Der neue Media Player für Windows 11 ausprobiert

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Screenshot des neuen Windows 11 Media Player

Microsoft hat den neuen Media Player für Windows 11 Insider im Dev-Kanal veröffentlicht. Mit ihm lassen sich sowohl Musik als auch Videos abspielen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die erste Vorschauversion.

Zuallererst sei gesagt, dass der alte Windows Media Player nicht ersetzt wird. Er bleibt weiterhin, komplett unberührt im Windows-Tools-Ordner liegen. Stattdessen ist der neue Media Player aus der Groove Musik-App entstanden. Dementsprechend vergleiche ich die beiden Apps im Laufe des Artikels miteinander.

Wer ungeduldig ist, und den neuen Media Player unbedingt ausprobieren möchte, der kann das leider nicht ohne installierter Insider-Build machen. Denn als Systemanforderung ist die Windows-Build 10.0.22471.0 gelistet.

Willkommensbildschirm & mehr Abspielmöglichkeiten

Windows 11 Media Player Startseite, mit Willkommensnachricht "Dies ist ihr eneur Media Player"

Beim ersten Start der App, heißt sie uns mit einem wunderschönen Design willkommen. Die Neugestaltung verdeutlicht wieder einmal, dass Microsoft mit Windows 11 deutlich mehr Fokus auf Design und Nutzererfahrung legt.

Auf der Startseite, ist die Schaltfläche zum Abspielen einer Datei immer prominent platziert. Es handelt sich um ein sogenannten Splitbutton, der unter dem Pfeil weitere Optionen beherbergt. Dadurch hat der Nutzer die Wahl, ob er eine einzelne Datei abspielen möchte, den Inhalt eines gesamten Ordners, oder sogar ein Medium von einer Webadresse streamen möchte. Sobald man etwas mit dem Media Player abspielt, verwandelt sich die Startseite zu einem Widergabeverlauf.

Microsoft hat verstanden, wieso man einen Media Player öffnet. Um Dateien abzuspielen. Entsprechend ist es löblich, dass man dem Nutzer sofort die Möglichkeit in die Hand drückt, dies auch zu machen. Vor allem, weil im Windows 11 Datei-Explorer, die Option aus der Menüleiste weggefallen ist, einen gesamten Ordner abzuspielen.

Die Musik-Bibliothek vom Windows 11 Media Player zeigt Parallelen zu Groove Musik auf

Screenshot der Musik-Bibliothek des Windows 11 Media Players. Geöffnet ist die Alben-Ansicht.

Der Windows 11 Media Player basiert auf Groove Musik, dass sieht man ihm sofort an. Das ist keine schlechte Eigenschaft, denn nicht ohne Grund zählt Groove Musik zu einen der besten UWP-Anwendungen, die Microsoft jemals entwickelt hat. Sinnvolle Ergänzungen sind keine hinzugekommen. Weiterhin hat man die Wahl zwischen drei Ansichten, die allesamt eigene Sortierungsreihenfolgen erlauben.

Die wirklichen Neuerungen, lassen sich bei der unteren Wiedergabeleiste finden. Denn hier hat Microsoft ein paar Funktionen eingepflegt, die zwar für die Videowiedergabe optimiert sind, allerdings auch auf die Musikwiedergabe übertragen werden können. So lässt sich jederzeit die Wiedergabegeschwindigkeit verändern, was praktisch bei Podcasts sein kann. Außerdem ist das Streaming zu anderen Geräten direkt aus der App heraus möglich.

Die erfreulichste Neuerung betrifft jedoch den Equalizer. Denn dieser ist jetzt nicht mehr in den Einstellungen versteckt, sondern hat seinen Platz im Wiedergabemenü gefunden. Erweitert wurde er ebenfalls, um weitere Slider für eine detailliertere Anpassung. Auch der ID3-Tag-Editor bleibt vorhanden.

Negativ aufgefallen, ist die Wiedergabewarteschlange. Diese lässt sich nämlich nur noch über das Hamburger-Menü aufrufen. Würde ich also im Datei-Explorer mehrere Musikstücke markieren, diese mit dem Media-Player öffnen, dann müsste ich die aktuelle Warteschlange über mehrere Klicks aufrufen. Für meinen Geschmack ist das ein Rückschritt, vor allem zur legendären Swype-Geste von Groove-Musik.

