F-Secure Freedome VPN Test: Was kann der VPN mit Internetschutz?

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Der finnische Anbieter F-Secure bietet ebenfalls einen VPN-Dienst. Wir haben das Produkt ausführlich auf seine Stärken und Schwächen getestet.

Im Jahr 2020 hat insbesondere die Nutzung des Internets stark zugenommen: Man erinnere sich nur zum Start des ersten Corona-Lockdowns an die Warnungen von ISPs vor einer potenziellen Überlastung des Netzes. Die Nachfrage nach VPN-Diensten stieg ebenfalls entsprechend stark. Ein VPN kann die IP-Adresse und damit auch den Standort des Benutzers verbergen, kann die Aktivitäten im Netz vor ISPs oder dem Betreiber des WLAN-Netzwerks verstecken und ist auch praktisch, um auf Inhalte mit Geo-Block zuzugreifen.

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F-Secure Freedome VPN Test: Preisgestaltung

F-Secure möchte mit seinem VPN-Dienst in dem aktuell rapide wachsenden Markt weitere Kunden gewinnen und stellt einen vollständig eigenen Dienst auf die Beine. Im Gegensatz zu anderen klassischen Virenschutz-Anbietern wie Kaspersky oder Bitdefender setzt man dabei vollständig auf eigene Server.

Beim Preisniveau platziert sich der F-Secure Freedome VPN erfreulicherweise erschwinglich in der unteren Mittelklasse. Abonnements gibt es jedoch nur für 12 oder 24 Monate, wobei Kunden die Wahl haben zwischen 3 oder 7 gleichzeitigen Verbindungen.

Der günstigste Tarif für ein ganzes Jahr VPN-Zugriff über drei Geräte kostet 2,49 Euro im Monat, womit eine Einmalzahlung von 29,90 Euro fällig wird. Für 59,90 Euro gibt es den 12-Monats-Tarif mit 7 Geräten gleichzeitig. Wer sich für 24 Monate entscheidet, zahlt monatlich nur 3,33 Euro, sprich einmalig 79,90 Euro.

Man positioniert sich damit deutlich unterhalb von teureren Anbietern wie ExpressVPN oder Hotspot Shield, kann mit dem günstigeren Tarif sogar NordVPN unterbieten. Während man keine monatlichen Abos bietet, gibt es netterweise eine fünftägige Probezeit ohne Einschränkungen. Dadurch können Anwender den Dienst risikolos ohne Angabe von Kreditkartendaten oder Login-Informationen testen, ein sehr großes Plus im Vergleich zu Konkurrenz.

F-Secure Freedome VPN Test: Verbindungen & Server Standorte

Man deckt mit 29 Server-Standorten die wichtigsten Regionen ab, kann allerdings in dieser Hinsicht mit teureren Anbietern nicht mithalten. Der Grund dafür ist einfach: F-Secure sondert Server-Regionen aus, die VPN-Anbieter streng regulieren und wo beispielsweise die Regierung oder Sicherheitsbehörden mitlesen möchte. Daher liegen 16 Server in Europa, neun in Nordamerika, drei in Asien und einer in Australien. Für die beliebtesten Online-Dienste und Streaming-Plattformen dürfte das allerdings reichen.

F-Secure Freedome VPN Test: Privatsphäre

Während der VPN-Anbieter euch durch einen „sicheren Tunnel“ ins Internet führt, vorbei an möglichen Schnüffel-Versuchen durch Behörden, Internetanbieter oder den Betreiber des WLAN-Netzwerks, kommt euer Traffic trotzdem zuerst beim VPN-Server an. Was dort damit gemacht wird, hängt vor allem vom Anbieter ab und darum sollte man auch nicht jedem VPN-Dienst blind vertrauen.

Die Datenschutzerklärung von F-Secure Freedome VPN ist erfreulich kurz und knapp: Der VPN Anbieter kann den Traffic nicht einem gewissen Nutzer zuordnen, man liest keinen Internetverkehr und dieser wird weder geteilt, noch weiterverkauft. Nur die öffentliche IP-Adresse, mit der sich Nutzer mit dem Dienst verbinden, bleibt für 90 Tage gespeichert sowie die genutzte Bandbreite.

Der finnische Hersteller hält es also relativ simpel – erfreulich.

F-Secure Freedome VPN Test: VPN Protokolle

Sehr simpel hält man es auch bei den VPN-Protokollen. Der VPN-Dienst nutzt lediglich Open VPN mit einer AES 128-bit Verschlüsselung. Eine sicherere 256-bit Verschlüsselung wäre jedoch erfreulich gewesen, wenngleich dies auch nur in der Theorie eine Rolle spielt. Ein Hacker im gleichen WLAN-Netzwerk hätte dennoch keine Chance, die Verschlüsselung zu knacken. Andere Anbieter bieten deutlich mehr Protokolle, allerdings ist die Nutzung von Open VPN mit einer sicheren Verschlüsselung für die meisten Nutzer ausreichend.

