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OneNote UWP fliegt aus dem Store ohne adäquaten Ersatz

Screenshot von dem geplanten Vollbildmodus für die OneNote-Desktop App

Zu meinem Studienbeginn bin ich bereits über das Problem gestolpert, meinen Kommilitonen zu erklären, weswegen ihr OneNote andere Funktionen hat als mein OneNote. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Microsoft die alte Desktop-Version mit einer modernen UWP-Fassung ersetzt hat. Nur um diese einzustellen und wieder die Desktop-Fassung zurückzuholen, die allerdings noch kein guter Ersatz ist, aber in Zukunft sein wird. Es ist ein typisches Microsoft-Problem, gekennzeichnet durch mangelndes Durchhaltevermögen.

OneNote Desktop wächst immer weiter

Gegen ein allumfassendes OneNote-Desktop habe ich nichts einzuwenden. Die Desktop-Version bietet einen bewährten Funktionsumfang und kann sehr einfach um die UWP-Vorzüge ergänzt werden. In den letzten Wochen erfuhr sie eine gute Weiterentwicklung, wodurch sie zum Ende des Jahres einen adäquaten Ersatz darstellen könnte. Besonders die Latenz bei der Stifteingabe wurde auf ein Minimum reduziert. Aber auch wichtige Zeichenfunktionen wie das Lineal sind nun enthalten und die Oberfläche erhielt ein kompaktes Ribbon-Menüband.

Es dürfte aber noch ein bis zwei Monate vergehen, bis die neue Stiftauswahl, diverse Mathe-Tools sowie ein ordentlicher Vollbildmodus ebenfalls zurückportiert sind. Das sind sehr wichtige, aber weiterhin fehlende Funktionen, die viele vom Umstieg zur neuen Desktop-Version zurückhalten.

Status Quo: keine gute Softwareerfahrung für Neukunden

Leider scheint Microsoft ungeduldig zu sein und hat die UWP-Version von OneNote trotzdem aus dem Store geworfen. Sucht man jetzt nach OneNote, ist der einzige Treffer die Desktop-Fassung. Die übrigens nicht als App-Paket bereitgestellt wird, sondern als klassischer Win32-Installer. Es gibt somit kein Unterschied zwischen dem Store-Eintrag und der im Office-Paket gebündelten Edition.

Was hat die frühzeitige Aussortierung im Microsoft Store nun für Auswirkungen? Für alle, die die OneNote-UWP installiert haben und verwenden, bildet sich daraus kein Nachteil. Doch wer sein Surface frisch ausgepackt hat, für den führt kein Weg um die Desktop-Fassung herum. Mit all ihren Defiziten bei der Stifteingabe. Somit hat Microsoft es geschafft, durch Fragmentierung ihr OneNote in einem mittelmäßigen Zustand anzubieten und neuen Surface-Nutzern vor den Kopf zu stoßen. Zumindest solange, bis das große November-Update eintrudelt.

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