Der Veröffentlichungsversion von Windows 11 magert es an Funktionen. Aus diesem Grund verfolgen wir mit großer Spannung die Entwicklung vom großen 2022-Update. Allerdings könnten darin weniger Funktionen enthalten sein als gedacht.
Zuallererst sei angemerkt, dass Windows 11 22H2 dennoch eine gute und lohnende Aktualisierung ist. Wichtige Komponenten der Benutzeroberfläche reifen durch zahlreiche Additionen und Optimierungen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Startmenü, welches nun den Empfohlen-Bereich verkleinern lässt und die Anordnung von Apps in Ordnern erlaubt. Der wahrscheinlich größte Kritikpunkt von Windows 11 wurde ebenfalls angepackt, nämlich das fehlende Drag & Drop in der Taskleiste. Ebenfalls nicht unerwähnt lassen möchte ich den neuen Fokus-Modus, die gewachsenen Einstellungen und die höhere Konsistenz dank Modernisierungsarbeiten.
Siehe: Windows 11 Build 22557: mächtige Build voller guter Funktionen
Alles aufgezählte klingt gut, aber auf ein paar entgegengesehene Funktionen müssen wir trotzdem verzichten. Microsoft plant die Fertigstellung von 22H2 wohl schon im Juni. Somit verkürzt sich die effektive Entwicklungszeit für das Windows-Team um zwei Monate.
Diese Funktionen sind nicht in Windows 11 22H2 enthalten
Betroffen von den Ausscheidungen sind unter anderem die Tabs im Datei-Explorer, denn die dürften bis Juni nicht implementiert sein. Ein verkraftbarer Verlust, schließlich waren diese noch nicht offiziell nutzbar. Dagegen schmerzt der Wegfall von der Tablet optimierten Taskleiste sehr. Denn wer Windows 11 per Touch bedient, der hat bislang noch keine Freudenträne vergossen. Nach oben herrscht viel Optimierungsbedarf und eine adaptive Taskleiste mit vielen Gesten hätte definitiv zur Verbesserung beigetragen. Gleichermaßen entfernt wurde die Neuentwicklung des Tray-Bereichs. Tatsächlich hatte Microsoft vor, mehr Konsistenz in der Taskleiste zu schaffen und bspw. die Symbolabstände zu vereinheitlichen. Auch diese Optimierungen gehen vorerst zurück ans Planungsbrett und damit einhergehend kehrt der legendäre Fehler zurück, dass der 1px breite Rahmen über der Taskleiste beim Tray-Bereich einfach endet.
Wieso können wir uns sicher sein, dass die erwähnten Funktionen nicht doch ein Teil von 22H2 werden? Erstens befindet sich die Aktualisierung in der letzten Entwicklungsphase. In dieser werden keine neuen Funktionen hinzugefügt, das ist eine Planungsregel. Des Weiteren hängt Microsoft zu jedem Hinweis von entfernten Funktionen folgenden Satz an: „As we’ve mentioned previously, features we try out in the Dev or Beta Channels may not always ship.“. Zu Deutsch: „Wie wir bereits erwähnt haben, werden Funktionen, die wir in den Dev- oder Beta-Kanälen ausprobieren, möglicherweise nicht immer ausgeliefert.“
Arbeitet Microsoft an einem Day One-Patch zum Ausgleich?
Der Umstand bedeutet allerdings nicht, dass wir bis Ende 2023 auf die eben erwähnten Funktionen warten müssen. Stattdessen hat Microsoft die monatlichen kumulativen Updates mittlerweile so flexibel gestaltet, dass es kein Problem darstellt, durch diese Tabs im Explorer nachzuliefern. Besonders die nachträgliche Ergänzung von neuen Taskleisten-Funktionen stellt ein realistisches Szenario dar. Infolgedessen dürfte es wenige Monate nach Erscheinen von 22H2 eine neue Funktionserweiterung für Windows 11 geben.
Eine alternative Theorie besagt, dass Microsoft die 22H2-Aktualisierung trotzdem erst im Oktober veröffentlicht und ein paar Funktionen per Day One-Patch rechtzeitig nachliefert. Schließlich wäre das die gleiche Praktik, die bei der ersten Fassung von Windows 11 bereits zum Einsatz kam. Schaut man sich die Installationen auf diversen Notebooks an, auf denen Build 22000.1 installiert ist, dann fällt sofort auf, dass eine seltsame Mischung zwischen 10 und 11 vorliegt. Mit einer neuen Taskleiste aber altem Action-Center.