F-Secure Freedome VPN Test: Interface & Benutzung

F-Secure hat es mit seinem VPN-Dienst ganz klar nicht auf Poweruser und fortgeschrittenere Benutzer abgezielt. Das Angebot an Protokollen, die simple Preisgestaltung und allen voran die App machen klar, dass eine einfache Bedienbarkeit oberste Priorität bei der Gestaltung des VPN-Angebots war.

Nach der Installation öffnet sich das Programm und präsentiert dem Nutzer unübersehbar einen Einschaltknopf. Ein passender Standort wird automatisch gewählt und in wenigen Sekunden ist man sicher über den VPN-Tunnel verbunden. Tatsächlich meistert F-Secure Freedome es, in nur 4 bis 5 Sekunden eine Verbindung mit dem gewählten VPN-Server herzustellen, wo man bei anderen Anbietern gut und gerne 10 bis 20 Sekunden darauf warten muss. Unter dem Einschaltknopf befindet sich außerdem die Auswahl des Standorts, wo Anwender optional auch manuell den Server-Standort auswählen können.

Die übrigen Einstellungen sind auf der linken Seite in eigenen Menüs verstaut. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein Browser- sowie ein integrierter Tracking-Schutz. Beide Einstellungen sind standardmäßig aktiviert. Der Browser-Schutz bietet Sicherheit vor dubiosen und potenziell gefährlichen Webseiten, indem der Zugang dazu einfach blockiert wird. Ideal für weniger erfahrene Anwender. Der Tracking-Schutz verhindert dagegen die Datenerhebung für Werbung und andere Dienste.

Die Einstellungen selbst sind kaum umfangreich. Auch das verdeutlicht, dass man sich bei F-Secure vor allem auf reguläre Endanwender konzentriert. Komplizierte Optionen, die wohl 90 Prozent der Kunden ohnehin nicht verwenden, lässt man einfach außen vor und gestaltet eine sehr simples und leicht zu bedienendes VPN-Benutzererlebnis.

Der F-Secure Freedome VPN bietet Apps für Windows, macOS, Android und iOS. Eine Möglichkeit, den VPN direkt im Router zu konfigurieren oder mit einem anderen Gerät zu benutzen, bietet man jedoch nicht.

F-Secure Freedome VPN Test: Geschwindigkeit

In den letzten Jahren war besonders die Surfgeschwindigkeit ein Manko von VPN-Diensten. In Europa war die Geschwindigkeit mehr als zufriedenstellend. Mit dem für mich vorgeschlagenen Server in Wien konnte ich beim Download 82 Prozent meiner Internetgeschwindigkeit nutzen, während es beim Upload nur 43 Prozent waren. Bei den Speed-Tests handelt sich hierbei immer um eine Momentaufnahme und F-Secure garantiert, dass man versucht die Performance der Server stets gleich hoch zu halten.

Mit ähnlichen Werten dürften Kunden bei so gut wie allen europäischen Servern rechnen. Die Infrastruktur des VPN-Anbieters ist in Europa sehr gut, wobei man bei den Geschwindigkeiten nicht ganz an teurere Anbieter rankommt. Angesichts des günstigeren Preises kann man die Werte jedoch als mehr als in Ordnung betrachten.

In anderen Regionen der Welt hat F-Secure seine Infrastruktur noch nicht auf das Level gebracht, das man in Europa nutzen kann. Internetverbindungen oberhalb der 12 Mbits-Marke konnten wir nicht verzeichnen und Netflix detektiert unsere VPN-Verbindung ebenfalls in den meisten Fällen.

F-Secure Freedome VPN Test: Fazit

Der Freedome VPN von F-Secure ist ein schneller und besonders einfach zu bedienender VPN-Dienst, welcher die nötigsten Funktionen selbst für weniger erfahrene Nutzer kostengünstig und ohne wirklicher Notwendigkeit für ein Setup bereitstellt. Ein Highlight ist der Tracking- und Browser-Schutz, welcher ein zusätzliches Maß an Sicherheit mitbringt von einem renommierten Anbieter von Internetsicherheit.

Insbesondere für weniger erfahrene Anwender kann F-Secure Freedome VPN ein großartiger Einstieg sein und Schutz sowie mehr Privatsphäre beim Surfen im Internet gewährleisten. Die günstigeren Abonnements mit 3 Geräten sind hier besonders empfehlenswert.

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Über den Autor

23 Jahre alt, Redakteur bei WindowsArea.de, Windows Insider MVP.

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