
Microsoft hat sich kritisch zu Apples jüngsten Ankündigungen geäußert, die als Reaktion auf den Digital Markets Act (DMA) der Europäischen Union gelten. Sarah Bond, die Präsidentin der Xbox-Sparte, äußerte sich auf Twitter und betonte die Bedeutung konstruktiver Gespräche für den Wandel und Fortschritt hin zu offenen Plattformen und mehr Wettbewerb. Sie bezeichnete Apples neue Richtlinie als „einen Schritt in die falsche Richtung“ und drückte die Hoffnung aus, dass Apple auf das Feedback zu ihrem vorgeschlagenen Plan hören und auf eine inklusive Zukunft für alle hinarbeiten wird.
Die Kritik von Microsoft reiht sich ein in eine Reihe von negativen Reaktionen anderer Unternehmen wie Epic Games und Spotify. Epic Games CEO Tim Sweeney identifizierte „so viel Müll“ in Apples Ankündigung, dass er von einer „böswilligen Umsetzung“ sprach, während Spotify sich vor allem an der „Core Technology Fee“ störte und diese gar in einem Statement als „Erpressung“ bezeichneten.
Der europäische Gesetzgeber gibt Technologieunternehmen bis Ende März Zeit, um mit seinen Produkten die neuen Bedingungen des digitalen, europäischen Marktes zu erfüllen. Dabei sieht die EU vor, dass Betriebssysteme die Installation von Anwendungen aus Drittanbieter-Quellen erlauben müssen. Apple hat daraus Drittanbieter-AppStores (Marketplaces) gemacht, die sich künftig bei Apple registrieren müssen, was auch für sämtliche Anwendungen gilt, die dort vertrieben werden sollen. Apple hat damit weiterhin die Verteilung von Apps auf seiner iOS-Plattform unter seiner Kontrolle, wofür der Konzern auch eine „Aufwandsentschädigung“ von 50 Cent pro Installation verlangt.
Unklar ist allerdings noch, ob Apples Umsetzung des DMA überhaupt rechtlich gültig sein wird und, ob dieser Schritt die Bedingungen des DMA erfüllt. Die EU hat bereits angekündigt, die Umsetzung der Gatekeeper zu prüfen und drohte mit „harten Maßnahmen“, sofern man die Erfüllung nicht gegeben sieht.
