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Das Ende einer Ära: Microsoft verabschiedet sich von Cortana

Cortana war einst Microsofts Antwort auf Siri, Alexa und den Google Assistant. Die digitale Assistentin sollte Nutzern helfen, Informationen abzufragen, Termine zu erstellen, Anrufe zu tätigen und vieles mehr. Doch nach Jahren des Experimentierens und Umstrukturierens hat Microsoft nun beschlossen, Cortana den Stecker zu ziehen.

Wie das Unternehmen still und heimlich per Support-Beitrag mitteilte, werden die Windows 10 und Windows 11 Apps von Cortana Ende 2023 eingestellt. Das bedeutet, dass Nutzer nicht mehr auf die Sprachassistentin zugreifen können, um Fragen zu stellen oder Befehle auszuführen. Stattdessen sollen sie andere Dienste wie Bing nutzen oder zur Konkurrenz ausweichen.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend, denn Microsoft hatte bereits in den letzten Jahren die Funktionen und Verfügbarkeit von Cortana reduziert. So wurde die Assistentin aus der Taskleiste entfernt, in ein optionales Feature ausgelagert und aus den mobilen Versionen für Android und iOS gestrichen. Auch die geplanten Cortana-Lautsprecher wie der Harman Kardon Invoke wurden nie richtig populär und erhielten nur wenig Unterstützung.

Cortana hatte ihren Ursprung im Jahr 2014, als Microsoft sie als Teil von Windows Phone 8.1 vorstellte. Der Name war eine Anspielung auf die künstliche Intelligenz aus der Halo-Spieleserie. Cortana sollte sich durch ihre Persönlichkeit und ihren Humor von anderen Sprachassistenten abheben. Mit Windows 10 wurde Cortana dann auch auf dem PC verfügbar und sollte eine zentrale Rolle im Ökosystem von Microsoft spielen.

Doch trotz aller Ambitionen konnte Cortana nie mit der Konkurrenz mithalten, die mehr Funktionen und mehr Geräte anbot. Microsoft erkannte schließlich, dass Cortana keine Chance hatte, sich als universeller Sprachassistent zu etablieren. Stattdessen konzentrierte sich das Unternehmen auf die Integration von Cortana in seine Office-365-Produkte, wo sie als persönlicher Produktivitätshelfer dienen sollte. Wirklich umgesetzt hat der Konzern diese Strategieänderung allerdings nicht und man könnte argumentieren, dass der Microsoft 365 Copilot mittlerweile dieses Vorhaben auch besser umsetzt.

Hey … Bing?

Microsoft empfiehlt Nutzern, die Cortana unter Windows 10 oder 11 noch verwenden, sich im Grunde bei der Konkurrenz umzusehen. Angesichts dessen, dass Satya Nadella die aktuelle Generation an Sprachassistenten als „stockdumm“ bezeichnet hatte, könnte es durch die Integration von Bing AI durchaus Verbesserungen geben in naher Zukunft. Eventuell bekommt Bing die Funktionalität aktueller Sprachassistenten mit den Fähigkeiten, welche moderne Sprachmodelle nun bieten.

AI in Windows 11: Erster Blick auf den Windows Copilot


Quelle: Microsoft Support

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"Entdeckung besteht darin, den gleichen Gegenstand wie alle anderen zu betrachten, sich aber etwas anderes dabei zu denken."
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