Windows Package Manager: Microsofts Paketverwaltung für Windows 10

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Windows Package Manager, auch winget genannt, ist Microsofts Versuch einen Paketmanager für Windows 10 nach Linux-Vorbild zu kreieren.

Eine sehr beliebte Funktion unter Linux sind die Paketmanager. Diese erlauben das einfache Suchen, Installieren und Verwalten von Programmen. Um eine echte Alternative für Windows 10 hat Microsoft sich noch nicht gekümmert. Zwar implementierte man OneGet in PowerShell und bietet einen Microsoft Store an, doch beide Lösungsansätze sind nicht vollkommen. Die aussichtslose Wartezeit nimmt jetzt ihr Ende, denn Microsoft arbeitet endlich an einem richtigen Paketmanager für Windows 10, ganz unabhängig von bisherigen Drittlösungen, wie Chocolatey.

Den neuen Paketmanager taufte man Windows Package Manager, auch kurz winget. Dieser wird vorinstalliert sein, denn man implementierte die Funktionalität in eine bestehende App, die bereits auf jedem Windows 10-Computer installiert ist. Die Rede ist vom App-Installer. Dessen bisherige Aufgabe ist die Installation von msix und appx-Paketen. Konkret wurde die App um einen Befehl für die Eingabeaufforderung erweitert, der alle relevanten Argumente eines Paketmanagers annimmt.

GitHub-Repo dient aktuell als Winget-Paketquelle

Nutzt man Windows Package Manager fällt einem auf, dass eine Handvoll von beliebten Applikationen auffindbar sind. Diese stammen allerdings nicht von Chocolatey und auch nicht aus dem Microsoft Store. Interessanterweise dient als Quelle ein Repository auf GitHub. Dort soll von der Community eine Liste voller Manifests gepflegt werden, zu der jeder beitragen kann. Die eigentlichen Programmdateien werden von den Servern des offiziellen Herstellers bezogen. Klicke hier, um auf das Repo zuzugreifen.

Vielversprechende Roadmap

Winget ist aktuell in der Version 0.1 verfügbar und verfügt nur über basische Funktionen. Anhand der Roadmap wird ersichtlich, dass Microsoft die Entwicklung innerhalb der nächsten 12 Monaten mit Version 1.0 abschließen möchte. Bis zum Mai 2021 wird es monatliche Preview-Versionen geben, wodurch die Roadmap der des Windows Terminals und der PowerToys entspricht.

In der Liste der geplanten Funktionen finden sich die Unterstützung des Microsoft Stores als Paketquelle, die Anzeige aller installierten Apps, die Installation von .Zip-Dateien, das Installieren von mehreren Paketen auf einmal und sogar Delivery Optimization für größere Apps. Dadurch sollen Geräte innerhalb des lokalen Netzwerks bereits heruntergeladene Installationsdateien bereitstellen, um die Downloadzeit zu verkürzen.

Eine kurze Vorführung einer App-Installation mit Winget

Möchte man nun den VLC Mediaplayer herunterladen, öffnet man im Bestfall das neue Windows Terminal und gibt den Befehl winget search vlc ein. Nun listet Windows Package Manager alle Treffer auf.

Da wir mehr Informationen über die einzelnen Suchtreffer erfahren möchten, kommt uns winget show vlc sehr gelegen.

Ich bin mir definitiv sicher, dass es sich um das korrekte VLC handelt. Der letzte Schritt ist also die Installation: winget install vlc.

VLC installiert sich und taucht nach Fertigstellung im Startmenü auf, genauso als hätte man es gerade von der Webseite heruntergeladen und anschließend installiert. Der Prozess war definitiv angenehmer, als sich durch den Installer durchzuklicken. Allerdings konnte ich keinerlei Anpassungen anwenden.

Windows Package Manager / winget herunterladen

Die Releases zu winget findet in dem offiziellen GitHub-Repo. Es muss lediglich die msix-Datei installiert werden.

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19 Jahre alt und Redakteur bei WindowsArea.

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Viel wichtiger, als die Installation von Programmen, ist die Funktion, dass sich die Programme selbst aktualisieren, ohne das man auf irgend etwas klicken muss. Bei VLC poppt beim Start immer ein Fenster auf, dass eine neue Version anpreist, die man mit ein paar Klicks herunterladen und installieren kann. Das sollte der Vergangenheit angehören. So etwas hat im Hintergrund zu laufen. Allerdings Optional Opt-Out! Nicht jeder will die Updates automatisch drüber gebügelt bekommen. Es nervt nämlich einfach nur, dass man ständig anstatt mit Software zu arbeiten, an der Software arbeiten muss. Und jedes Programm bringt derzeit noch seinen eigenen Updater mit,… Read more »