Musikstreaming mit VPN-Verbindung: Playlisten easy entsperren & mehr Vorteile

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„Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar!“ Wer kennt es nicht? Oftmals sind Playlisten in anderen Ländern gar nicht oder nur teilweise abrufbar. Auch das Abo von Netflix und Co. ist häufig regional gar nicht verfügbar bzw. zu einem anderen Preis. Der Grund dafür sind die individuellen Ländereinstellungen, die es bei dem Datenaustausch gibt. Beim Öffnen der Streaming-Dienste erfolgt die Standardübermittlung über die IP-Adresse, die sich aber dank einer VPN-Verbindung zu den eigenen Gunsten nutzen lässt. Wie leicht die Nutzung der VPN-Services (Virtual Private Network) und die Einrichtung auf dem Endgerät sein kann, zeigt sich hier.

Geo-Beschränkungen umgehen: So wird der VPN-Service optimal genutzt

Die Lieblingsmusik lässt sich plötzlich im Urlaub – der dann hoffentlich ab 2021/2022 wieder möglich ist 😉 – nicht mehr abspielen. Schuld daran sind die Geo-Einschränkungen, welche die Streaming-Dienste nutzen. Zwar sind sämtliche Songs, Serien und Filme auf dem Portal vertreten, allerdings werden sie nur für einen bestimmten geografischen Nutzerkreis freigeschaltet. Wer nicht dazugehört, sieht die Anzeige „Dieser Inhalt ist in Ihrem Land nicht verfügbar!“ und muss auf seinen Musikgenuss verzichten.

Viele Musikliebhaber geben sich mit dem verschwommenen Bild und den gesperrten Songs aber nicht zufrieden, sondern nutzen einfach einen VPN-Service. Damit wird eine verschlüsselte Verbindung zu einem VPN-Server aufgebaut, sodass der gegenwärtige bzw. physische Standort des Nutzers nicht übermittelt wird. Wer beispielsweise das Microsoft Surface Duo nutzt, um seine Identität im Internet zu schützen oder seinem Musikgenuss nachzugehen, muss mit der Installation eines VPN-Profils keine Einschränkungen mehr befürchten.

Kostenlose VPN-Services: Sind sie sicher?

Die Auswahl an VPN-Anbietern ist groß, vor allem für Windows-Nutzer. Neben den kostenpflichtigen VPN-Anbietern bestehen auch kostenfreie Möglichkeiten. Doch diese haben den Nachteil, dass sie in den meisten Fällen nicht so sicher sind, wie etablierte, professionelle Anbieter.  Sie sind meistens auch nicht so schnell und werden mit Werbung finanziert, was in der Realität häufig genau das bewirkt, was man mit einem VPN eigentlich umgehen möchte. Daher ist es besonders für regelmäßige Nutzer empfehlenswert, zu etablierten VPN-Clients für Windows-Anwendungen zu greifen.

Sparen bei Spotify und Co. – VPN macht´s möglich

Die Digitalisierung in Deutschland steckt im Vergleich zu anderen Ländern noch in den Kinderschuhen. Der Ausbau an öffentlichen Hotspots ist längst noch nicht so vorangeschritten wie in den USA, Schweden und anderen Nationen. Auch beim Streaming hinkt Deutschland hinterher, denn nicht nur die Zugriffe sind beschränkt, sondern deutsche User haben auch häufig bei Abo-Angeboten das Nachsehen.

Der Streaming-Dienst Spotify bietet beispielsweise eine kostenlose Variante, die durch Werbemittel finanziert wird. Diese ist aber längst nicht allen Nationen vorhanden, sodass viele User monatlich viele Euro investieren müssen, um ihre Lieblingslieder zu hören und auf zahlreiche Playlist zuzugreifen. Viele der hiervon betroffenen Nutzer sparen mithilfe vom VPN-Service Geld. Der Clou: Richtig installiert, lässt sich der VPN-Service nicht nur auf dem Handy, sondern beispielsweise auch auf dem Microsoft Surfe Pro X oder anderen Tablets nutzen.

Mit VPN mehr Auswahl bei Streaming-Musikdiensten

Für Fans der Musikvielfalt wird durch den VPN-Service auch Hörgenuss aus anderen Breitengraden möglich. Bestes Beispiel dafür ist Beats Music. Übernommen von Apple, sollte es doch eigentlich überall zugänglich sein, oder? Fehlanzeige, denn nur User in den USA kommen in den Hörgenuss. So zumindest die Theorie, denn mithilfe von einem VPN-Service lassen sich die Angebote von Beats Music auch in Deutschland nutzen.

