Windows-11-PC als Musikstudio: Alles über Hard- und Software

1

stock.adobe.com © moodboard

Wer überlegt selbst in den eigenen vier Wänden Musik zu produzieren oder aufzunehmen, sollte in jedem Fall an den passenden Computer denken. Ein Windows-11-PC eignet sich hervorragend für diese Aufgaben und kann mit den verschiedenen Elementen und Aufgabenbereichen umgehen. Wichtig ist dabei, dass Hard- und Software zueinander passen und optimal aufeinander aufbauen. Dabei gibt es verschiedene Dinge zu beachten.

Windows 11 – mit neuesten Updates auf der sicheren Seite

Wer bereits über einen eingerichteten Musikstudio-PC verfügt, wird ein laufendes System in den wenigsten Fällen updaten. Never change a running system. Doch was, wenn man neu mit dem eigenen Musikstudio starten möchte? In einem solchen Fall gilt immer der Rat, sich auf das neueste Betriebssystem mit allen aktuellen Updates zu verlassen. Denn hier gibt es nicht nur die wenigsten Bugs, auch die Treiber-Unterstützung für die meisten Geräte ist bereits gegeben. Daher ist es eine sehr gute Idee, seinen Musik-PC von Grund auf mit Windows 11 aufzubauen. Das System arbeitet mittlerweile stabil, benötigt und verschlingt nur wenige Systemressourcen und bietet zudem eine sehr breite Palette an Software, um mit der Aufnahme der eigenen Musik zu beginnen.

Diese Hardware ist besonders wichtig

Bei den Aufnahmen im eigenen hergerichteten Homestudio spielen viele verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle. Neben den klangtechnischen Bedingungen sind es vor allem Hard- und Software, welche über den Erfolg des Projekts entscheiden. Betrachten wir erst einmal die notwendige Hardware. Hierauf muss bei einem Windows-11-PC geachtet werden, damit dieser als Musikstudio erfolgreich und mit hoher Qualität eingesetzt werden kann.

Prozessorkerne und Prozessorleistung

Die Anforderungen von Windows 11 an den Prozessor sind äußerst gering. Doch beim Recording spielen vor allem schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten eine wichtige Rolle. Daher setzen die meisten Heimstudios vor allem auf Lösungen von Intel. Leistungsstarke Prozessoren wie i5, i7 und i9 liefern ausreichend Power bei gleichzeitig geringer Abwärme. Wichtig ist, dass die notwendigen Rechenoperationen auf viele Prozessorkerne aufgeteilt werden können. Vor allem bei der Arbeit mit sehr vielen Spuren kann dies für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Aus diesem Grund sollten Prozessoren mit 4 oder mehr Kernen immer bevorzugt werden. Die meisten der gängigen Aufnahme- und Schnittprogramme können diese Prozessorkerne handhaben und deren Leistung nutzen.

Viel Arbeitsspeicher und Festplattenplatz

Die Anforderungen von Windows 11 an die Hardware unterscheiden sich nicht signifikant von Windows 10. Dennoch ist der Speicher, sowohl der Festplattenspeicher als auch der Arbeitsspeicher, ein limitierender Faktor bei der Musikaufnahme. Beim Arbeitsspeicher sind mindestens 8 GB erforderlich, um reibungs- und störungslos mit den verschiedenen Aufnahmeprogrammen zu arbeiten. Optimal sind Werte von 16 GB, wenn mit vielen Spuren und Samples hantiert werden soll.
Beim Festplattenspeicher gilt es zudem zu differenzieren. SSD-Festplatten sind sowohl für Windows 11 als auch für die Sample-Bibliotheken und die Audioprogramme zu bevorzugen, da die Daten schneller bereitstehen können. Für die Speicherung von Samples und Tracks hingegen genügt eine normale HDD-Festplatte. Die sollte allerdings mindestens eine Größe von 500 GB aufweisen, damit es hier nicht zu Engpässen kommt. Externe Festplatten sind nur bedingt geeignet und sollten nach Möglichkeiten vermieden werden. Hier sind Lese- und Schreibgeschwindigkeiten oftmals zu gering dimensioniert.

Die passenden Schnittstellen

Windows 11 unterstützt auch weiterhin alle gängigen und auch älteren Schnittstellen mit den entsprechenden Treibern. Da in der heutigen Zeit USB 3.0 zum Standard gehört, sollte auch der Musik-PC über die entsprechenden Schnittstellen verfügen. Viele Audio-Interfaces arbeiten allerdings noch immer mit dem langsamen USB 2.0 Standard, sind aber mit ihren Treibern so gut programmiert, dass es kaum einen Unterschied ausmacht. Wünschenswert, aber leider auf dem PC-Markt nur selten zu finden, ist eine Thunderbolt-Schnittstelle. Per Adapter sind die aktuellen Thunderbolt 3 – Schnittstellen auch abwärtskompatibel. Wer die Chance hat, sollte also nach einem Gerät mit Thunderbolt-Port suchen, sofern die Mehrkosten es erlauben.

