Samsung Galaxy S4 vorgestellt, Nokia antwortet mit Wortspielen

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Vielleicht können es einige von euch gar nicht mehr hören: „Samsung Galaxy S4 vorgestellt“, es ist in aller Munde und nun sogar auf WParea.de.
Vorab möchte ich mich persönlich dafür entschuldigen, falls das Thema einige unserer Leser nicht interessieren sollte. Jedoch empfanden wir auch als Windows Phone Magazin das Bedürfnis über das Flaggschiff des derzeitigen Smartphone-Marktführers zu schreiben. Selbstverständlich behalten wir dabei die Windows Phone Geräte im Hinterkopf und ziehen wenn möglich auch Vergleiche mit dem Nokia Lumia 920 oder dem Windows Phone 8X von HTC.
Objektivität lässt sich allerdings durch den Blick über den Tellerrand wahren, diese Ansicht vertreten selbst Joe Belfiore und Steven Sinofsky.

Gestern Nacht hat Samsung sein neues Android-Flaggschiff in New York präsentiert. Bei der Keynote machte der koreanische Hardwarehersteller einiges richtig; hierbei konnte man sich viele Ideen vom Konkurrenten Apple abschauen. Die Show war perfekt inszeniert und das Gerät wurde in kleinen Theaterstücken, die den Alltag widerspiegelten, in Szene gesetzt. Die angekündigten Features waren oftmals tatsächlich einen großen Applaus wert, doch dieser blieb immer wieder aus, da man einerseits die Features bereits kannte, andererseits machte Samsung den Fehler „die falschen Leute“ eingeladen zu haben. Statt wie Apple, Fans des Konzerns zur Keynote zu laden, waren bei der Samsung-Präsentation hauptsächlich Blogger und Journalisten anwesend. Nicht einmal der Konzernchef bekam einen gebührenden Applaus, als er das neue Flaggschiff in den Händen hielt, wie es einst Steve Jobs pflegte.

Der Showmaster präsentierte einige neuen Features mit einer Menge Selbstironie und unterhielt damit sein Publikum. Das Samsung Galaxy S4 ist wie immer größer, dünner und solider, wie im Vorfeld bereits bekannt geworden.

Hardware

  • 5-Zoll AMOLED-Display, Full-HD (441ppi)
  • Hexaband LTE (weltweite Unterstützung des LTE-Netzes auf allen Frequenzen)
  • WiFi a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, IR LED
  • 13 Megapixel Kamera, 2MP Front-Kamera
  • 2GB RAM
  • 2600mAh Akku
  • Temperatur- und Feuchtigkeitssensor
  • Infrarot-Port
  • Android 4.2.2
  • Qualcomm Snapdragon 600 (QuadCore-)Prozessor mit 1,9GHz (für Deutschland bestimmt) bzw.  Exynos 5 (OctaCore-)Prozessor mit 1,6GHz (Fertigung ab 2. Quartal 2013, vgl. hier)
  • GPU mit drei Kernen

Design

Das Design des neuen Galaxy-Modells ist Samsung-typisch. Sein Gehäuse besteht gänzlich aus Polycarbonat, besitzt einen entfernbaren Akkudeckel und ist nur 7,9mm dick. Für ein 5-Zoll Smartphone ist das Gewicht von rund 130 Gramm auch kaum weiter bemerkenswert. Das Samsung Galaxy S4 wird in den beiden Farben „Black Mist“ und „White Frost“ erhältlich sein. „Black Mist“ ähnelt der Farbe des Samsung ATIV S sehr, „White Frost“ hingegen ist die weiß glänzende Variante.
Der An-/Aus-Button befindet sich, wie beim ATIV S, auf der rechten Seite oben und ist damit trotz der Größe des Galaxy S4 nicht schwer zu erreichen.

Software

Die Hardware des Galaxy S4 ist mehr als stark, ja fast schon übertrieben. Samsung setzt erstmals in einem Handy einen Acht-Kern-Prozessor (ab 2. Quartal 2013) ein, was einen enormen Leistungsschub bedeutet. Wie im Datenblatt oben bereits erwähnt, wird in Deutschland aber als erstes die QuadCore-Variante (mit LTE) zu einem UVP von 729 Euro erscheinen. Die Software dagegen ist das schon lange bekannte auf Linux-basierende Android mit dem Samsung-eigenen Interface, versetzt mit vielen neuen praktischen Funktionen. Darunter sind beispielsweise  SmartScroll, SmartPause, s-Translator, Air Gesture, Air Touch und viele andere.

Mit SmartScroll und SmartPause kann der Nutzer das Gerät auch ohne das Display zu berühren mit dem Näherungssensor und Beschleunigungssensor bedienen. Dabei stoppt das Gerät ein abgespieltes Video automatisch, sobald ich der Nutzer sich vom Display abwendet. Scrollen lässt sich nun ganz einfach, indem man das Gerät nach oben oder unten kippt.

Air Gesture und Air Touch sind ähnliche Features, mit ersterem kann der Nutzer durch die Bildergalerie, Browser etc. navigieren nur indem er mit über das Display wischt ohne es zu berühren. Air Touch funktioniert ähnlich wie das Prinzip des Galaxy Note II mit der sogenannten SmartPen Funktion. Der Nutzer muss den Finger nur einen kleinen Abstand vom Display halten und schon klappt die verfügbare Vorschau auf. Samsungs neue Übersetzungsfunktion s-Translator erkennt bis zu neun Sprachen und wandelt diese von Text in Sprache um und vice versa.

Eine neue Funktion, die wir schon vom Nokia Lumia 920 kennen ist, dass das Galaxy S4 nun auch mit den Handschuhen vornehmlich im Winter bedienbar ist.

Reaktionen

Dass wir selbst als bekennendes Windows Phone Magazin über das Samsung Galaxy S4 berichten, beweist eigentlich wie groß der derzeitige Medienaufschrei rund um das neue Samsung-Flaggschiff ist. Sogar Phil Shiller von Apple, einem Konzern der sich sonst medial bezüglich andere Produkte sehr zurückhält, reagierte kritisch und prangerte die „jahrealte Software“, die im S4 zum Einsatz komme, an.

Um nun aber das Thema etwas abzurunden, kommen wir in diesem Artikel, der nahezu ganz Android und Samsung gewidmet ist, wieder auf Windows Phone zurück. Reaktionen von Microsoft und Nokia auf Produktlaunches der Konkurrenz waren bisher nicht unüblich. Vom offiziellen Twitter-Account von Windows Phone blieb zwar gestern ein Kommentar aus, Nokia selbst veröffentlichte einige ironische Tweets und Wortspiele mit der Zahl 4 über das beste Smartphone der ‚Galaxy‘, Innovation und Plagiate.

Unsere Meinung

Unserer Meinung nach ist das Samsung Galaxy S4 ein gutes Gerät, das vor allem mit starker Hardware besticht, doch möglicherweise mit dem falschen Betriebssystem arbeitet. Für Windows Phone 8 genügt für gute Performance beispielsweise auch ein Dual-Core Prozessor mit einem Gigabyte RAM, für Android benötigt Samsung offensichtlich einen Quad- bzw. Octa-Core und das Doppelte an Arbeitsspeicher, um es flüssig zum Laufen zu bringen. Ironischerweise ruckelte das Gerät in einem ersten Hands-On von The Verge (siehe oben) dennoch leicht.


Links: Samsung | theinquirer.net | The Verge
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