So könnten wir bald wieder Windows Phones haben

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Microsoft hat uns in der Vergangenheit schon unter der eigenen Marke sowie auch Nokia begehrenswerte, aber leider wenig beliebte Smartphones in die Hände geben wollen. Das letzte Lumia kam 2016 auf den Markt und nach rund vier Jahren sind die Redmonder mit einer Neuheit zurück, welche wir im Herbst vergangenen Jahres bereits kurz zu sehen bekamen: das Surface Duo.

Die Augen wurden aufgerissen und das bisher nur auf Patenten erblickte Konzept aus zwei identischen Bildschirmen und einem 360° Faltwinkel ist Wirklichkeit geworden. Die Software ist ein Musterbeispiel, wie eine duale Bildschirmkonfiguration funktionieren kann. Aber abgesehen von der einzigartigen Hardware wünsche ich mir mehr: ein Microsoft Android.

Der Redmond ROM

Auch über das Duo hinaus wünsche ich mir einen ROM der Redmonder, welcher wesentliche, tiefgreifende Google Dienste durch Microsoft Technologien ersetzt. Ein eigener Mobile Services Unterbau, wie es Huawei und Amazon mit ihren eigenen App Stores bereits anbieten. Kontakte würden nach der ersten Einrichtung vom Microsoft Konto abgerufen werden, anstatt Play Spiele könnten Spielstände und Erfolge mit Xbox Live ausgetauscht werden. Edge wäre der Standardbrowser und wenn in einer App nach Orten gesucht wird, bekäme sie die Daten nicht von Google, sondern Bing Maps. Wenn eine App bereits am PC gekauft wurde, könnte die Android-Version ohne erneuten Kauf installiert werden, weil alles von Microsoft Diensten verwaltet wird. Falls das Duo doch ein Flop wird, könnte ein solcher ROM aber auch auf andere Android Smartphones gebracht werden und so vielleicht auch bei Windows Phone Liebhabern eine Lücke schließen.

Die harte Realität

Umsetzbar sind diese Ideen aber nur schwer. Der Amazon App Store spiegelt das Problem der Windows Phone Plattform wider. Da dort nur auf AMS angepasste Apps angeboten werden, gibt es nicht viele Nutzer, weshalb auch wenige Entwickler ihre Software auf das System anpassen. Fehlende Software hält wiederum potenzielle Kunden fern. Auf Fire Geräten wird daher oft zum Amazon Store der Play Store über Umwege installiert, um auf ein attraktiveres Angebot zugreifen zu können.

Allerdings gibt es auch ein Schlupfloch. Seit dem Huawei Bann in den USA hat sich in Indien eine Allianz gebündelt, um einen eigenen Store zu ermöglichen. Auch Huawei bietet Google die Stirn. Dass der Suchmaschinenriese nun verspricht, alternative Stores zu ermöglichen, stellt sich nach Lesen des Kleingedruckten allerdings als weitere Einschränkung alternativer Softwarequellen heraus.

K(ein) Marktplatz für alle

Aktuell spitzt sich die Lage in der digitalen Welt immer weiter zu. Es hagelt Antitrust Beschwerden gegen die Technologieriesen, Apple lockert den App Store ein wenig und Google schließt das zumindest im Code offene Android durch Regeln weiter zu. Ein gemeinsamer Store zwischen Amazon, Google und Apple wird kein Resultat sein. Web Apps bieten eine Ausweichmöglichkeit gegenüber Stores und die amerikanischen Gerichte sowie die Europäische Union wollen die großen Firmen zerschlagen.

Hier könnte Microsoft also die unklare Situation nutzen, wenn sie sich die richtigen Partner aussuchen und so ein Multi-Store-System etablieren. Wie sich die Situation letztendlich entwickelt, ist aber nicht einschätzbar.


Quelle: Unabhängiger App Store in Indien

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