Das passende Audio-Interface für die Aufnahmen

stock.adobe.com © Volodymyr

In den meisten Computern, egal ob Desktop oder Laptop, ist bereits eine Audioschnittstelle verbaut. Diese liegt direkt auf dem Mainboard und erlaubt es Sound abzuspielen und meist ein Mikrofon per Klinkenstecker anzuschließen. Für ein gutes und hochwertig klingendes Homerecording sind diese Schnittstellen leider nicht geeignet. Nicht nur wegen der fehlenden Anschlüsse, sondern auch wegen der zu hohen Verarbeitungsdauer. Verzögerungen sind bei Tonaufnahmen immer von Nachteil. Daher ist eine hochwertige und leistungsstarke Audio-Schnittstelle besonders wichtig. Diese gibt es sowohl als interne als auch als externe Lösung. Interne Lösungen sind vor allem dank der sehr schnellen Schnittstellenanbindung von Vorteil, können aber nur bei Desktop-Computern genutzt werden. Externe Audio-Schnittstellen sind für Desktop-Computer und Laptops geeignet. Meist werden diese über die USB-Schnittstelle angebunden. Falls vorhanden sollte allerdings die Thunderbolt-Schnittstelle genutzt werden, da diese nochmals einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil bietet. Diese ist allerdings abseits von Apple-Produkten nur sporadisch zu finden. Die Schnittstelle wird unter Windows 11 allerdings weiterhin unterstützt.

Mischpulte für die Aufnahme: Analog oder digital?

Passend zu den Audio-Interfaces stellt sich natürlich die Frage, wie die verschiedenen Kanäle abgemischt und zu eigenen Tonspuren überführt werden sollen. Dabei spielen unter anderem die Lautstärkepegel der einzelnen Kanäle eine erhebliche Rolle. Wer noch ein analog arbeitendes Mischpult sein Eigen nennt, kann dieses auch bei Aufnahmen mit dem Windows-11-Pc nutzen und die Sounds erst vom Mischpult in den Rechner leiten. Ob sich eine eigene Anschaffung in diesem Bereich rentiert oder ob es besser ist digital zu mischen, steht auf einem anderen Blatt. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze und auch unterschiedliche Schwerpunkte, die in jedem Fall beachtet werden sollten.

Vielfältige Software für verschiedene Einsatzbereiche

Im Bereich der Audio- und Aufnahmesoftware ist die Auswahl riesig. Von einfachen, kostenlosen Angeboten wie dem DJ Master von Marvinware von einfacher DJ Software, bis hin zu professioneller Studio-Software, welche oftmals nur als Abo-Modell angeboten wird, gibt es eine sehr große Bandbreite an Möglichkeiten. Das Problem dabei ist, dass viele der Lösungen besonders spezialisiert sind und somit für einen bestimmten Einsatzbereich entwickelt wurden. Wer im Bereich Homerecording aktiv werden möchte, sollte zumindest für den Anfang die Art der Instrumente und des Gesangs und die benötigten Elemente genauer kennen.

Bekannte und moderne Lösungen auf dem Markt

Die Zahl der Angebote wächst von Tag zu Tag. Daher ist es praktisch unmöglich, jede einzelne Software zu kennen und diese auch noch genauer beschreiben zu können. Daher hier ein kurzer Überblick über die gängigsten Programme und Lösungen im Homerecording-Bereich:

Klangio: Eine von einem Startup entwickelte KI, welche in der Lage ist, Notentranscriptionen vorzunehmen. Das gelingt hervorragend, sodass auch analog vorhandene Musikstücke einfach transkribiert werden können. So können diese Transkripte von verschiedenen Software-Lösungen genutzt werden, um diese in Musik zu verwandeln.

Pro Tools: Eine DAW-Software, also eine Digital Audio Workstation, welche verschiedene Funktionen umschließt. Vom Aufnehmen, Arrangieren, Schneiden und Abmischen der Aufnahmen bietet diese Software viele verschiedene Möglichkeiten und kann über Plugins erweitert werden. Dies gilt unter anderem auch für Lösungen wie Free VST, DAW, Samplitude Pro, DP8 oder FL Studio. All diese Angebote bieten eine sehr große Bandbreite an Möglichkeiten. Viele können zumindest in einer Demo-Version ausprobiert werden. Denn der Workflow unterscheidet sich häufig sehr stark und beeinflusst unter anderem die Akzeptanz der Software. Es ist sinnvoll verschiedene Lösungen auszuprobieren und sich selbst ein Bild zu machen. Zudem sind bei all diesen Lösungen weitere Punkte wichtig. Unter anderem die Möglichkeit Plugins und Sample-Bibliotheken einzubinden.

Sample-Bibliotheken sind immens wichtig

stock.adobe.com © bilderstoeckchen

Verschiedene Plugins sind beispielsweise dann notwendig, wenn die Sequenzer-Software auch zum Arrangieren von Musik auf Midi-Basis genutzt werden soll. Hier können Plugins und Sample-Bibliotheken dafür sorgen, dass eine Vielzahl virtueller Instrumente zur Verfügung steht und für die gewünschte Vielfalt und Abwechslung sorgt. Viele der Programme kommen bereits von Haus aus mit einer gewissen Anzahl an Plugins und Bibliotheken. Wer allerdings auch hier auf die bestmögliche Qualität und Auswahl setzen möchte, kommt um kostenpflichte Angebote von Drittanbietern nicht herum.

5 2 votes
Article Rating

Über den Autor

Subscribe
Benachrichtige mich zu:
1 Kommentar
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments