im Weg stehen und dass ein Maximum an Effizienz und Nachhaltigkeit mit der eigenen IT-Struktur erreicht werden kann, zeigen wir in diesem Artikel.

Nachhaltigkeit in einer digitalen Welt

Der Sprung in die digitale Welt macht vor kaum einem Unternehmen Halt. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten sind damit enorm gestiegen und mit einer straffen Infrastruktur können Betriebe jeder Größe und Ausprägung große Potenziale freisetzen. Gleichzeitig werden Themen rund um Umweltschutz und Nachhaltigkeit immer wichtiger in unserer Gesellschaft und haben längst den Arbeitsalltag erreicht.

Dies sind die beiden Kernthemen, die Verbraucher, Politik und Wirtschaftsvertreter im 21. Jahrhundert besonders intensiv beschäftigen. Sie gehören unter anderem zu den wichtigsten Zukunftstrends für Unternehmen. Eine wirtschaftliche Revolution nach der anderen, aktuell mit dem Schritt in die sogenannte Industrie 4.0 im Gespräch, aber auch die Energiewende und der Kampf gegen den menschgemachten Klimawandel – wo die Industrie eine besonders große Rolle spielt – beides beherrscht in den letzten Jahren die öffentlichen Diskurse.

Ein Zusammendenken dieser Themen scheint also unausweichlich das zukunftsweisende Konzept schlechthin zu sein. Die Wechselwirkungen und Beziehungen zwischen beiden Bereichen sind richtungsweisend für Gesellschaft, Politik und Unternehmer gleichermaßen – wer sich im Business zukunftssicher aufstellen möchte, springt also frühzeitig auf diesen Zug auf.

Definition Green IT

Das Stichwort lautet hier Green IT. Dabei handelt es sich längst nicht mehr um ein Buzzword alternativer Unternehmer. Da im Rahmen der CSR (Corporate Social Responsibility) die Notwendigkeit für nachhaltiges Wirtschaften längst erkannt wurde, setzen mehr und mehr Unternehmen auf eine möglichst ökologische Durchführung aller Wirtschaftsprozesse – die Datenverarbeitung inklusive.

Der Begriff Nachhaltigkeit umfasst im Grunde alle Aspekte rund um die Schonung von Umwelt, Ressourcen aus Natur und menschlicher Art – also um ein rundum zukunftsfähiges Wirtschaften frei von jeglicher Art der Ausbeutung.

Da am digitalen Arbeitsplatz immer mehr Computer, Server und digitale Endgeräte genutzt werden, steigt natürlich auch der Ressourcenaufwand in diesem Sektor konstant an. Nicht nur durch den wachsenden Stromverbrauch.

Einerseits ermöglicht der Schritt in das digitale Büro, dass Kommunikation, Unternehmensdaten und Buchhaltung vollständig im Computer ablaufen. Dieses sogenannte papierlose Büro trägt zu einer geringeren Umweltverschmutzung bei und arbeitet im Optimalfall deutlich effizienter – dieser Sachverhalt wird häufig als „green through IT“ bezeichnet.

Andererseits bedeutet das nicht, dass es nicht in diesem Bereich noch Probleme oder weiteres Einsparungspotenzial gibt. Die Herstellung der verwendeten Geräte ist ressourcenintensiv, der Betrieb kostet viel Strom und nicht selten ist der Elektroschrott dank enthaltener Schadstoffe nicht gerade umweltfreundlich.

Möglichst umweltfreundliche IT

Es reicht also nicht, das gesamte Büro auf digitale Lösungen umzustellen und sich auf das gesparte Papier und schnellere Kommunikationswege zu berufen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der einen möglichst großen Fokus auf Nachhaltigkeit in allen Belangen legt, muss von Beginn an bei der Planung der IT bedacht werden.

Dabei gibt es zwei grundlegende Aspekte, die zusammenwirken. Einmal die verwendeten Geräte und Technologien selbst, aber mindestens genauso wichtig die Nutzung und der Umgang mit ihnen. Das Problem: Eine optimierte Green IT-Struktur ist zwar sowohl als CSR-Maßnahme effektiv als auch automatisch effizienzsteigernd – doch die umfassende Planung und Umstellung verschlingt zuerst einmal viel Zeit und größere finanzielle Investitionen.

Insbesondere das Entwickeln der individuell passenden Strategie erfordert viel Fingerspitzengefühl und etwas Fachkenntnis. Da viele Unternehmen dadurch eine zu große Aufgabe vor sich sehen, gehen die Umstellungen eher schleppend voran. Damit die Technik sowohl an Arbeitsplätzen als auch in Rechenzentren möglichst nachhaltig eingesetzt wird, haben wir einige Tipps gesammelt:

