
Microsoft hat vor einiger Zeit die letzte Windows Insider-Build des Jahres im Dev- und Beta-Channel veröffentlicht, nämlich Build 26220.7523. Microsoft beginnt damit, die im Zuge der Ignite-Konferenz angesprochenen agentischen KI-Funktionen in das System zu implementieren.
Die neuen Agentenfunktionen sind vorerst klar auf den US-Markt und ein professionelles Umfeld fokussiert: Viele der Neuerungen stehen nur Windows-Insidern in den USA mit Microsoft-365-Copilot-Lizenzen zur Verfügung und werden außerdem stufenweise als „Opt-in“-Erfahrung ausgerollt. Privatnutzer und andere Regionen, darunter der deutschsprachige Raum, bleiben damit zunächst außen vor, auch wenn einzelne Bausteine wie der Einstellungen-Agent nun breiter sprachlich lokalisiert werden.
Frag Copilot: Einheitliches Einstiegsfenster für Suche, Copilot und Agenten
Mit Build 26220.7523 erweitert Microsoft das bereits im Oktober vorgestellte „Ask Copilot“ in der Taskleiste nun explizit auf kommerzielle Kunden mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz in den USA. Ask Copilot fungiert als einheitlicher Einstiegspunkt, der klassische Windows-Suche, Microsoft 365 Copilot und künftig auch Agenten in einer Oberfläche vereinen soll. Die Interaktion erfolgt per Text oder Sprache, während Copilot auf Arbeitskontext (genannt „Work IQ“) wie Dokumente, Mails oder Dateien zugreifen kann, sofern entsprechende Unternehmensrechte vorliegen.
In der Praxis funktioniert die Erfahrung mit einem Cortana-ähnlichen Chat-Popup-Fenster oberhalb der Taskleiste, das zuerst zuletzt verwendete Programme, Dokumente und sogar Einstellungen-Seiten quasi als Empfehlungen anzeigt und darunter einen Knopf, wo man den Copiloten für seine Assistenz bei der Zusammenfassung von Dokumenten erreichen kann. Ganz unten findet sich ein Textfeld, über das neben Chats mit dem Copiloten selbst mittels @-Symbol oder über einen Tool-Button explizit Agenten angesprochen werden können, etwa um Berichte zu generieren oder Daten zu analysieren.
Fortschrittsanzeige für laufende KI-Aufgaben

In der neuen Build können Insider den Fortschritt dieser agentischen Arbeiten auch beobachten, ohne das aktuelle Arbeitsfenster verlassen zu müssen. Aufgaben der Agenten werden in der Taskleiste als aktive Prozesse dargestellt samt Fortschrittsbalken und Informationen über den aktuellen Status. Aktuell ist in ausgewählten Regionen nur Microsofts Researcher sowie der Analyst verfügbar, zwei Modelle, welche Analysen und detaillierte Berichte erstellen können.
Agent Launcher: Einheitlicher Rahmen für KI-Agenten im System
Mit den neuen „Agent Launchers“ führt Microsoft ein Framework ein, über das Apps ihre KI-Agenten einheitlich im System registrieren und auffindbar machen können. Anstatt dass jeder Anbieter sein eigenes Startkonzept implementiert, definiert Windows eine Standardschnittstelle, über die Agenten von verschiedenen Oberflächen, darunter etwa „Ask Copilot“ in der Taskleiste oder unterstützenden Anwendungen, aufgerufen werden können.
Wird ein Agent über einen Agent Launcher gestartet, öffnet sich seine Chat-Erfahrung, in der der Agent kontextbewusst und kollaborativ arbeitet: Er stellt Rückfragen, behält den Gesprächskontext und kann Aktionen ausführen, um Aufgaben zu Ende zu bringen.
Für Entwickler bedeutet das: Ein Agent wird einmal registriert und steht anschließend allen kompatiblen Windows-Erfahrungen zur Verfügung. Die Registrierung kann statisch bei der Installation oder dynamisch zur Laufzeit erfolgen, etwa abhängig von Anmeldung, Abo-Status oder anderen Bedingungen. Damit legt Microsoft die technische Grundlage für ein Ökosystem aus Agenten unterschiedlicher Anbieter, die sich nahtlos in Windows integrieren lassen, ohne dass separate Startpunkte gepflegt werden müssen. Ob dies Entwickler jedoch nutzen müssen oder ihre Agenten in eigenen App-Erfahrungen zurückhalten werden, dürfte die Zukunft zeigen.
Einstellungen-Agent unterstützt jetzt Deutsch
Für Nutzer aus Deutschland ist in Build 26220.7523 ebenfalls etwas dabei und zwar kann der Einstellungen-Agent nun auch Deutsch. Für Copilot+PCs bietet Microsoft ein eigenes kleines, lokales Modell in den Einstellungen: Dieses soll Nutzern dabei helfen, verschiedene Einstellungen zu finden mithilfe natürlicher Sprache, wenn man den genauen Namen und Ort der Option nicht kennt oder finden kann.