Videowiedergabe erfüllt seinen Zweck, doch Filme & TV ist umfangreicher

Ein WindowsArea Video, geöffnet im neuen Media Player. Im Video zusehen ist Albert vor einem Lenovo Thinkpad. Am unteren Fensterrand erkennt man die Menüleiste, die diverse Abspieloptionen beinhaltet.

Auch die Funktion zur Videowiedergabe, dürfte ein Copy & Paste von Filme & TV sein. Denn der Funktionsumfang ist recht ähnlich, ebenso wie die Nutzungsweise.

Nach dem gleichen Prinzip, wie die Musikwiedergabe durch diverse Videofunktionen umfangreicher wurde, profitiert man bei Videos ebenfalls, von ein paar musikorientierten, zusätzlichen Funktionen. Allen voran der Equalizer, der sich bei Musikvideos gut machen könnte.

Weggefallen im Vergleich zu Filme & TV der Bearbeiten-Button aus der Menüleiste. Tatsächlich habe ich ihn gerne genutzt, um schnell ein Video zu trimmen. Möchte man das in Zukunft weiterhin tun, dann müsste man den Umweg über die Fotos-App gehen.

Optimiert hat Microsoft den Aufbau der Bibliothek. Zieht man eine Videodatei in den Video-Ordner, so erscheint sie sofort im neuen Media Player. Währrenddessen braucht Filme & TV einige Sekunden, ehe sich das Video in die Sammlung einreiht. Dafür ist der Abruf von Wechseldatenträgern und Medienservern vorerst weggefallen.

Es sind ein paar Sachen hinzugekommen, während ein paar wichtige Sachen zurückblieben. Tatsächlich ist Filme & TV weiterhin meine erste Wahl. Vor allem, weil man dank der App-Seperierung, während der Musikwiedergabe zusätzlich noch Videos abspielen kann. Das geht nicht, wenn alles ein großer Media Player sein soll.

Fazit: der Windows 11 Media Player hat viel Potenzial, doch schöpft es noch nicht aus

Ein Screenshot der Musikwiedergabe im Vollbild. Über das gesamte Fenster erstreckt sich das Künstlerfoto. Während unten links das Album-Cover seinen Platz findet. Am unteren Fensterrand ist erneut die Wiedergabeleiste zu sehen.

Der neue Media Player lässt sich mit folgenden Worten zusammenfassen: es ist Groove Musik mit einer Videofunktion.

Insgesamt ist es eine sehr schön gestaltete App. Welche die Anforderungen der meisten Nutzer wunschlos erfüllt. Allerdings zeigt sich auch hier, dass Microsoft ein paar Dinge aus den alten UWPs verworfen hat, weswegen das alles einen bitteren Nachgeschmack hat.

Ich möchte allerdings nicht so streng sein. Denn es handelt sich um eine Vorschauversion, die noch einige Aktualisierungen erfährt, ehe sie Publik wird.

Aber ja, wenn etwas den Namen Media Player trägt, dann muss es sich auch mit dem alten Windows Media Player vergleichen. Letzteres hat weiterhin deutlich mehr Vorzüge. Nein, die neue Fassung des Media Players kann keine CDs oder DVDs abspielen. Auch, wenn die Zeit von physikalischen Datenträgern längst vorbei ist, schließe ich gelegentlich mein Smartphone an den Computer an, und nutze den Windows Media Player zur Synchronisierung von Musik. Vor allem, weil Microsoft dies unglaublich intuitiv löste. Im neuen Media Player ist davon einfach keine Spur. Ebenso fehlen andere Videoptimierungen abseits des Equalizers, wie die manuelle Anpassung von Kontrast oder Helligkeit.

Bis auf den fehlenden Dark Mode, sehe ich bei der Verwaltung einer lokalen Musikbibliothek mit Maus und Tastatur immer noch keinen Grund, auf ein neueres Produkt von Microsoft umzusteigen. Denn so alt der originale Windows Media Player auch ausschauen mag, er bietet einfach die bessere Übersicht. Ohne überdimensionierte Schaltflächen.

Versteht mich aber nicht falsch, ich mag den neuen Media Player. Er macht mich glücklich. Er ist nur noch nicht da, wo er sein sollte. Vor allem mit diesem großen App-Namen.


Quelle: Microsoft Insider Blog

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Über den Autor

21 Jahre alt | Redakteur & Videoproduzent bei WindowsArea seit 2016

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