OneDrive-Pornoscans wohl nicht mit EU-Grundrechten vereinbar

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OneDrive und viele andere Cloud-Anbieter scannen die Dateien ihrer Nutzer. Während einige dies auch als Geschäftsmodell bezeichnen, dient es bei Microsoft zur Suche nach kinderpornografischen und anderen illegalen Inhalten.

Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des EU-Parlaments kommt nun allerdings zum Schluss, dass diese Praxis nicht mit europäischen Grundrechten vereinbar ist. Konkret verstößt diese Maßnahme gegen die E-Privacy-Richtlinie der EU. Zwar hatte die EU-Kommission hierfür eine Eilverordnung geplant, die entsprechende Praktiken erlauben sollte, doch auch dies sei nicht mit geltendem Recht vereinbar.

Dies könnte das Ende solcher Praktiken bedeuten. Grundsätzlich ist die Suche nach Kinderpornografie in Cloud-Diensten nicht schwer zu argumentieren, allerdings gibt es bislang keine Daten dazu, ob und wie viele Straftäter dadurch überhaupt ausfindig gemacht werden konnten.

Microsoft sperrt Konten automatisch, bei denen der Mechanismus im Zusammenhang mit Kinderpornografie Alarm schlägt. Wenn es sich dabei um einen Fehler handelt, haben die Nutzer Pech gehabt. Der Account wird gelöscht und es gibt keine manuelle Prüfung. Dabei informiert Microsoft die Nutzer nicht über den Grund der Sperrung, sondern führt diese einfach durch. Viele Nutzerkonten könnten daher auch unberechtigt gesperrt worden sein.

WindowsArea.de recherchiert bereits in diesem Zusammenhang und bittet betroffene Nutzer, sich über unser Formular in dem unten eingebetteten Artikel zu melden.

Microsoft Konto gesperrt? Helft WindowsArea.de bei der Recherche


via Dr Windows

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23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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sunnymarx
9 Tage her

Na, dann hab ich ja richtig entschieden, einzig komprimierte und verschlüsselte Backups auf mein Onedrive-Konto zu schieben. Allerdings hab ich auch bei Strato noch nen Online-Speicher, auf dem ich die gleichen Online-Backups ablege. Sicher ist sicher. 😉

Androvoid
14 Tage her

Interessant wäre, wie das von Google, Apple, Amazon und Co. (und auch bezüglich anderen strafrechtlich relevanten Inhalten) gehandhabt wird.
Ein Alleingang Microsofts würde da eigentlich OneDrive entwerten. Denn eigentlich sollte die Cloud-Speicherung absolut privat sein und bleiben und nur im Verdachtsfall (im realen Leben) eine Öffnung durch Gerichtsentscheid möglich sein. Und ohne Kontrolle durch einen dafür ausgebildeten (natürlichen teuren!) Mitarbeiterstab sind solche willkürlichen Sperrungen und Löschungen ohnehin ein absolutes No-Go.
Aber gut zu wissen, werde da im Zuge meiner Emmigration auch ganz gezielt nach liberaleren Clouds Ausschau halten.

Dustynation
15 Tage her

Grundsätzlich sollte es möglich sein, dass Verstöße geahndet werden können.
Das Problem ist doch eher, dass der Account, den man im Zweifel schon Jahre benutzt, mit dem man schon Jahre Xbox Spiele, Filme und Serien oder Apps gekauft hat plötzlich gesperrt oder gelöscht wird. Wenn dann wenigstens Jemand manuell prüfen und den Nutzer um Klärung bitten würde… Aber nicht einfach den Account sperren.
In der heutigen Zeit ist ein Account mehr als nur eine Plumpe Mailadresse. Gerade Microsoft sollte das wissen 🤷‍♂️

Armin Osaj
Editor
Reply to  Dustynation
15 Tage her

Microsoft weiß gar nichts 😂😂😂