Ein weiteres Beispiel ist ein in den USA beliebter Internetradio-Dienst: iHeartRadio. Gestreamt werden mehr als 800 Channel-Radiosender, sodass wirklich für jeden Musikgeschmack etwas dabei ist. Allerdings bleibt dieser Genuss Hörern außerhalb der amerikanischen Landesgrenzen verborgen. Wer die Vielfalt dennoch genießen möchte, installiert einfach eine VPN-Verbindung und muss keine Länderbeschränkungen mehr fürchten.

Ist das Umgehen einer Ländersperre (Geo-Blocking) erlaubt?

Bei so vielen Vorteilen, die mit dem Einsatz eines VPN-Dienstes einhergehen, fragen sich viele Nutzer, ob eine solche Umgehung des Geoblockings zum Empfang des Streams urheberrechtswidrig und damit illegal ist. Könnte dies letztlich also zu einer kostenpflichtigen Abmahnung führen?

„Diese Frage ist weiterhin umstritten“, meint der auf IT-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Okan Dogan, sieht für Nutzer aber grundsätzlich keinen Verstoß gegen § 95a UrhG:

Es wird durchaus vertreten, dass die Vermeidung einer Geo-Sperre durch einen VPN-Client oder Proxy nach § 95a UrhG grundsätzlich verboten ist. Danach dürfen „wirksame technische Maßnahmen“ zum Schutz eines Werks nicht umgangen werden, soweit dem Handelnden bekannt ist oder den Umständen nach bekannt sein muss, dass die Umgehung erfolgt, um den Zugang zu diesem Werk oder seine Nutzung zu ermöglichen. Meines Erachtens sprechen aber schon technische Gründe gegen ein Verbot nach § 95a UrhG:

Zum einen ist bereits umstritten, ob es sich bei Geo-Sperren überhaupt um sog. „technische Schutzmaßnahmen“ handelt. Nach § 95a Abs. 2 UrhG sind technische Schutzmaßnahmen „Technologien, Vorrichtungen und Bestandteile, die im normalen Betrieb dazu bestimmt sind, geschützte Werke betreffende Handlungen, die vom Rechtsinhaber nicht genehmigt sind, zu verhindern oder einzuschränken“.

Aber: Auch wenn Geo-Sperren eine technische Maßnahme darstellen sollten und sie vom Rechteinhaber eingesetzt werden, müssen sie außerdem wirksam sein. Nach § 95a Abs. 2 Satz 2 UrhG sind technische Maßnahmen „wirksam“, wenn durch sie die Nutzung eines geschützten Werks – zur Erreichung eines Schutzziels – von dem Rechtsinhaber durch eine Zugangskontrolle oder ähnliches unter Kontrolle gehalten wird. Die Frage nach der „Wirksamkeit“ von technischen Schutzmaßnahmen lässt sich also letzten Endes nur mit Blick darauf beantworten, welche Schutzziele durch eine Maßnahme verfolgt werden.

Der Einsatz von Geo-Blocking verfolgt das Ziel, die IP-Adresse zu ermitteln, von der die Anfrage unmittelbar stammt, und anhand des vermuteten Standorts dieser IP-Adresse zu entscheiden, ob die nachgefragten Inhalte übertragen werden oder nicht. Diese Maßnahme ist für sich genommen wohl wirksam. Doch auch bei Verwendung eines Proxys oder VPN-Dienstes wird die IP-Adresse, von der die Abfrage unmittelbar stammt, richtig übertragen. Aus der Perspektive der Netztopographie sitzt der VPN-Nutzer in diesen Fällen nämlich in den USA. Durch die Zwischenschaltung eines Proxys oder VPN wird dieses Schutzziel der Geo-Sperre nach meinem Dafürhalten nicht umgangen bzw. manipuliert.

Denn: Der Zweck einer Geo-Sperre besteht nach meinem Verständnis – das sich voraussichtlich mit dem vieler Nutzer deckt – gerade nicht darin festzustellen, ob Server zwischengeschaltet sind. Die hier fraglichen Geo-Sperren können und sollen deshalb gar nicht die endgültige Ziel-IP-Adresse und damit den „eigentlichen“ Standort des Nutzer-Rechners ausfindig machen. So funktioniert das Geo-Blocking meines Erachtens nicht. Wenn die Vermeidung der Zwischenschaltung also kein „Schutzziel“ im Sinne des § 95a UrhG darstellt, entfalten Geo-Sperren meiner Meinung nach auch keine Wirksamkeit in diese Richtung, so dass der Verbotstatbestand nicht erfüllt sein dürfte.

Wer auf der ganz sicheren Seite sein möchte, verzichtet auf den Einsatz von VPN-Diensten zur Umgehung von Geo-Sperren. Unabhängig von der urheberrechtlichen Relevanz dürfte das Umgehen von Geo-Blocking in den meisten Fällen jedenfalls einen Verstoß gegen die AGB des Diensteanbieters darstellen.

// Rechtsanwalt Okan Dogan (Betreiber von WindowsArea.de), 11/2020

Digitalen Fußabdruck zum Schutz vor Hacking und Co. vermeiden

Der VPN-Service ist nicht nur optimal, um ungestört Musik ohne Einschränkungen zu hören. Er schützt auch vor zahlreichen Gefahren im Internet, denen User sonst womöglich schutzlos ausgeliefert wären. Es gilt, den digitalen Fußabdruck möglichst zu vermeiden, um Hackern keine Angriffsfläche zu bieten, sich vor Malware und Phishing zu schützen oder Identitätsdiebstahl vorzubeugen.

Mithilfe von VPN lassen sich sogar regionale Preisunterschiede erstklassig nutzen, denn gerade im Onlinehandel bestehen deutliche Unterschiede in einzelnen Ländern. Durch den VPN-Service wird der eigene Standort flexibel, sodass sich beispielsweise die günstigen Preise in den USA nutzen lassen. Durch den fehlenden digitalen Fußabdruck merkt der Onlinehändler mit Sitz in den USA nämlich nicht, dass der User vielleicht aus Deutschland bestellt, und spendiert die günstigen Preisangebote, die exklusiv amerikanischen Käufer vorenthalten sind.

Werbemanipulationen umgehen

Die Gewohnheiten im Internet werden ohne VPN-Service häufig aufgezeichnet. Eine Stichwortsuche in der Suchmaschine, der Austausch über soziale Netzwerke. Neben den zahlreichen Unternehmen können auch Internetanbieter Daten erheben und sie bei ausbleibender Verweigerung der Kunden an andere Unternehmen weiterverkaufen. Wer möchte, dass seine Daten immer geschützt sind und der digitale Fußabdruck möglichst gering ausfällt, sollte sich das VPN-Paket für all seine Endgeräte sichern.

VPN-Service nutzen: Download, Standort wählen, genießen

Wer WLAN-Netze im öffentlichen Raum möglichst sicher nutzen oder die Vielfalt der Streaming-Dienst genießen möchte, kommt an einem VPN-Service nicht vorbei. Die Installation ist denkbar einfach, denn alles funktioniert mit nur wenigen Klicks und nahezu automatisiert.

Um auf den VPN-Service zugreifen zu können, ist der Download des Clients notwendig. Diesen gibt es nicht nur für PC oder Laptop, sondern auch für mobile Endgeräte. Viele VPN-Services bieten Basic-Features kostenfrei bzw. vergünstigt an. Sollen mehr Funktionen genutzt werden, empfiehlt sich ein monatliches Abo. Wer richtig sparen und den VPN-Service längerfristig nutzen will, sollte auch auf die Vorteilsangebote der VPN-Anbieter achtgeben, denn hier gibt es häufig Rabattmöglichkeiten von 80 Prozent und mehr.

Tipp: VPN in Windows 10 nutzen

Die VPN-Verbindung lässt sich auch auf Endgeräten mit Windows nutzen. Dafür muss zunächst ein Profil erstellt werden. Über die Starttaste und das Klicken auf „Einstellungen“, „Netzwerk und Internet“, „VPN“, „VPN Verbindung“ hinzufügen geht es ganz einfach. Sämtliche weitere Schritte werden dank der Windows-Usability angezeigt, sodass sich auch jeder VPN-Neuling rasch zurechtfindet.

Um die VPN-Verbindung herzustellen, wird in der Taskleiste das Netzwerk-Symbol angeklickt und die Verbindung aktiviert. Um sich über den aktuellen Verbindungsstellen zu informieren, reicht der erneute Klick auf das Netzwerk-Symbol und schon gibt es sämtliche Verbindungsinformationen auf einen Blick. Soll die Verbindung getrennt werden, erfolgt dies ebenfalls komfortabel mit einem Klick.


Abbildung 1: pixabay.com @ Danny144 (CC0 Creative Commons)

Abbildung 2: pixabay.com @ Sammy-Williams (CC0 Creative Commons)

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