1. Einsatz einer grünen IT-Infrastruktur

  • Sparsame Geräte: Moderne Hardware, aber auch Monitore können sehr sparsam sein. Ein vollständiger Wechsel auf neue Geräte unter Beachtung der Energieeffizienzklasse reduziert den Stromverbrauch von Büroausstattung und IT-Abteilung enorm. Wenn jedes Gerät nur ein paar Watt weniger verbraucht, kommt in der Summe der gesamten IT und über längere Zeit eine riesige Einsparung zusammen.
  • Keine Kompromisse: Dies lässt sich vom einzelnen Arbeitsplatz bis hin zum Backend durchführen. Kleinere Monitore, die die richtige Balance zwischen Ergonomie und Energiehunger finden, können genauso effektiv sein, wie Firmenserver, die speziell für hohe Sparsamkeit konzipiert sind. Dank passiver Kühlung verbrauchen diese deutlich weniger Strom. Gerade, da Server für gewöhnlich rund um die Uhr betrieben werden, ist hier die Effizienz besonders wichtig.
  • Vollständigkeit: Ein halb papierloses Büro, in dem noch etwas Papier zum Einsatz kommt, deutet darauf hin, dass das Konzept nicht vollständig durchdacht ist. Viele Vorteile, wie etwa die Platzersparnis, da keine Drucker, Kopierer und Papierstapel mehr benötigt werden, fallen dadurch komplett weg.
  • Lifecycle beachten: Da nicht nur der Stromverbrauch ein Faktor der Nachhaltigkeit ist, sondern auch die Materialien selbst, muss hier der gesamte Lebenszyklus der Geräte beachtet werden. Eine nachhaltige Herstellung ohne umweltbelastenden Rohstoffabbau, aber auch die richtige Entsorgung oder möglichst umfassendes Recycling sind daher wichtige Kernpunkte. Das kann ein schwieriger Balanceakt sein – veraltete Hardware kann zwar weiterhin verwendbar sein, was Abfall spart – aber im Hinblick auf die Energieeffizienz weit zurückliegen.

2. Nachhaltiger Umgang mit IT

  • Ökostrom: Der CO2-Fußabdruck einer sparsamen Infrastruktur kann noch weiter reduziert werden, indem für den Betrieb vollständig auf erneuerbare Energien gesetzt wird. Der (derzeit wohl utopische) Idealfall wäre eine eigene Photovoltaikanlage mit Energiespeicher, die vollständig autark vom Stromnetz den eigenen Energiebedarf deckt.
  • Anforderungen minimieren: Vielerorts gibt es übermäßige Verschwendung von Energie, da mehr Ressourcen als nötig eingesetzt werden. An jedem Arbeitsplatz gibt es zwei Monitore, obwohl nicht überall so viel Arbeitsfläche benötigt wird. Jeder Rechner wird mit der gleichen Ausstattung bestellt, auch wenn einige davon nie ausgelastet werden. Das erfordert zwar etwas bewussteren Planungsaufwand, doch kann zu zusätzlichen Spareffekten führen. Achtung: Dabei ist es sehr wichtig, die Skalierbarkeit für die Zukunft zu bedenken.
  • Verantwortung der Mitarbeiter: Einer der größten Energiefresser in Betrieben ist häufig der Umgang damit selbst. Computer werden zu Feierabend oder während Pausen nicht abgeschaltet, Energiesparpläne werden deaktiviert, Monitore sind ständig auf der hellsten Einstellung. Wenn alle Mitarbeiter darauf sensibilisiert werden, bei der Green IT auf diesem Wege mitzuhelfen, entstehen so häufig die größten Einsparungen.
  • Einstellungen entscheiden: Kürzere Standby-Wartezeiten die zuerst den Bildschirm ausschalten und dann Rechner in den Energiesparmodus versetzen können insbesondere in Büros mit mehr Bewegung größere Mengen Strom gespart werden. In Jahreszeiten mit kühleren Temperaturen können sowohl bei den Rechnern an Arbeitsplätzen als auch eventuell im Server-Rack die Lüfter etwas heruntergeregelt werden.

Optimierung der Infrastruktur: Resource on Demand

Das Bereitstellen der richtigen Menge an Ressourcen ist ein schwieriges Unterfangen. Zu bestimmten Lastspitzen kommt gegebenenfalls eine sehr hohe Rechenlast auf. Da dann keine Engpässe auftreten dürfen, muss die Leistung verfügbar sein. Außerhalb dieser Lastzeiten liegt dann viel Leistung brach, was zu unnötig hohen Kosten führen kann.

Die Lösung lautet hier „Resource on Demand“: Also eine Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen genau dann, wenn sie benötigt werden. In einem gut integrierten IT-System kann die aktuell benötigte Leistung dank Überwachung einen Algorithmus ansteuern, der bei steigenden Anfragezahlen zusätzliche Serverkomponenten hinzuschaltet. Insbesondere bei virtualisierten Clients kann so der Energieverbrauch im Verlauf eines Werktages minimiert werden.

Dabei ist zu beachten, dass dadurch eventuell entstehende Wartezeiten in dem Maße eingeplant werden, in dem sie tolerierbar sind. Zeitsensitive Aufgaben sollten demnach höher priorisiert sein oder dedizierte Ressourcen zugewiesen bekommen, während unwichtigere Tasks hintenangestellt werden. Den Steuerungsalgorithmus entsprechend einzustellen, ist diesbezüglich kein Problem.

Damit es in der Praxis tatsächlich zu Einsparungen kommt, die die kleinen Einbußen im Komfort Wert machen, ist im Vorfeld eine detaillierte Nutzungsanalyse wichtig. Statistiken zu Lastprofilen, typischen Zeiten von Leistungsspitzen und regelmäßig auftretende Leerläufe wie etwa zur Mittagszeit können hier in die Statistik einfließen, die die Einstellung des Algorithmus mitbestimmt.


Bildnachweis: geralt, pixabay.com; izzyestabrook, pixabay.com

0 0 votes
Article Rating
About author

Student und Fan von Microsoft- & Apple-Produkten!
Related posts
Windows 10Windows 11

Microsoft schließt ein Sicherheitsrisiko im Windows Defender

Windows 10

Surface Duo 3 Konzept zeigt kleines Display im Microsoft-Logo

Windows 10

WhatsApp UWP steht nun als Beta zum Download bereit

Windows 10

Kartellbeschwerde gegen OneDrive- und Teams-Integration in Windows 11

Subscribe
Benachrichtige mich zu:
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments